Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1861)
- Date
- 1861-12-10
- Page
- Seite 725 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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und den Waisett / die nicht minder gegründeten Anspruch auf die Mildthätigkeit haben, soll auch n ach - haltige Hülfe geleistet werden; und wenn die Ausführung des Planes zu einem Armenhause, ungeachtet schon Vieles angebahnt ward, vor der Hand nicht erzielt worden ist, so wächst dagegen der zur Gründung eines Waisenhauses 'Nöthige'pecuniäre Fond allmählig am ' Die hebräische Sprache wird vonden sogenannten Gebildeten.'nicht^mchr als. .Gegenstand der Rumpelkammer, sondern vielmehr als ein Kohi-nur betracht tet, nach dessen Besitz sie zu ihrem Bedauern aus Unkenntnis seines Werthes nicht gestrebt hatten. Und wie erfreuend ist es, junge Männer, denen es komisch vorgekommen wäre, die Bibel zur Hand zu nehmen, das Buch der Bücher.nun fleißig lesen, und Solche, die eher nach Mekka zu pilgern/ als in die Synagoge zu gehen dachten, in; fleißige Besucher derselben um* gewandelt, zu sehen. Wenn es auch in der That nicht inbrünstige Frömmigkeit. D^die.-den Einen der Bibel, den Andern dem-Gotteshause zuführt — dazu gehört unmittelbare, nie vom Zweifel zersetzte Empfindung — so liegt doch schon in dem nach dieser ‘ Seite hin geweckten Sinn und . Ernstein nicht gering Mzusttzlägender Gewinn.. - .; i,; Diese Thatsachen stellen den Leistungen unseres Rabbinersein inhaltteicheres Zeugttiß aus, als Worte es zu thun im Stande sind. — Freilich erstrecken sich seine Wirkungen noch nicht auf die ganze Judenheit Odessas. Der Chassidismus wird von derwör'sich gehenden Gestaltung wie von ganz außerhalb seiner Sphäre sich zutragenden Begebenheiten berührt. Er steht in allen seinen Anschauungen noch zu fern von. dem Höhepunkte der Zeit, als. daß er eine, endliche Berührung mit den neuen Ideen ahnen oder ihren Einfluß auf seine Denkungsart fürchten sollte, und sicht daher in allen neuen Erscheinungen nur Gegenstände des'Spottes/bei'dem er es übrigens auch bewenden läßt. Unsere Orthodoxie hingeben /- von den Ansprüchen des Lebens mehr oder weniger aus ihren Verschanzungen herausgelockt, bietet dem Geist des Fortschritts mehr Angriffspunkte dar, und muß daher kämpfen. Da sie aber nicht, wie manche ihrer Schwestern in der Fremde,^ auf dem Boden des Princips, sondern auf dem der Gewohnheit kämpft, sso nimmt mit der Erbitterung über jede noch-so bedeutungslose Niederlage ihre Hartnäckigkeit zu. Sie liegt-jedoch zu hart an den Grenzen des eroberungssüchtigen Fortschrittes, als daß-sie MfdieDaUesMiVttstehen könnte, und dies um so weniger, als der größere Theil ihrer jungem Generationen ein Bundesgenosse ihres. Feindes ist. Diese Orthodorie, die sich andererseits— und um das Gleichniß fortzusetzen um so mehr den feindlichen Angriffen aussetzt, als sie die Stellung des Chassidismus gleichsam maski^t hält, diese Orthodorie wird dem Zeitgeiste zwar allmählig, aber sicher immer mehr Rechte zugestehen, wenn nur die Sieger, mäßig fortschreitend, das Schroffe in den Forderungen und Zuviel auf einmal mit gebührender Rücksicht vermeiden werden. — Von dieser Ueberzeugung durchdrungen und den Einfluß nicht verkennend, den unsere Gemeinde, als die moralisch bedeutendste, auf ihre Schwestergemeinden. in diesem Lande ausüben muß, sucht Dr. Schwabacher Alles zu umgehen, was Trotz Hervorrufen, und Alles anzuwenden, was einen spontanen Anschluß an den Fortschritt bewirken könnte, ohne es jedoch an Energie feh'en zu lassen, wo es darauf ankommt, die religiösen Amphibien zu bekämpfen, die nach Umständen in . je zwei sich berührenden Elementen abwechselnd leben. •. r.-.v : - ' Art dem Erfolge dieses Strebens unseres Rabbiners, in so fern er von den subjectiven Bedingungen abhängig ist, können nur Diejenigen zweifeln, die vielleicht aus persönlichen Gründen in dem bloßen Zweifel schon eine gewisse Genugthuung-finden. 8. Ä n z e i g e n. Baean z. Da unser Rabbiner, Herr 0r. Rothschild im bevorstehenden Frühjahre einem anderweitigen Rufe folgen wird, so suchen wir alsdann einen'Rabbiner, oder Prediger, der ein tüchtiges Rednertalent und ein kräftiges Organ besitzt, und werden^ demjenigen Bewerber den Vorzug geben , welcher bei gleicher Befähigung erbötig ist, an dem höher» , resp. Fortbildüngs - Unterrichte sich in etwas zu betheiligen. Fester Gehalt: 600 Thaler, ercl. Emolumente für einige rabbtnische Functionen. Um der religiösen Ueberzeugttng keines Aspiranten zu nahe zu treten, bemerken wir, daß unsere Gemeinde dem zeitgemäßen Fortschritte zugethaw ist. Gesälligm baldigen'Mek.vttngxn wolle'nmn'beglaubigte Zeugnisse beifügen. .' ' Aachen, den.22. November 18.61._ Der Vorstand der Shnagogen - Gemeinde«