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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-10-29 · Heft 44 (29.10.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 44 (29.10.1861)
Date
1861-10-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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25, Jahrgang. U l l g C M eine ^4. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles Mische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 29. October 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in l'/i bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs S Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22J/2 Ngr. Inserate werden mit 1V2 Stgr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebührcn betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für 1k Bogen 3 Thlr., für V* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt - Zeitungs - Bureau hier unterzogen. Inh a l t. Leitende Antike! r Die Action im Judenthume. — Die Juden in Polen. — Zerstreute Bemerkungen. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Hannover / aus Süd-Baden. Preußen: Schneidemühl. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Italien: Aus Oberitalien, aus Oberitalien. Leitende Artikel. Magdeburg, 20. October. Die Action im Judenthume. Wenn, wie wir in voriger Nummer erwiesen, nicht die Orthodoxie, wohl aber die Reaction im Judenthume tobt ist, ihr Leben nur scheinbar, ihre Blitze nur Wetterleuchten , ihre Zuckungen nur galvanisch — so muß nunmehr der Aufruf an Alle und Jeden um so lebhafter ergehen, mit erneueten Kräften zu arbeiten, mit Thatkrast vorzugehen, um im Ausbau des Judenthums nach dem Geiste und den Bedürfnissen unserer Zeit Bedeutendes zu leisten und Großes zu schaffen, und unsere Aufgabe zu lösen, die da ist: auf dem Boden der ununterbrochenen geschichtlichen Entwickelung ein geklärtes und der menschengcschlechtlichen Cültur entsprechendes Judenthum herzustellen. Es ist dies negatives und positives Bedürfniß; negativ, um der Reaction jeden Vor- und Einwand von vornherein zu nehmen, und durch vielseitiges Wirken und Schaffen zu erweisen, daß die Erhaltung und Belebung unserer Religion zu den theuersten Zielen unseres Strebens gehört; positiv, um dem Geiste, der in uns lebt, für uns und die folgenden Geschlechter den kräftigen Ausdruck, die concrete Gestaltung zu geben. Im Judenthume ist kein Unterschied zwischen Geistlichen und Laien in Pflicht und Recht — diesen Satz, auf den man sich so häufig steift, muß denn auch die Theilnahme, die Hingebung, die opfernde Thatkraft Aller als wahr erweisen, und es ist daher Keiner im Judenthume, dem nicht die Pflicht obläge, sich durch Schaffen und Handeln als ein lebendiges Glied der Gemeinde zu erweisen. Die Gemeinden zeigen sich allerwärts sehr eifersüchtig auf Rabbiner und Lehrer, wo und ob diese die Lust zeigen, in das Leben der Gemeinden selbst lhätig einzugreifen — um so besser, wenn die Gemeinden und ihre Führer sich dadurch bewogen fühlen, einen größeren Eifer für die Sache der Religion zu betätigen. Jndeß wird es immer insonders die Sache Derer sein, welche zu Lehrern der Religion von den Gemeinden berufen sind, für die Sache dieser ihatig zu sein, Alles, was sie fördert, zu ihrer Lebensaufgabe zu rechnen, für dieselbe in uneigennützigster und angestrengtester Weife zu wirken. Wir sprechen hier eine Warnung aus, die wir nicht zum ersten Male vor- 1 gebracht; es giebt viele Rabbinen und Lehrer, die, wenn sie den engen Kreis der Functionen, die ihnen contractlich vorgeschrieben sind, erfüllt haben, sich um nichts wei-

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