Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 26 (1862)
- Issue
- Heft 4 (21.1.1862)
- Date
- 1862-01-21
- Page
- Seite 44 (sequence 8)
- Language
- German
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m dies Jubiläum schpn jetzt celebrirt wurde,- so habe ich, einer der Ur-Correspondenten, auch nichts dagegen. Mit derselben hat in und hinaus über die Region der deutschen Zunge ein neues Leben unter den Juden angefangen.' Es war ein Impuls, wie er seit 1785, dem . Erscheinen von Mendelssohns Thora-Uebersetzung, auf literarischem Gebiete nicht vorgekommen ist. Das große jüdische Publikum/ das'Volk möchte man sagen, hat sie sogleich mit Freuden ausgenommen; aber wie lange hat es gedauert/ bis die Gelehrten, alle diese Herren Doctören der Philosophie und der Philologie rc. sich gewöhnt haben sie anzüerkennen, ja auch nur zu dulden! Was gab es da für Achselzucken, was für vornehmes Jgnoriren, was für Aufsuchen von Jrrthümern und Fehlern! Und1 als sich gar Weiteres an diese Zeitung knüpfte! Ich bin /überzeugt, daß das manchem Neidhammel das Leben - gekostet hat! Selbst der sichere Instinkt der Finsterlingevon Profession Und der Orthodoxen aus Dummheit, -der sie doch so'sicher geleitet hat, in jener Mendelssohn'schen Thora-Uebersetzung einen Nagel zu ihrem Sarge zu erblicken, ließ sie diesmal im Stich, und es dauerte wohl- 6 bis 8 Jahre, bis sie inne wurden, daß diese Zeitung eben wie jeder andere Fortschritt der Cultür den Strick enger zieht, der um ihren Hals liegt* *). Freilich war in der ersten Periode unsergroßes, auch den Predigern'abhanden gekommenes clieyal de Kamille, der bürgerliche Druck noch in voller Lebenskraft und brachte jeder Gattung von Rhetorik' ihren täglichen Stoff. Jetzt freilich ist es auf sehr magere und schimpfliche Rationen reducirt, deren Zerkäuung im Allgemeinen langweilig ist. Dafür ist aber die innere Bewegung noch'ganz interessant und bleibt es auch, so lange wir uns nur nicht einbilden, etwas ausgerichtet zu haben; denn das ist sehr wenig, trotz allen metrischen Jözerot-Paraphrasen und trotz allen dicken Notenbüchern! Auf' noch einem andern Gebiete hier sind Unsere Fortschritte unerwartet gering geblieben. Meine Herren Mit - Eorrespoudenteu mögen es nicht übel nehmen; aber trotz des meisterhaften Sthls unseres Redacteurs: wie Wenige von uns können schreigang beendet war, so besprachen wir dieses Factum mit einigen Worten. Von einem „Celebnren" ist uns nichts bekannt geworden, , Die Redaction, *) Der Herr Korrespondent irrt sich; ich kann beweisen, daß renommirte Orthodoxe diese Zeitung schon früher gehaßt und anathematisirt haben. - / / . : < Anm. des Setzers:; ben! Wie wenig lesbare: Artikel liefern wir r Ich muß : gestehen, daß mich dasvon allem Nichterlangten-am meisten wundert, zumal wenn wir' sehen, daß fast jede ' Nummer-Legionen ,von verstorbenen und lebendem jüdischen i- Leib nitzen und Voltaires äufzählt. > Wenn: wir uns aber fragen: wie hättees denn ohne Judenzeitung bei uns im Innern-aüsgesehen? — Da müssen wir' zugeben-/' dass dünn-noch größere' i Versumpfung vorhandenwäre - und dass, -Wenn auch; vielleicht die sogenannten Neu-Orthodoxen nicht so aufgeschossen wären, die äußerste Linke sowohl als die äußerste Rechte wohl dem vollkommensten Zersetzungsproceß anheim^fallewwärqm^ ...llytecheffM abe^rMlück auf! und Vorwärts! Unsere hiesigen Jahrestabellen ergeben für 1861 für 'die Stadt nebst Vorstädten Getaufte oder Einregistrirte 5601, davon jüdische . 293 5,o5 pCt. circa (12 Proselhten ins Christenthum und 2 ins Judenthum). Unehel. Geburten 648, dav. jüd.. 6 ----- 0,v2 pCt. : Beerdigte .... 5577, - - 224 --- 4,o» - Proclamirte Ehen 2222,. . - 82 3,60 - : . Dav. hier copulirt 1922, - - - 62 ----^3,2» - Civilehen: nicht aufgegeben, rein jüdische 1. - Die Vorwürfe, die.Herr Kl. N. (siehe No. d. I.) auf Grund der Klage eines Predigers über schwachen Besuch erhebt , sind entfernte Nachkommen der Be-' hauptungen der Griechen und Römer: diese Juden und Nazarener habend gar keine Götter.. Was können wir dafür, daß Ihr sie nicht sehen könnt? Wie' viele jüdische Doctoren u. dgl. sind denn trotz Allem seit 50 Jahren übergetreten? Daß aber ein denkender Mann, dem das mit wenig Leib und viel Seele dastehende aufgeklärte Judenthum zu viel ist, sich' hinter den dicken gothischen Mauern und Säulen Eurer Kirchen sollte bergen wollen, wenn er es nicht um anderer Gründe willen thut, das'ist doch wohl, ein nie vorkommender Fall.;; Hamburg, 9. Januar. (Entgegnung.) In Ihrem- Blatte No. 1 befindet sich "eine Privatmittheilung aus Hamburg, welche hiesige Vorgänge derartig beleuchtet,' daß es mir und jedem Freunde der Wahrheit nothwendig erscheinen.muß, den Leser Ihrer Zeitung mit dem wahren Sachverhalte derselben wertraut M - machen und ersuche ich Sie -daher, -als Vertreter eines: