Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1861)
- Date
- 1861-10-08
- Page
- Seite 598 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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einnehmen, wurde die Feier fast ausschließlich in deutsch e n Gebeten und Gesängen, und zwar letztere mit Instrumentalbegleitung, von einem aus beiden Geschlechtern bestehenden Chore ausgeführt, abgehalten. Und nachdem Herr Dr. Schwarz seine Festrede — in welcher er gegen den ■pn, über die neue Synagoge gesprochen, und, obgleich er kein .yns ist, die N2^>2 der Gemeinde ertheilt, und Herrn Abraham Oppenheim, der nichts weniger als ein Jude nach Lehmann'schem Schnitt ist, mit unserm Erzvater Abraham auf gleiche Stufe der Frömmigkeit*) und Gottesliebe gestellt hatte — geendet, begab Herr Lehmann sich zu ihm, um ihm Angesichts aller Anwesenden bei einem Händedruck ein 'aV auszusprechen. Von dem Grundsätze ausgehend, v-nxn b2 yr “nn mST rp>, wollte ich Herrn Lehmann als einen ana betrachten , der durch seine Entfernung aus der Synagoge kein Aufsehen erregen wollte, und deshalb unfreiwilliger Zeuge solcher, wie er fest behauptet, unjüdischen Betweise sein mußte. Doch, als er nicht, wie sein Düffeldorfer Gesinnungsgenosse, am Freitag inSNri nnn nfin zurückgekehrt war, und am Sabbath, Abends und früh, wieder in der Synagoge erschien, um, da Chor und Instrumentalmusik noch mitwirkten, idrron br» zu sein, und als er sogar ruhig anhörte, daß Einer der anwesenden Rabbinen zwischen nrfi und n'hp durch ein deutsches Gebet eine NPL2N gemacht, und nicht unwillig wurde, daß kein und kein dY? ->i?3r?3, und kein tüvjp gebetet wurden, da mußte ich unwillkürlich ausrufen:'Herr vr. Philippson hat Recht, wenn er behauptet : die zur Schau getragene Ultra-Orthodorie des Herrn vr. L e h m a n n ist eine Harlekinade! ', *) Wie Recht hat — um einen bekannten talmudischen Spruch nicht anzuführen — Virgil, wenn er sagt: Quid non mortalia pectora cogis, sacra fames auri. Man braucht also nur freigebig zu sein, um von der Neu-Orthodorie heillg gesprochen zu werden. (Ist das auch gesetzestreu? Vgl. Aboth 3, 15.) CoblkNZ, 23. September. Die Worte des Mäimonides, daß die Töne des Schofar gm Rosch Hoschanah uns mahnen: nnn'n inaurri bvr, scheinen dem Herrn vr. Lehmann zu Mainz nicht beachtenswerth, und die zehn Bußetage üben auf ihn keinen lauternden und bessernden Einfluß. Folgendes liefert für diese Behauptung den unumstößlichen Beweis. In No. 37 des „Israelit", welche am 1i. September, also am 7ten Bußtage erschienen ist, bemerkt Herr ve. Leh mann bei Nennung meines Namens: „Bekannt durch Einführung einer Instrumentalmusik anstatt des Schofars an Rosch Hoschanah." Wie viel Wahrheit in dieser Anschuldigung liegt, zeigt die Stelle in meiner jüngst erschienenen Broschüre: „Die Gottesdienftweise in der Synagoge zu Coblenz", welche den Gebrauch des Schofar bespricht. Daselbst heißt es Seite 19 und 20: „Dem gewiß nur hochheiligen Act des Schofarblasens die alte Weihe wieder .zu gewinnen und ihn zu einer erbaulichen und ergreifenden, Handlung werden zu lassen - hat folgende Einrichtung bewirkt. Der Spin nimmt seinen Platz auf der Chortribüne, also hinter der Gemeinde. Nach dem Absingen eines feierlichen Chorals spricht der Rabbiner ein deutsches Einleitungsgebet zu beit mypn, die hohe, religiöse Bedeutung derselben darin hervorhebend. Es folgen die rii2->2, welche vom Vorbeter unter Orgelbegleitung recitirt werden, und dann die üblichen Töne u. s. w." Dem Herrn Dr. Lehmann habe ich daher folgende Entgegnung zur Aufnahme in das von ihm redigirte Blatt mit dem Bemerken zugesendet, daß ich mir bei Verweigerung des Abdrucks weitere Schritte Vorbehalte. „Herr Dr. Lehmann fügt in No. 37 des „Israelit" meinem Namen die Bemerkung bei : „Bekannt durch Einführung einer Instrumentalmusik anstatt des Schofars an Rosch Hoschanah." Thatsachc aber ift's, daß in der hiesigen Synagoge sowohl am ersten, wie am zweiten Tage des Rosch Hoschanah zu min® und ju cjoiw die üblichen Töne des Schofar geblasen werden, und daß noch im verflossenen Jahre das beste der misnö, welche ein Herr Mayer zu Worms vorräthig hatte,"für unfern'Gottesdienst angeschafft wurde. Die Behauptung des Herrn vr. Lehmann, daß ich an Rosch Hoschanah nicht mit dem Schofar blasen lasse, ist daher mehr als eine gemeine Lüge, sie ist eine niederträchtige Verleumdung. Ben Jstairl, Rabbiner." Annonce. Schöne Mai-iw w -Käse werden unter Betragsentnahme pr.Pfd. 5^/2 Sgr. versandt von Ben Spier in Rees am Niederrhein. Für die Abgebrannten in Zerkow. Wolf David Abrahamsohn in Esens 1 Thlr.; Lehrer Ollendorf ges. zu Berg heim 5 Thlr.; Lehrer Abraham in Hohenhausen bei Detmold 1 Thlr. — Gesammtsumme 29 Thlr. 33/4 Ngr. Die Redäetion. Dem erk ungen. Von Herrn Cantor Raimund Jsaac in Worms., richtig angekommen. — Von,. HerrnBlu menfeld in Emden richtig erhalten. ' ' Die Rebaclion. Jüdisches Volksvlatt No. 40. Die Nekomoh. —. Bilder aus Ungarn. — Einige geschichtliche Notizen. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Vierteljährig '/* Thlr. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von Z. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteurr K. Nabe.