Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 11 (11.3.1862)
- Date
- 1862-03-11
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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127 b) m der Rheinprovinz sind incl. 90 Thlr. von Lehrerzöglingen eingezahlte Zuschüsse e i n g e k o m m e n: 1761 Thlr. 20 Sgr. 11 Pf. Dagegen ausgegeben einschließlich des früheren Vorschusses von 4027 Thlr. 6 Sgr. 1 Pf. . . 7522 - 14 - 4 - Mithin ergiebt sich Vorschuß 5760 Thlr. 23 Sgr. 5 Pf. Verglichen mit dem vorstehend unter a) nachgewiesenen Bestände von.. . 6054 - 12 - 5 - Bleibt Bestand 293 Thlr. 19 Sgr. — Pf. Indem ich diese Ergebnisse zur öffentlichen Kenntniß bringe, empfehle ich wiederholt die anerkennenswerthen Bestrebungen des Vereins zur Unterstützung; insbesondere fordere ich die jüdischen Glaubensgenossen zur allseitigen Betheiligung und Spendung reichlicher Beiträge auf. Münster, den 3. Februar 1862. Der Ober-Präsident von Westphalen." Im Vorworte zu dem Berichte wird hervorgehoben, daß der dreijährige Lehrcursus für die Seminaristen jetzt zur Regel geworden und das jetzt das Hebräische gründlicher betrieben wird. Es wird aber zugleich über die geringe Zahl der eintretenden Zöglinge, die sich für das Lehrfach bestimmen, sowie über deren mangelhafte Vorbildung geklagt. Nicht unterlassen wollen wir zu bemerken, daß der Bericht dankend die außerordentliche Förderung betont, welche dem Vereine durch die höheren und höchsten Beamten zu Theil wird. Indem wir nun auch unsererseits unseren Glaubensgenossen in Westphalen und Rheinprovinz die thatkräftige Unterstützung des Vereins ans Herz legen, sprechen wir unsere Freude darüber aus, daß der ehrwürdige greise Dr. A. Haindorf die Oberleitung noch immer in Händen hat. Möge er noch lange sich an dem Anblicke der Früchte seines eifervollen Strebens erfreuen! Breslau, 20. Februar. (Privatmitth.) Als ein erfreuliches Zeichen beginnender geistiger Regsamkeit, als ein Symptom wieder erwachenden Interesses an dem geistigen Inhalte des Judenthums darf es wohl angesehen werden, daß sich vor Kurzem hier ein Verein constitnirt hat, der, wie schon sein Name besagt, die Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums anstrebt und dieses Ziel durch von Woche zu Woche abzuhaltende Vorträge über jüdisch-wissenschaftliche Themata zu erreichen bemüht ist. Vielleicht dürfte es von Interesse für die Leser Ihres weitverbreiteten Blattes sein, die Entstehungsgeschichte dieses Vereins kennen zu lernen. Bereits vor drei Jahren hatte sich auf Anregung eines hiesigen achtbaren Kaufmanns, des Herrn M. Bielauer, eine Anzahl von Männern zusammengethan, um den Ihnen gewiß auch bekannten, ebenso bescheidenen wie durch und durch gelehrten Dr. Jacob Levy, früher Rabbiner zu Rosenberg, zur Abhaltung von Vorträgen über verschiedene Geistesproducte des jüdischen Alterthums zu bewegen. Herr Dr. Lcvy ließ sich hierzu bereit finden und trug den ersten Winter vor einem, wenn auch kleinem, aber doch höchst intelligenten Kreise einen Theil des Moreh Nebuchim mit fassenden Erläuterungen vor. Den darauf folgenden Winter waren die Männer der großen Synagoge Gegenstand der Vorträge. Bei Beginn der diesjährigen Vorträge im Monat November wies Herr Dr. Levy auf die Nothwendigkeit hin, daß der momentan noch kleine Kreis von Interessenten der jüdischen Wissenschaft sich mehr und mehr erweitere und daß der seit zwei Jahren bestehende Lehrzirkel eine gewisse Consistenz gewinne und sich Garantien für seine Dauer durch eine größere Theilnahme an demselben zu verschaffen suche. Diese Anregung hatte alsbald zur Folge, daß auf Vorschlag des Herrn Buchhändler Robert May (ein für die Interessen des Judenthums eifrig bemühter intelligenter Mann) sich ein provisorisches Comite' bildete, welches die Bildung eines permanenten wissenschaftlichen Vereins in die Hand nehmen und ein diesfallsiges Statut ausarbeiten sollte. Das Comite bestand aus den Herren M. G. Bernhardt, Dr. Bamberger, Salomon Oelsner, Dr. Pauly, Dr. P. Joseph, Robert May und Meyer Levy. Nachdem die von diesem Comite nach eingehenden Erörterungen entworfenen Statuten durch die Mithülse unseres alles Edle und Schöne nach Kräften fördernden Gemeinde-Rendanten, Herrn Nathan Cohn, beendet waren, kamen dieselben in einer Generalversammlung, welcher auch ein Gemeinde-Commissarius in Person des Gutsbesitzers Herrn Friedländer beiwohnte, am 29. December unter lebhaften Diskussionen zur endgültigen Feststellung. In der hierauf vorgenommenen Wahl eines definitiven Vorstandes wurden außer den Mitgliedern deö provisorischen Comitc's noch die Herren Eduard Gradewitz und Dr. meä. Lobethal gewählt. Der Verein constituirte sich unter dem