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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-28 · Heft 5 (28.1.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 5 (28.1.1862)
Date
1862-01-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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88. Jahrgang. Allgemeine JW s. Ein ««parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippsorr in Magdeburg. Leipzig, den 28. Januar 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in 1V2 Bogen. Preis dcS Jahrgangs 2 Thlr. 2V Ngr. Halbjährig 1 Thlr. 5 Ngr. Vierteljährig 17>/s Ngr. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für Bogen 3 Thlr., für */« Begcn 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hanptexpedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zcitnngs-Bureau hier unterzogen. ' I n h a l 1. Leitende Artikel: Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Waren. Preußen: Magdeburg, Berlin, Moers, Frankfurt an der Oder, Frankfurt an der Oder, aus der Mark, aus dem Posenfchen. Oesterreichischer Kaiserstaat: aus dem Tokayergebirge, aus Ungarn, aus dem Oesterreichischen, Krakau, Wien. Frankreich: Paris/ Paris, Paris. Rußland: Warschau. Holla n d: Aus Holland. Leitende Artikel. Magdeburg, 19. Januar. Icrftreute Dcmerküngtll. Es ist durchaus nicht schwer, als eedesia militans in Schrift und That auszütreten und zu wirken, d. h. für die Religionspartei, der man angehört, zu streiten, ihre Gegner zu bekämpfen, ihre Herrschaft auszudehnennamentlich wenn man in der Wahl der Mittel nicht allzu schwierig ist. -Viel größere Kraft und Anstrengung erfordert es, positive Schöpfungen hervorzurufen, Institute und Werke zu schaffen, .durch welche wahrhafte Belehrung, neue, festere Begründung für. die Gesammtheit, Aufrichtung und Stärkung für die Einzelnen erwirkt werden. Wir können, daher in das Lob, oder gar in die Bewunderung solcher Priester, z. B. .der katholischen, nicht einstimmen, welche eine Ausdauer, Energie, Kühnheit und Entschiedenheit zur Förderung der kirchlichen Herrschaft in dem ausgedehntesten Maße bethätigen, daß sie von diesem Gesichtspunkte aus auch ihre Feinde zur Anerkennung zwingen. Obschon wir nicht läugnen, daß sie große Erfolge erringen, und daß nur dadurch der mächtige Bau der katholischen Kirche trotz aller Erschütterungen und Zersetzungen aufrecht geblieben, so schlagen wir dennoch die darauf verwendeten Kräfte nicht zu hoch an, und glauben, daß die Resultate viel bedeutender sein würden, wenn positive Werke damit verbunden wärm. — Aber.auch im Bereiche des Iudenthums hat diese Bemerkung unserer Ansicht nach ihre Richtigkeit. Für die Gleichberechtigung, gegen Angriff und Beleidigung zu streiten, die besondere Partei, der man zustimmt, zu Abwehr und Angriff zu vertreten, ist löblich und, nützlich. Allein die Sache ist in den Augen des größeren Publikums bedeutender, als in der That. Wir bedürfen der positiven Wirksamkeit, der realen Anfeuerung, der nachhaltigen Belebung, und nur wer und welche Partei dahin wirkt, erwirbt sich bleibendes Verdienst und eine dauernde Stelle in der Geschichte unseres Glaubens und Stammes. Nichts ist gewöhnlicher, als eine Berechtigung, welche lange Zeit zurückgedrängt worden, und die nun endlich sich Raum schafft, von Denen als Anmaßung und Zudringlichkeit bezeichnet und beschimpft zu sehen, welche jene bis jetzt nicht hatten anerkennen wollen. Ueberall, wo eine Menschenrasse unterdrückt war, und durch die

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