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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-11-05 · Heft 45 (5.11.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 45 (5.11.1861)
Date
1861-11-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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23. Jahrgang. 91 I I g e m e i it e 43. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 5. November 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, i» l'/s bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22*/a> Ngr. Inserate werden mit lVa Ngr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für Vs» Bogen 3 Thlr., für Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt - ZeitungS - Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Unser Verhältniß zur protestantischen Kirche. I H. — Zerstreute Bemerkungen. — Pariser Briese. VIII. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten rDeutschland: Hamburg, Ruppertshofen. Preußen: Berlin, Königsberg, Frankfurt a. d. Oder, Breslau. Oesterreichischer Kaiserstaat: Pesth. Die Sch w eiz: St. Gallen. H oll an d: Zwolle. Italien: Florenz. Leitende Artikel. Magdeburg, 27. October. Unser Verhältnis zur protestantischen Kirche. III. Vor Kurzem erschien und wurde vielfach verschickt eine Rede des Predigers Dr. A. F. Pstavel, die er am 30. August 1855 vor der „evangelischen Alliance" in ihrer Versammlung zu Paris gehalten und jetzt erst erscheinen ließ. Sie führt den Titel: „Israel, Peuple de l’Avenir“ (Israel, das Volk der Zukunft"). Der Verfasser ist in der That Keiner von Denen, welche Israel als ein von Gott verfluchtes Geschlecht ansehen, an welchem das Verdammungsurtheil Gottes mit allen möglichen Qualen und Bedrückungen auszusühren, das Recht, ja sogar etwa die Pflicht der Christen sei — man weiß, wie oft und lange unsere Gegner, nachdem sie uns.positiv nicht mehr verfolgen konnten, das gedachte Motiv als Argument gegen die Gleichberechtigung der Juden gebraucht haben. Im Gegentheil, kaum daß der Feder eines Juden selbst das Lob und die Anerkennung seines Stammes in beredterer Weise entfließen könnte. Führen wir aus vielen Stellen nur einige an. „Israel ist ein Volk, welches Gott sich Vorbehalten hat, um ihm eigens anzugehören. Israel, das Volk für sich, das unsterbliche Volk, hat zum Könige den Ewigen, den Ewigen der Heerscharen." — „Höre, Israel, der Ewige unser Gott, der Ewige ist einzig." Dieses Losungswort, diese Signatur der israelitischen Treue haben die grausamsten Mißgeschicke, die schrecklichsten Verfolgungen, die tödtlichsten Beleidigungen, ein Eril von zwanzig Jahrhunderten nicht auS seinem Munde zu entfernen, nicht aus seinem Gedächtniß zu verwischen vermocht. Es giebt keine Prüfung, welcher seine Beständigkeit, sei es von Seiten Gottes, sei es von Seiten der Menschen, nicht ausgesetzt worden, aus jeder ist es siegreich hervorgegangen." — Auch der Ansicht vieler christlichen Theologen, daß das Judenthum seit achtzehn Jahrhunderten eigentlich tobt und das Volk Israel eine conservirte Mumie sei, die bei nächster Berührung in Staub zerfallen werde, ist Herr Pstavel nicht, sondern im Gegentheil hält er Israel einer großen Zukunft aufbewahrt, in welcher dessen rechtes Leben erst beginnen werde. Er verlangt, daß man den Juden überall gleiche Rechte einraume, daß man ihnen die unbedingteste Bruderliebe bethätige, ihnen aller Orten aufs Wärmste entgegenkomme, sie für die vergangenen Leiden entschädige,

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