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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-12-03 · Heft 49 (3.12.1861) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 49 (3.12.1861)
Date
1861-12-03
Page
Seite 700 (sequence 2)
Language
German
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U W Zöllin^erLber „KixD^ hrmtgEnD HK deren deren Anregung aus dem neuesten Werke des Herrn Jöhayn Joseph Ignaz v^n PapKMnEfDiv ÄiWbenMat lichtNeBretzesiM MMttvhRuM dlt# gelle«er) stellung unfähigen Feder vielen Lesern Ihres Blattes sicherlich willkommen ist. Doch zuvor bin ich Ihnen den Grund der Frage schuldig. In dem^^KrkoÄ^ÄEder MWiW MigiMlMnd Secten, welches der berühmte ketzerfeindliche Doctor mit gewohnter magischer Kunst an unfern überraschten Äugen vorüberführt, ist zwar des GöttesglaubettDrrstgebo-i rene Tochter, das Judenthum, die Niobe der Religionen, keines eigenen Platzes gewürdigt, ,aber gaziz vergessen ist sie nicht. In dem Hintergründe des^ lüstern Bildes'MelMs^d^ Reicheis därzüstellenisucht,hat der gewandte Meister die unsterbliche Dulderin flüchtig angedeutet ■; — mit einem Pinselstriche, — jedoch genug, um von ihr abzustoßen. <Zo..^sin^en wir dort.um, was. Seite^ 202,, .2^4 ^-22^ un!) 27l wikderhoÜ^M,' zusammcnzüfaffen,' die' Betrach-' tüng,' der 'Calblnismus '"iN° seiner düsternfreudelosen Frömmigkeit habe den christlichen Sonntags -züui^jüdifchen-.S.aibbathuoder! zur judaistischen Sabbathset er -mmgewandelt.?Md. damit den . Armen ein drückendes, Joch aufgelegt, die arbeitende Claffe brutalisirt, die Consumtion der gebrannten Getränke verstärkt, den Kindern das Spielen und Lachen verboten, die Poesie, den rApatziergang zerstört u. s. w. ‘ Nun ist meines Wissens der jüdische Sabbath „den unglücklichen Kindern der Verfolgung", namentlich den armen Kerkergenossen der Ghettos, immer erschienen ähnlich einer gnadenreichen, heitere. Gaben .spendenden Prinzessin, — ähnlich der gütigen Fee des Märchenbuches, verklärj^und „verklärend, vomhem, Gegolten jedenb.öftn Zauber des täglichen Lebens' verscheuchend, ihn'erlösend und beglückend, r— als verkörperte Poesie — „sie brachte Blumen mit und Früchte, gereift auf einer andern Flur"; — aber niemals;ist.meines, Wissens der^ jüdische Sabbath erschienen als die Furie der gebrannten Wasser, als Unterjocherin des Geistes,, als Fpeuden störerin, niemals Diebegeisterten, Klänge,; welche Jehuda; Halevy seinem weihevollen Saitenspiel entlockte, haben keine Me- We zur Muse gehabt! Jedoch, ich könnte mich täuschen. Gestatten Sie^ mir daher''jetzt die bewußte Frage zu stellen: —„Ist die jüdische Sabbathfeier eine so düstere, verderbliche, wie der berühmte Herr Döctor^Johann Joseph Ignaz von Döllinger zu glauben verführen könnte.? |^%fi Mti Wir halten uns uberzeugt, daß Herr 6. 0. den jüdischen Sabbath nicht blos aus Döllingers Kosmorama und Heines Romanzero, sondern aus dem wirklichen DbenIEPMMsMvaDchE^NZ^ÜIDWRNWo Leser im Auge hatte", da er diese Frage an uns richtete. Denn einem^Jüden, der nicht etwa allen jüdischen Kreisen fern ,Jp|eje -Kgge.-.Sar nicht einkommen, sie ist ihm von vorn herein entschieden. Zu oft haben die neueren Juden ihre Sehnsucht nach der altjüdischen Sabbäthfeier 'ausgesprochen, um den Werth und Gehalt die- »ser-'zweifelhaft-'zll^laffen^^Wir^-fagen^di^^neueren^Jildenohne" die' sogenaNnteN Drthodoren nuszunehmen, denn auch diesen ist, wenigstens in den großen Städtenher patriarchalischeCharakter und Glanz des alten Sabbaths abhanden gekommen, und die alleinige Beobachtung der strengen''Vörfchrift ^änn^Ai'cht däfür' en'lschadigen. Allein Herr Döllingeriisti in jener AuffaffüNtz ^ünd' dem abspre?- chenden Urtheil, hinsichtlich, des. jüdischen Sabbaths mich't originell) er ^wiederholt,nur „eine, stehende Phrase her deutschen Christenheit, wie etwa die, vom „jüdischen Gott der Räche, vom Mangel der Liebe" u. ,f. w., so daß es wohl der Mühe Werth ist',' einmal näher darauf einzügeheü. Doch züvöh noch hiNe BömerküNg^ Wir Deutsche beklagenUns' öftersdaß andereVölker-'etwä die Friin^ zosen, die Engländer, in unbescheidenster Weise: über? uns absprechen y aber wir belieben nicht 'zu bemerken, > daß wir uns nicht selten auf das hohe Pferd setzen und, über dft gedachten Nationen wie über Schulknaben aburtheilen. Die Engländer besitzen die persönliche und politische Freiheit ' Mehr Jährhünderte,: 'als' wir Festländer Jährzehende; dieselben Engländer: wissen AoN dieser Freiheit den ausgedehntesten und vernünftigsten Gebrauch zu machen, und sobald ihnen irgend Etwas lästig oder gar drückend wird, werden so viele Vereine gebildet, Meetings gehalten, Petitionen geschrieben, in der Presse der Mund voll aufgethan ) daß über kurz oder lang, was ihnenunangenehm oder schädlich scheint, über -Bord fallen muß. Halten also die Engländer eine Sitte, eine Einrichtung, ein Gesetz Jahrhunderte lang-fest , conserviren sie diese -trotz aller Zeitströmung, so müßten wir Deutsche doch voraussetzen, daß es damit nicht so trist, so erdrückend, so lähmend sein muß, wie wir es uns vorstellen, und daß das Geschrei der Ultramontanen und Ultraradicalen doch

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