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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-04-15 · Heft 16 (15.4.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 16 (15.4.1862)
Date
1862-04-15
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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M u fik a 1 i sch e s. In No. 50 dieser Zeitung (Decbr. v. I.) bringt Hr. T). eine Mvid'emng auf unsertt Aufsatz von No. 35 dieser Ptatter. Dieselbe enthält JnÄectiven aller Art aüf das Weintraub'scheWerk, auf dessen Verfasser und auf Schreiber '.Hieftö. Warum?' Weil Hr. W. sich ünterfangen hat, die alten jüdischen Melodien nach der Art der alten Kirchenlieder zu behandeln und die phrygische Tonart' in zwei Weisen elnzutheilen, Und weil ich es gewagt habe, auf den Schmähartikel des Hrn. D>- zu antworten. Darob gerath Hr. D. in Eifer, wirst Mit gelehrten Brocken um sich, zeiht uns der Unwissenheit, und spricht über das ganze W.'sche Werk sein UrtheLl, indem er das Eine barbarisch, das Ändere musikalische Rcchnenercmpel betitelt. Der Zweck dieser Schmähungen laßt sich wohl ziemlich errathell; Hr. D. beabsichtigt nichts mehr und nichts weniger, als dem W.'schen Werke zu schaden. Allem eine vergebliche Mühe wird es für Hrtt. D. werden, seinen Zweck zu erreichen, demi düs Werk ist in zahlreichen Eremplareii nach allen Weltgegeuden verschickt, wird jetzt noch immer verlangt, und es ist, was die Hauptsache bleibt, in praktischem Gebrauche. Hr. D. wird sich nun darüber entsetzen und die Gemeinden nicht begreifen, die das' Werk praktisch benützen, und er als Regenerator der Synagogenmnsik imb als Sammler änderet schöner Compositionen, die er vorgiebt, gerettet zü haben, wird darüber in Harnisch gerathcn Und fulminattte Artikel schreibett und das Werk aus der Shnagogs ereoMmüniciren; und wenn Hr. D. sich ausgeschrieben und die kostbaren Ausdrucks „barbaÄfch, krankhafte' Phantasie" u. dergl. unnütz verbraucht haben wird, ohne Etwas damit zu erreichen, was fängt Hr. D. nachher an? Mittlerweile wird das Werk sich immer rnehr verbreiten und der PacharisMüs und die ktankhäfteü Phantasien ziehen., unbekümmert uM Hm. D. und seine Artikel, in die Synagogen ein. Cs ist merkwürdig, wie Meinungen so heterogen von einänder divergirell. —' Hr. D. wird' uns vielleicht erlauben^ auch Me Meinung zu haben, mit demselben Rechte, mit welchem! Mutter Natur jedem Menschenkinde Bemtheilungskraft gegeben hat; freilich dem einen mehr, dem andern weniger; wir zählen uns zu den Letzteren, da ftiV ftfv Angesichte des Hrn. D. zu den Elfteren uns nicht erheben können. — Hr. D. spricht mit einer unerhörten wegwerfenden Nöllchalance, die ellkwcder Unkellntniß oder Bösheit dictirt hüben sann, über das W.'sche Wirk, Mährend wir nicht genug auf die Vvrttefflichkrit desselben aufmerksam machen können, weil wir bis jetzt m keinem jüdischen Gesangbuche ähnliche Piecen vorgefunden haben. — Dem Hrn. D. will ich zuvörderst bemerken, daß ich nie seine Behauptung/" daß das Doppelsystem der phrygischen Tonart Eigenthum der Synagoge sei, anerkannt habe. Hr. W. hat die.Idee der zweifachen Behandlung der phrygischen Tonart als eine neue ausgestellt, Hr. D^ hat dieselbe bekämpft, und ich habe die Jdei des Hrn. W. ebenfalls für neu ausgenommen; aber von Zugeben der Behauptungen des Hrn. D. Meinerseits war in meinem Aufsätze gar keine Rede. Was die alten Synagogenmelodien anbettifft, hat Hr. W. das Recht/ sie nach den alten Tonarten zu behandeln, und in der That kann man denselben keinenbessern Dienst erweisen, denn nur hierdurch erhalten sie einen antrkhistorischen ehrwürdigen Charakjer. Ebenso aber hat auch Hr. D. das Recht, die eine Melodie zu verwerfen, die andere als tcht erhalten zu „kennzeichnen"/ während ein Dritter die von Hrn. D. „gekennzeichneten" Melodien verwirft, weil dieselben alles historischen Grunds und Bodens entbehren. Ebenso wellig aber wie die „gekennzeichneten" Melodien des Hrn. D. anerkannt werden, ebenso wenig werden auch die einseitige Kritiken des Hrn. D. über Werke von so bedeutendem musikalischen Werthe, Wie das Wäsche, anerkannt und gebilligt werden. Für summarische Kritiken, die' Hr. D. über dir bis jetzt erschienenen jüdifchell Gesangbücher für später verspricht, werden sich die Verfasser wohl schönstens bedanken, da aus dem Gebühren des Hrn. D. nichts anderes wie RaisvnneMents zu erwarten sind. Wir würden Hrn. D.- zur Beherzigung attempfthlen, zu schaffen ulld zu widkett, ünd das Raisonniren; im Ätteressc der Sache, lassen. Hr. D. Mimt im Verlaufe seines Aufsatzes die Verfasser, die nach Sulzer Synagogengesänge geschrieben haben, „Nachahmer". Wir silldm jedoch im ganzen W.'schcn Werke keine

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