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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-17 · Heft 51 (17.12.1861) · p. Seite 740

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 51 (17.12.1861)
Date
1861-12-17
Page
Seite 740 (sequence 12)
Language
German
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W dargelegt haben; dennpch.äusittsm wir Ms üher Dieselben bis heute nichts üm Mn. Ausgang bcr Abgeordnetenwahlen selbst erst abzuwarten. . Ms ist bekannt, daß die Vertretung des preußischen. Volkes .nur. eine zweimal filtrirte ist, indem das Volk stlbst, nach den Steuern in drei Claffen getheilt ist, von denen jede eine Anzahl Wahlmänner wählt, welche Wahlmänner dann erst den Abgeordneten wählen. Kommt nun hierzu, daß so mancher moralische Druck auf die Wahlen ausgeübt wird, so bleibt es fraglich, wie weit sie als lebendiger Ausdruck des politischen Volkslebens angesehen werden konnten^ Factisch.stellt sich dies denn auch diesmal heraus. Während die Wahlbewegung noch innerhalb des Volkes schwebte, zeigte sich überall, eine vorwiegende Neigung für die sogenannte. Fortschrittspartei, und in allen Berichten hieß es, daß die Wahlmännerwnhlen zu Gunsten dieser Partei ausgefallen seien. . Die nunmehr stattgefundenen Wahlen zeigen aber, daß die Mehrzahl der Wahlmänner für die sogenannten konstitutionellen Candidaten, d.h. für die Fraktion Vincke gestimmt. Kommen nun die Abgeordneten zusammen, so werden sie unstreitig wieder eine Stufe höher gehen, und gut ministeriell werden. Das Abgeordnetenhaus wird demnach eine kleine Rechte, eine ziemlich gemäßigte Linke und ein ungeheures ministerielles Centrum besitzen. Es ist daher voraussichtlich, daß die Sache der Juden, d. i. der Verwirklichung von Art. 4. und 12. der Verfassung, auch von dieser Legislatur nicht gefördert werden wird, und Staatsdienst und Lehramt wird eben so verschlossen bleiben, wie dem jüdischen Cultus jede Anerkennung und Unterstützung untersagt. Auch wird schwerlich das Herrenhaus eine Modifikation erleiden, und somit jedem Fortschritt der Riegel vorgeschoben sein. Die politischen Motive zu diesen Vorgängen zu erörtern, ist hier nicht der Platz, liegen auch durchaus nicht tief. Was aber unsere Glaubensgenossen selbst betrifft, so haben sie, was ihre eigene Angelegenheit betrifft, einen guten Theil sich, selbst zuzuschreiben, da sie, selbst da, wo sie wesentlichen Einfluß auf die Wahl üben, nirgends die Energie, auch für sich selbst‘ einzutreten, bethätigt haben. Es geht ihnen wie dem gesammten preußischen Volke, aus lauter Rücksichten und Befürchtungen geben sie ihre eigene Sache hin. Kozmin, 1. December. (Privatmitth.) Binnen vierzehn Tagen feierten wir hier zwei goldene Hochzeiten, zperst JostPhH oj oyMetzMeMreHMWtgm MnkWW ganz.M Stillen. geschqh-?, dann die:des Herrn Meyer G o ld bäum, welche-Mit;-allgemeiner Theilnahme sehr festlich begangen wurde>,-da der-/Ju< bilar. sich:, durchseine mngeheuchelte- Frömmigkeit und thatkräftige Wohlthätigkest, die er ohne Berücksichtigung des? eonfesponellen Unterschiedesan allenKranken mnd Leidenden übt, sich die Achtung und Liebe Aller erworben hall .; ,■ ...... i\ i i‘:,f Frankreich. Paris, im November. (Nach den ^rod. isr.) Die Akademie der schönen Künste hatte in ihrer jüngsten Sitzung den Preis von 2800 Francs Rente zu vertheilen, welche vom. verstorbenen Benoit Fould gegründet worden, um unter zwei junge Israeliten getheilt zu werden,, von denen der eine Bildhauer und der andere Maler, und deren Befähigung es verdient, aufgemuntert -zu werden. . Diese Rente soll Beiden fünf Jahre langgegeben werden. Auf die Präsentation des Centralconsistoriums wurde die eine dieser Pensionen dem jungen Bildhauer Soldin bewilligt, diejenige für einen jungen Maler wurde zurückbehalten. (Das statt-' zösifche Centralconststorjum scheint also nicht der Ansicht zu sein, welche Herr Dr.; Adler in London und Herr Hirsch in Frankfurt a. M. neulichst in resp. Gutachten abgegeben^ daß kein Jude Bildhauerei betteiben solle. Der sel. Moses Sopher hat freilich die entgegengesetzte Meinung ausgesprochem).--. Seit ungefähr einem Monate hält sich in Paris ein polnischer Jude,! j Namens Mieszkowsky, auf, ein früherer Steuermannaus Danzig. Er war genöthigt, sein Vaterland in Folge der jüngsten Ereignisse zu verlassen, und ging nach Paris, um hier ein System der Luftschifffahrt! prüfen zu. lassen, welches er erfunden hat, und durch das er die so oft ventilirte Aufgabe, den Luftballon d.irigiren zu könnengelöst zu haben glaubt. Im Klei-! nen ist der Versuch geglückt, und der Minister der öf-! fentlichen Arbeiten hat eine Commission zur Prüfung; ernannt. .... Rußland. Warschau, 22. November. , Der StaatStath ' -hat bereits, wie .es. im heutigen'ofstciellen ^,Dziennik^- angezeigt wird, seine Verhandlungen über' die Juden-'-

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