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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-28 · Heft 5 (28.1.1862) · p. Seite 60

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 5 (28.1.1862)
Date
1862-01-28
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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60 lichen während des Peßachfestes zu versorgen. Solches geschah auch in Zwolle zur Belästigung der Gemeinde Mitglieder, die für Strafgefangene beizutragen sich sträubten. Deshalb wandte sich der dortige'Oberrabbiner an den Cultusminister mit der Bitte, Se. Exc. möge dem Justizminister vorstellen, die jüdischen Detinirten aus Staatskosten auch am Peßachfeste, aber nach ihrem Ritus zu unterhalten. Darauf erfolgte diese Antwort des Cultusministers, die an sich keiner weiteren Erläuterung bedarf, die jedoch um so humaner erscheinen muß, wenn man bedenkt, daß alle Gefangenen, auch die katholischen, dieselben Speisen erhalten. s'Gravenhage, den 8. Januar 1862. Die durch Ew. Ehrw. vom 10. Juni v. I. an mich gerichtete Adresse hat zu einem Briefwechsel zwischen dem Departement von Justiz, der Haupt-Commission für die Sachen der Israeliten und meinem Departement in Betreff der Verpflegungskosten der israelitischen Gefangenen während des Osterfestes Anleitung gegeben. Ich gebe in Folge dessen Ew. Ehrw. zu kennen, daß mir durch meinen Amtsgenossen von Justiz in diesen Tagen mitgetheilt ist, daß kein Bedenken besteht, um die beregten, mit 4 ‘/2 Gulden per Person berechneten Kosten fernerhin für Rechnung des Staates zu nehmen. Die Haupt-Commission für die Sachen der Israeliten ist durch mich aufgefordert, diese günstige Bestimmung zur Kenntniß der Kirchen- und Armenverwaltungen im Lande zu bringen. Der Minister für die Cultus-Angelegenheiten der Reformirten rc. (gez.) I. A. I olles. An den Ehrw. Herrn Dr. Jacob Fränkel, Oberrabbiner in Zwolle. A u f f o t b e t « n <$♦ Wir erhalten so eben eine Zuschrift von dem Rector einer höheren Bürgerschule (christlichen Glaubens), aus welcher wir Folgendes hervorheben: „An der hiesigen, unter meiner Leitung stehenden-städtischen höhern Bürgerschule soll zu Ostern ein akademisch gebildeter Lehrer angestellt werden. Verschiedene Zurücksetzungen, welche in neuester Zeit die Israeliten von der Regierung zu .... in Bezug auf den jüdischen Religionsunterricht der Schüler erfahren haben, lassen mich wünschen, daß ein studirter Jude sich um die mit 400 Thlrn. dotirte Stelle bewerben möchte. Ich würde ihm jegliche Unterstützung seiner Bewerbung zu Theil werden lassen und glaube einen Erfolg garantiren zu können, da das Curatorium, dessen Mitglied ich bin, stets meine Vorschläge'berücksichtigt hat." Wir fordern daher geeignete Candidaten auf, bei uns baldigst Ort und Namen zu erfragen, um dahin ihre Bewerbung und Zeugnisse zu senden. Der Redacteur Dr. Philippfon. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur: K. Nabe. ligiöser Israelit ist und auch seine Kinder religiös erzogen hat. Rußland. Warschau, 13. Januar. (Schles. Ztg.) Vergangenen Donnerstag sind zehn der wegen Betheiligung an den vorjährigen Demonstrationen zum Soldatendienst verurtheilten jungen Männer über Pultusk und Kowno nach Orenburg abgegangen. Sie waren sämmtlich, mit Ausnahme zweier, die als Handlungsgehülfen bei Rosen und Magnus arbeiteten, Schüler der medicinischen Akademie und sechs von ihnen sind Bekenner des mosaischen Glaubens. Eine andere Abtheilung soll den Weg nach demselben Bestimmungsorte über Brzesc- Litewski genommen haben. Holland. Aus Holland, im Januar. , (Privatmitth.) Bereits vor vielen Jahren hat ein Collegium Rabbinicum oder die Haupt-Commission erklärt, die jüdischen Gefangenen dürften die in den Strafanstalten zubereiteten Speisen während des Peßachfestes nicht genießen. In Folge dieser Erklärung wurden die jüdischen Detinirten für diese Tage von der Speiserolle der Anstalten gestrichen, und die Gemeinden, in welchen die Detinirten sich befanden, verpflichtet, sie zu unterhalten, konnten jedoch ihre Auslagen vom Geburts- oder Wohnorte der Gefangenen wieder einziehen. Allein die kleineren Gemeinden wollten die Auslagen nicht ersetzen, und diejenigen, in welchen die Gefangenen saßen, wollten für Fremde keine Sorge tragen. Es blieb nun den Oberrabbinern nichts weiter übrig, als von ihrem eigenen Gelde oder von gesammelten Beiträgen die Unglück-

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