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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-29 · Heft 18 (29.4.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 18 (29.4.1862)
Date
1862-04-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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26. Jahrgang. Allgemeine 18. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 29. April 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 */a bis 2 Sogen. Preis de- Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Rgr. Vierteljährig 22Ngr. Inserate werden mit l'/r Ngr. für die Petitzeik« oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr.. für */* Bogen 3 Thlr., für */4 Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs. Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das Köntgl. Sachs. Haupt - Zeitungs - Bureau hier unterzogen. Inhalt: Leitende Artikel: Die Rechtsirrthümer des Judeneides. — Die Blutbeschuldigung in Tyrol. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Hamburg. Preußen: Berlin, Breslau, Erfurt, Magdeburg, aus Westphalen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Aus Südungarn,Lemberg, Lemberg, Prag. Rußland: Warschau, Schaulen, Petersburg. I ta li e n: Aus Oberitalien. Leitende Artikel. Magdeburg, 20. April. Die Rechtsirrthümer des Sudeneides. Es giebt Dinge, auf die man immer wieder zurückkommen muß, bis sie gänzlich von der Erde verschwunden sind, nicht allein, weil sie sonst Leim Wechsel der politischen Strömungen immer wieder zum Vorschein kommen können, sondern auch weil sie, so lange sie in irgend einem Winkel der Erde existiren, noch dieselbe entehrende Schmach ausüben. Hierzu gehört wesentlich der sogenannte „Judeneid" oder „Eid mors juääieo". Wir haben hierzu um so eher Veranlassung, als uns eine Broschüre vorliegt, die soeben zu Speyer anonym erschienen ist, und in der That den Beweis führte, daß man über einen schon so vielfach ventilirten Gegenstand doch noch vortrefflich zu sprechen vermag, wenn man das fragliche Object gründlich inne hat und für Wahrheit und Recht begeistert ist. Die Broschüre führt den Titel: „Die Rechtsirrthümer des Judeneides. Notizen zur neuen Prüfung einer alten Frage. Speyer. Druck und Verlag von G. L. Lang." — Wir halten es für nützlich. Mehrfaches aus dieser Broschüre, die allerdings zumeist die Pfalz im Auge hat, hervorzuheben, insonders auch um die preußischen Gemeinden auf den Gegenstand immerfort aufmerksam zu machen, damit bei dem nächsten Abgeordnetenhause wieder Schritte darin gethan werden, falls dieses zu einer längeren Session berufen sein wird. Wir bemerken hierzu im Voraus zum Verständniß, daß in der Pfalz jene Eidesformen eigentlich gar nicht gesetzlich sind, daß aber daselbst in der Praxis bei Parteieiden die Gerichte auf Verlangen der gegnerischen Partei den alten „Judeneid" mit den allerhäßlichsten Ingredienzen decretiren. Unter 1. und 2. sagt der Verfasser: „Die Geschichte des Eides hängt unzertrennlich zusammen mit der sittlichen Bildungsgeschichte der Völker) die Geschichte des Judeneides mit der Märtyrergeschichte der Juden. Die Bekenner jenes Glaubens, der zuerst die Herrlichkeit Gottes und die Heiligkeit seines Namens lehrte, der die Grundgesetze des Menschengeschlechtes, die 10 Gebote, zuerst verkündigte, mußten sich unter tausend andern Erniedrigungen auch die gefallen lassen, daß man den Glauben an die Gewissenhaftigkeit ihres Eides von der Erfüllung aufgezwungener Ceremonien abhängig machte. Wer die der-

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