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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-10 · Heft 50 (10.12.1861) · p. Seite II

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 50 (10.12.1861)
Date
1861-12-10
Page
Seite II (sequence 18)
Language
German
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— II — ligeysM ist 4M Ech in der MhD vieHöWDoie^OAr 3ö.?-n KoniHvebg mchÄteW)rntaKw semese Vaters äufbewahrt!>/Herr W. in Franrsärt ndnnt dies VerarbeitenNachdem'er'nun das Gdbiet der alten Kirchentonarten verläßt, auf dem er nicht sehr heimisch zu sein scheint, Maat er: „Wo will Herr Deutsch denn die Synagogengesänge Herholen? Etwa aus der katholischen Messe oder aus^dem evangelischen Gesangbuch?" Auf Grund dieser MgeHebew nur ihntz hiermit ein Armuthszeugniß und empfehlen rhn Mens'die einige abgebrauchte alte Melodien liegen haben; mögen sie sie ihw zum „Verarbeiten" oder zum „Aufputzen" mittheilen. . ,,..WZr...abqr„stagen Herrn..,W.> wo Habest.,denn -Alle, .die -seit WMMenfchdstiiM/M'MSynagoge" ^/schrieben Und Mt. 'über 1.W'' kleMr.e /Md'..gröMe/'MüagogenMer geliefert. Haben, Hon denen.. kaum.der zehnte Lheil alte Melodien. behandelt, ihre Cpm- Hositiönen/ hergeholt?. Er beruft sich aufSulzer, der/ es nicht verschmäht, am. Neüjährstäge ein. sogenanntes /Recitativ vom älten W/ vorzutrügen..- Vorher räthen . wir aber Herrn. W.> sich wie Sulzer ünsterbliche/Verdienste'um dieVeredlung des Gottesdienstes . zu erringen/ dann wollen wir. auch ihm eme ähnliche Schwäche gern Nachsehen. Eine Schwache" aber müssen wir es Nennen, wenn Sulzer,, der Schöpfer -des neuen Synagogengesangs, dieser auserwählte EhasaN, dieser Originelle, dieser Unnachahmliche, dem ungebildeten Theile seiner Zuhörer, der freilich seit 10 Jahren mächtig' angeschwölleN ist, derartige Conccssionen macht. Es . ist hier nicht der ' Ort," eine' 'VdrtzleichuNg zwischen'Sulzers Arbeiten ,und deUen seiner Nachfolger oder'Nachahmer anzustellen, aber/beiläufig wollen wir Nur' bemerken, daß' Sulzer schon vor 3/0: Jahren, edlere Anschauungen, -musikälLsch-ästhetischere Bildung uNd/meht./.künstlerifchen Sinn., gehabt,' als seine Nachahmer, die heute noch in dem Wahne/leben,' ein nichtiges, Musikalisches Rechencrempel gieht ein. passendes Synagögenlied, die'- Originalität aber . könne.' d.M ^judiHeM/Gottesdienste gär nicht erhalten Mib.eN,. wenn ihm/ die/ bärbärischen/Elemente nrcht für'alle Ewigkeit feitt...consdtt.' lw^rd'en../ Herr Ml. erzählt uns ferner., daß Sulzer/ überhaupt. Mit „Nngeheürem. Interesse",die alten Melodien sammelt^und. verarbeitet. . Dagegen wollen wir nur die eine bekannte Tlm.tsache. anführen,, häß. Sulzer , ,in den 150 Hummern seines Schir' ZioN nur/ 2/lNo//67/ünd/107) in dem von mir be-- zeichneten. barbarischest Styl /componirt/ hat, um sein Werk gewissermäßen, zu. / nippiren.Außerdem besitze M-'über 100 Numme'rn'/von.ihiu, die ich selbst im'Jahre. 