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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-10-15 · Heft 42 (15.10.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 42 (15.10.1861)
Date
1861-10-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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25. Jahrgang. A l l g e f C j N C Ein unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 15. October 1861. . Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in V/i bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Bierteljährig 221/a Ngr. Inserate werken mit 1 >/r Ngr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Th I n , für >/r Bogen 3 Thlr., für V« Dogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hanptexpeditivn für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt. Zeitungs« Bureau hier unterzogen. I nh alt. - Leitende Artikel: Die Juden in Polen. — Die Judenftage im Wiener Parlamente. — Zerstreute Bemerkungen. — Pariser Briefe. VII. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Hamburg, Beiseförth, Mannheim. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Venedig, Warasdin. Frankreich: Paris. Rußland: Minsk. Tunis. Leitende Artikel. Magdeburg, 7. Oktober. Die Inden in Polen. Die öffentlichen Blätter berichten aus Warschau: „Am 1. Oktober beginnen die Sitzungen des Staatsraths. Die,ersten drei Gegenstände, die demselben zur Berathung vörliegen, sind : die Schulreform, die Zinsbarmachung der Bauern, die Gleichberechtigung der Israeliten. Die Regierung hat damit die Wichtigkeit dieser Gegenstände anerkannt, da solche in erster Reihe gestellt worden, wie denn überhaupt die Judenfrage als brennend betrachtet und von den öffentlichen Organen in dem Sinne der Gleichberechtigung erörtert wird. Man. ersieht hieraus, daß, sowohl die russische Regierung an eine gesetzliche Regulirung der Verhältnisse der Juden, die jedenfalls eine Verbesserung sein muß, denkt pnh sie 'sstp sy dringend hält, um sie in diesem schwierigen Zeitpunkt als eine der ersten Fragen zu behandeln, als auch daß die öffentliche Volksmeinung sich in der Presse zu Gunsten einer vollständigen Gleichberechtigung ausspricht. Es wäre daher auch in der Sachlage sehr begründet, wenn die Vorlage der Regierung nicht blos eine hier und da beffernde wäre, sondern einen durchdringenden und gänzlich umstaltenden Charakter trüge, damit nicht durch halbe oder Viertelmaßregeln Niemand befriedigt werde. Wir sehen natürlich die Judenfrage als „brennend" in Polen nicht blos vom politischen Standpunkte an, sondern weil die Lage unserer Glaubensgenossen alldort die traurigste auf der ganzen Gotteserde ist, wie sie nirgends .wieder gefunden wird. Gerade in Polen wäre es am Platz gewesen, daß die Emancipation der Juden einen ihrer frühzeitigsten Siege feiere, sowohl weil die jüdische Bevölkerung in ihrem Verhältniß zur christlichen nirgends wieder so groß ist, also der schwere Druck sich auf einen sehr großen Procentsatz der gesanunten Bevölkerung erstreckte, als auch weil Polen in dep That in der Vergangenheit einmal sehr gastfreundlich gegen die Juden war, und endlich weil eine Wied der polnischen Nation nur unter der Einwirkung der Grundsätze der Freiheit und des Rechts möglich wäre. Dies aber war es, was weder die Polen von 1792, ^noch die von 1830 einsahen, sondern sie hielten für die polnische Nation ausschließlich den allerdings sehr zahlreichen polnischen Adel. Erst als 1830 die polnische Erhebung in

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