Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1861)
- Date
- 1861-10-29
- Page
- Seite 638 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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einer der bevölkertsten Straßen Neapels) zur Linken jenes; des Prinzen von Syrakus, Oheims des frühem Königs- Francesco Borbone, der vor kaum einem Jahr zu Pisa! verschied. Daselbst vereinigen sich fett einiger Zeit die' in dieser Stadt wohnenden Israeliten am Neujahrsfeste,; am Versöhnungstage und am Gedächtnißtage des ^verewigten Vaters der Rothschild? Nur an diesem Tage^ ist der reiche Herr anwesend/ da er zur Zeit der Herbstfeiertage beinahe immer fern von der Stadt weilt. Im erwähnten Palaste also versammeln sich unsere Glau-' bensgenoffen in geringer Anzahl; nicht etwa, weil sw hier nicht zahlreich sind, sondern weil sie sich nicht zu erkennen geben, und zwar, weil sie unter der bourbo- ■ nischen Herrschaft gezwungen waren, ihr Glaubensbekenntnis! geheim zu halten. Zwei Säle stellte ihnen Herr v. Rothschild zur Verfügung; den einen für die Männer, den andern für die Damen, welche zuweilen ebenfalls diese Stätte besuchen. Mitten im erstem, der sehr geräumig ist, steht vor einer Tafel der Vorsänger,^ und gegenüber derselben der heilige Schrein mit den Gesetzesrollen. Bis heuer wurden die Gebete von einem Polen und einem Deutschen vorgetragen; allein dieses Jahr hatten wir auch einen Livornesen; und so ward auch das vereinigte Italien vor Gott repräsentirt, als wäre es früherhin dessen unwürdig gewesen! Die Haltung der Besucher war die von Leuten, bei denen die Religion zum Verbrechen angesehen wurde^ und die es begreifen, daß der Tempel eine Andachtsstätte sein soll, nicht aber ein Versammlungsort zu unnützem, skandalösem Geschwätz. Nach vollendeter Andacht am Versöhnungstage wird den Anwesenden ein Kaffee oder sonstige Erfrischung angeboren. — Nun, nachdem ich Ihnen von der Gebetstätte und deren Abhaltung gesprochen, wird es Ihnen gewiß genehm sein, zu erfahren, daß unsere neapolitanischen Glaubensbrüder seit 34 Jahren auf dem schönen Hügel äol Vornero, -ganz in der Nahe der Stadt, und gerade an der Stelle, welche man für Virgils Grabstätte hält, einen Gottesacker besitzen, und da dieser bereits ganz bedeckt ist, so mietheten sie einen Strich neben dem katholischen Friedhofe. — Sie haben irrt Sinne, sich als Gemeinde zu constituiren, und hielten zu diesem Zwecke bereits mehrere Zusammenkünste. Ich werde Nicht ermangeln, Ihnen die Beschlüsse mitzutheilett, welche von einigem Interesse sein sollten." ’ Herr Cavalier Emilie Vitta von Casale hatte rm vorigen Jahre zu Gunsten'einer für die Maroniten projectirten Sammlung 5000 Francs gezeichnet.' Da jedoch diese Colleete, ich weiß nicht aus welchem Grunde, nicht zu Stande' gekommen ist, so bedeutete Herr von Vitta dem Redacteür des Teinps »öri Casale, bei dem er jene SümM gezeichnet hattö> in einem' Schreiben von den ersten Tagen dieses Monats, er habe die Bestimmung getroffen, daß erwähnter Betrag von 5000 Francs kommenden Winter zur Vertheilung von Brot und andern' Nahrungsmitteln unter die Stadtarmen ohne Unterschied des Glaubens dienen solle. . A n zeig e n. Gesucht: ein Religionslehrer und Vorbeter zu Ostern k. I. von der israelitischen Gemeinde zu Schwerin (Mecklenburg). Gehalt 250 Thlr. Pr. Crt. nebst freier Wohnung. Portofreie Anmeldungen, denen die Qualifikations-Zeugnisse abschriftlich anzuschließen sind, erbittet * der dortige Vorstand. Lehrer - und Cantorstelle. Die von uns vor Kurzem ausgeschriebene Stelle unserer Filial-Gemeinde zu Bissen bei Aachen mit einem festen Gehalte von 250 Thlrn. ist noch vacant. Qualificirte Aspiranten wollen 'uns schleunigst ihre Zeugnisse einsenden. :; -i;; iVi : ' Aachen, den 15.October l861. > Der Vorstand der. Synagogen- Gemeinde. Zur Leitung einer neu zu gründenden israel. Privat- Religionsschule in'Königsberg i/Pr., welch emitÄnem firirten jährlichen Einkommen von Thlr. 500. verbunden ist und die Aussicht auf andere Einkünfte gewährt, wird ein wissenschaftlich und theologisch gebildeter Pädagoge—- womöglich mit faculias docemli — gesucht. Meldungen werden mit Einreichung der Qualifications-Zeugniffe unter Adr. des Hrn. Levin Boernstein in Königsberg i/Pr. erbeten. Zu Ostern 1862 wird die hiesige Lehrerstelle, womit Vorsänger- und Schächterdienst vereint ist, väcant. — Diensteinkommen p. a. 250 Thlr. nebst freier Wohnung, dem Lehrer bleibt jedoch noch freie Zeit, um durch Privatunterricht sein Einkonunen zu erhöhen.~ Resiectanten wollen sich Wtex.BMgunL.',ihM-j3eugyijse.Ieim Unterzeichneten melden. , -; , Osterode a/Harz, Octöber 1861. <&&uatb *£er$et,;/:i Vorsteher der Synagogen - Gemeinde. Ein tüchtigermusikalisch gebildeter, unverheiratheter Lehrer und Cantor findet eine gute Stelle- - die 700i— 1000 Fl. Einkommen hat.' Näheres auf frankirte Briefe unter Ehiffre^ Urr. M. G. in Basel.