1843,."als,ich das Amt des zweiten/Cantors/am Wiener Tempel versah, aus .den/Stimmen in. Partitur brachte/ Die Stimmen./lagen /dazumal 'chaotisch d.üWmMhM^M'orfM'.'' und/ ich rettete durch Anfertigung, einer Partitur .' so Manche. schöste^ Cömpösitiön, die. sonst vielteicht. verloren > gegangen wäre, und gab auch so die erfte. Anregüng zu ttnxr/verhältstißmäßig großen Verbreitung derselben, da seit mehreren Jahren,/viele / Abschriften dätzön circuliren/. ' IN diesem Mänuscript aber befi.nden/sich außer 2 alten Melodien, die nicht einmal" sorgfältig bearbeitet sind, lauter Original - Compofitionen, und-mitunter solche,, die den besten.des.Schir Zion anzureihen sind. Mit ivelchem Rechte : citirt. nun Herr W.'' Sulzer als Gewährsmann für die Vörtrefflichkeit alter Synagogenmelodien? . / Z...:ÄylN''' Kip/'HM.'H// ftrner. vorwirst, daß ich die alten Melodien aus der. Synagoae/ verbannen .will,..so. ist das geradezu unwahr, denn 'ich Habe hereltss vor. mehreren Jahren' in. der Dil Frankel'schen Zeitschrist .für. /sie dast Wort' ergriffenund habe sie in' No. 5 dieser BlätteL am' Schluffe. .näher bezeichnet und empfohlen;. .aber.freilich nenne ich nicht, wie/Herr W.'/ alte Ausgeburten eiNer kranken Phantasie und eine jede noch so barbarische Phrase,/die irgend. .eiN unwissender- Vorgänger sich- Lnden Bart gebrümmt hat, alte Melodien. ' Alte Melodien . nennt man die ShuagogÄ-Jntonatipnen / von.denen Manche. sich bis. auf unsere : '/: ,:Z n:?v: r,!::-; fr;:/::'" - ■ t-1r: -,r: -/r-. :ir :; :/ -!-; ,f‘■ -'Zeis WM abe. ZSolchV-siMeK auW dre^Snlzermiit wähE^?Mstl^MM Sinn und feinem Geschmack Learbertet hat. HerrnW. Mmeln auch die von mir verworfenen Melodien an und er säats es/siecke in ihnen, ein Stück Judenthum; das ist aber ein trostloses Stück Judenthum, welches sich so manifestirt und wir werden es ohne Bedauern mit den.Mlovien schwinden sehen, welche weder durch isie SyNagüge Moch/durch ihr Alter ihre Weihe und Würde behaupten konnten, nachdem sie durch Entartung ihren innern Gehalt eingebüßt hatten. Endlich sagt Herr W., der katholische Gesang rst vielleicht dem Tempelgesang entsprungen, dieser vielleicht. wieder..dem. griechischen Gesang,; uyd .da .chep,/katholische Herr W. i?i Königsberg', vielleicht..ReM^baß Mch'unfM' Gesänge dem/ griechischen Shsiem.anaehören.i/,D,Lesep,ganze Hypothesen-Bäü. ruhet auf der. irrigen Meinung,?bäß griechische arten und.'Kirchentonarten 'identisch'. 'sind, mnd sällt - auch. iuNiW zusammen,, sobald z man. weiß,' daß nach, neuen 'Forschungen/ beide Nichts mit einander geintin haben.' Sinb'unsM.Melodien/bem griechischen System entsprungen, . eine, Vermuthung,' die /ich ja selbst bereits ausgesprochen, dann haben/sie mit den Kircheyto^ arten . Nichts zu schaffen^^ und,/gehören ,einem SystM än, das M 200l) Jahren verschollen - ist. Schließlich/sei/es/mix. gestattet/ Möch den V'örwü'rf des 'Hirm'W.'