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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1862-01-14 · Heft 3 (14.1.1862) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
26 (1862)
Issue
Heft 3 (14.1.1862)
Date
1862-01-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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26. Jahrgang. All g e m e i n e 3. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 14. Januar 1862. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in 1*/» Bogen. Preis des Jahrgangs 2 Thlr. 20 Ngr. Halbjährig 1 Thlr. 5 Rgr^ Vierteljährig 17^/r Ngr. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr.. für i/i Bogen 3 Thlr., für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Post» ämter und Zeitungs . Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpeditivn für beide Letztere hat sich das Königs. Sachs. Haupt »Zcitungs-Bureau hierunterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Wider die Protestantische Kirchenzeitung No. 46. Is. — Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: D e u t s ch l a n b : Aus Südbaden, Weimar, Hannover, Büdingen, aus dem obern Kinzigtüale, Stuttgart. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Däes. Die 'Schwerz: Zürich. Leitende Artikel. Magdeburg, 5; Januar. Wider die Protestantische Kirchenzeitung Vo. 46. II. Der Verfasser jenes Artikels will sich den Schein geben, als ob er nach dem eigentlichen Gedanken der jüdischen Cultusreform suche, und von diesem aus die letztere beurtheilen wolle. Zu diesem Ende reißt er, wie im Anfänge seines Aufsatzes aus Frankfurters Predigt, so hier aus einer kleinen Gelegenheitsschrist Geiger's eine Stelle aus dem Zusammenhänge heraus, um sie zum Eckstein seiner Beweisführung zu machen. Geiger sagt nämlich: „Die Juden waren blos vorübergehend ein Volk, ihr Beruf war und ist nicht ein nationaler, sondern ein religiöser, daher, wie der einer jeden Religion, ein kosmopolitischer."^) Nun, sagt M. M., ist also der Gedanke . *) lieber den Austritt aus -dem Judenthume. Sendchreiben an Herrn M. Maaß. Breslau 1858. S. 27. der jüdischen Reform^ daß das Judenthum nicht nationaler, sondern kosmopolitischer Tendenz sei) nun habe aber der jüdische reformirte Cultus noch sehr viel Nationales an sich, und entspreche folglich dem Bewußtsein der gebildeten Juden nicht. Dies ist die logische Folgerung des Herrn M. M., bte natürlich fallen würde, sobald ihre Voraussetzung als eine irrige sich herausstellt. Hat aber Geiger sich mit jenem Satze über die jüdische Reform und ihren Gedankeninhalt ausgesprochen? Nein. Er wollte vielmehr das ganze Judenthum in allen seinen geschichtlichen Phasen als kosmopolitisch bezeichnen, und, wäre sein Ausspruch richtig, würde er noch kein Kriterium für die jüdische Reform, sondern für das gesammte Judenthum von Moses an bis heute abgeben. Herr M. M. zieht also diesen Satz bei den Haaren herbei, um sein Urtheil über die Cultusreform scheinbar begründen zu können. Aber der Satz Geiger's ist weder factisch noch inhaltlich richtig. Und wir glauben, daß ihn wenige Juden, feien sie Theologen, feien sie Laien, unterschreiben werden, ja daß ihn Geiger selbst gewiß nicht hingestellt hat, um die ganze Entwickelung des Judenthums daran zu bemessen. Factisch ist er unrichtig, weil die Juden fast eben so lange (15 Jahrhunderte) ein Volk waren, wie sie dies nicht mehr sind, also der Ausdruck „vorübergehend" sicher unpassend ist. Nicht die Perser, nicht die Griechen und Römer waren so lange ein Volk, ein für sich bestehendes Volk, wie die Juden. Zweitens hörte die Nationalität der Juden noch nicht auf, als sie auf-

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