..rurüGuvreism,/. mK.'Hem er.Wne Erwiderung einleüet., Er .wirft, mir vor,/, daß, ich/die Schattenfeiten .der,'Weintraub'schen/ Hesänge. / hervörgehoven/-häs aber mit' Stillschweigen Übergängen habe//' Der,Zweck aber meines, Aufsatzes wär /', über, denWerth iunserer/ Pationälmelodien,' seit / lange. schon Gegenstand. 'der widersprechendsten- MthW./unh/ Meinungen geworden sind, rufsgenossen zu v.erbreiten,... weil "K überzeugt,bM/, daß der -größte Theil unserer alten Melodien,: bie-Äurhe^unseres /Aottesdrenste^ beelnträchtigen und daß selbst, her Laie ' es. suhlen Musi - Pie Mrend, sie für diejenigen .sind, /die in.'der Synagoge S-rsimlüng sinh nicht Zerstreuung. suchm./ /Weil.'U'-üherzeugtHin/, daß die W Weise, einer gedeihlichen Entwickelung ‘ des , SynägogengefängM hindernd in den Weg treten wird, und .haß' wlr/no'ch'wrM/äydM Hindernisse noch nicht so allgemein/und, sichMüberwunden/hähest^ um diejenigen ruhig gewähren lassen// zu können / /die dem /herligen Werke der Veredlung unseres Gottesdienstes durch//Bechh-/ Haltung oder Wiedereinführung/ barbarischer. Gesängä vWiegenarheiten. Zu den fraglichen Äst'elödissn habe/ich eimge/BeMielä aus /den Weinträub'schen .Gesängem angeführt,, weil , sie//die bestem Belege fstr Meine Behaüptung/'abgeb.en!/ und.ich solche .sonst/nir-- gends. vorfand'., /Eine/Kpitik /der, .W/Wn /Gesänge-Habä/M schon .deshalb.. vermieden, weil ich/ eine., solche Mir ,im Zusammen-. hange...mit; einer Beleuchtung/ unseM.seit/ 40.Jahren'/erschreMrlew Synagogengesänge, für,/spater. Vorbehalte. .'Was/aber/.dieMe/ Weise und. die. MelodieM/des ^Schrre. Schelomo!betrissk/ wollM wir /den großen Fleiß mrd Vje/Ausdauär des Herrn -Md/vot; Allem/seine kindliche.Pietät für. die Eonpositionen sseines'PälM hiermit, anerkennenauch.,, mögen., dieselben sür..^^^RarltLten.-/'LiK- Haber, . zu welchen, auch Schreiber/ dieses gehört,// vM Änteresse. sein.; auch/ dürfte so mancher . polnisch -jüdische^Dilettänt/seina Haüsmüsik.' dstxch' .sie .bereichern ♦; endlich auch . mögen sie' auM-/ wahrt'/bleihen' als, ein Denkmal./'^^traurigster, OrlZtnmUt//)ves jüdischest/ Gottesdienstes.,// auswelchemunsere/ -Pachfölger /,m(t/ Stä'üsten// erfahren., .werden,, „welche,>perkümWM//Mnschauüngest/: ünh,solche' Gesänge /noch in der heuen Zeit/als-Mregende/ MitM zur /.Ändächt empfohlen - haben/, /Diese, Merdieyste /mögen.Hevcn. W.,,in, Königsberg Mubcstrittenchleiben///unh/äuch'hafür/^gehsthM ihm/unser ,Dahk, nur-müssen/ wir, .ernstlich hitteM^ie AynagoM» Mit/solchen 'Cüriositäten für immer zü .verschynen'/ \,// r- \ ,3.-/ ■ . Breslau, im Octuber.. •••v■■■:■". rn;,-/ ’-ri lau ry>UjVM< jjüufJjrf; -•/■;(,- .:: r: / ■ ■■:.;i'rVr r', I; J ■;;C’j '! V;. r-J. iriVfji’J i/r.'! - i'- ,Vft.:v.:v:-; 'h-;i .VitZPI /-;: vi t:,yl!.r:n'/:/!U; «in 5-7? . li'ÄU'iilW.i*- W. /'llniVt-Ki Ji'J Druck d°» 3. B. Hirschfeld in «eixzkg.

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