Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1861)
- Date
- 1861-10-01
- Page
- Seite 583 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226256-3226297--19781-3248816- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Frankreich. Nancy, 8. September. (Privatmitth.) Es ist nicht immer ein Act selbst, welcher diesen bemerkenswerth macht, als vielmehr die Art und Weise dieses Actes. So wird die jährliche Prüfung und Preisvertheilung unserer Rcligionsschule durch die von dem Vorsteher des Schulamres, Herrn Levy-Bing, gehaltenen Reden in der That zu einer denkwürdigen Erscheinung, wie dies die hiesigen Zeitungen selbst anerkennen. Bei der gestern stättgefundenen Feier redete Herr Levy-Bing die Zöglinge unter Anderm folgendermaßen an: Theure Kinder, denket daran, daß Ihr die Abkömmlinge der Familie seid, die vor mehr als dreitausend Jahren Gefühle der Gerechtigkeit, der Nächstenliebe und der Treue hegte, als noch die ganze Welt das traurige Schauspiel der entwürdigendsten Ungleichheiten darbot, das heißt der Privilegien der Einen und der Herabsetzung der Andern. Laßt uns Glück wünschen, daß wir in einer bessern Zeit leben, in welcher der Himmel uns zahlreiche Brüder wiedererwachen ließ, welche auf verschiedenen Wegen mit uns dasselbe Ziel verfolgen, dieselbe Sache vertheidigen. Wir beschwören Euch, hört nicht auf, Euch Eurer selbst und des großen und unsterblichen Gedankens zu erinnern, den Ihr vorstellt. Bedenket, wer Ihr seid, und haltet es für eine Ehrensache, immer mehr und mehr diese herrliche Sprache zu lesen und zu verstehen, welche wir auch nicht genugsam rühmen können, und der Augenblick wird kommen, vielleicht bald, wo Ihr in langen Zügen werdet schlürfen können aus der unerschöpflichen Lebensquelle, die die Bibel heißt. Dort werdet Ihr finden, was Ihr Eurem Schöpfer, Eurem Nächsten und Euch selbst schuldet. Dort werdet Ihr erfahren, daß die Liebe zu Gott die Liebe zu. allen Euren-MUschenbrüdern ist, Alle Söhne Eines Vaters.' DorßWirdet Ihr lernen, daß der Mensch in der Nächstenliebe seine sicherste Bürgschaft findet, viel eher, als in einer egoistischen Jsolirung, wo Jeder ausschließlich an sein Heil denken würde. An z ei ge n. Die hiesige Schächterstelle, verbunden mit der Function als Vorbeter und Kassirer, mit einem Einkommen von 300 Thlrn. jährlich und freier Wohnung, ist vacant. Q-nalificirende Bewerber, die mit den hierzu erforderlichen Attesten versehen sind, wollen sich baldmöglichst beim Synagogen-Vorsteher hier melden. Reisekosten werden nicht vergütet. - Der Synagogen - Vorstand zu Schmieg e l ' im Grostherzogthuin Posen. Die hiesige Stelle eines Schächters, geprüften Religionslehrers und Vorbeters, die mit einem festen Gehalt vyn 200 Thalern und Nebeneinkommen von auch 200 Thalern verbunden ist, ist sofort zu besetzen. Bewerber wollen sich bei uns recht bald melden. Reisekosten' werden nicht erstattet. Saalfeld in Pr., im September 1861. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Für hiesige Gemeinde wird bMmöglichst ein geprüfter Lehrer gesucht, der sich zugleW als Schächter qualificirt. Gehalt bei vollständig freier Station Einhundert Tbaler. Die Schächtgebühren betragen mindestens Sechszig Thäler jährlich. Meldungen und Zeugnisse sind baldigst unserem Rabbiner, Herrn Nr. W. Feilchenfeld, franco einzusenden. Ratingen, den 24. September 1861. Jacob Levy jun., Vorstands-Commiffar. Bekanntmachung. Die 4te Lehrerstelle an der hiesigen jüdischen Elementarschule, mit einem jährlichen Gehalte von 200 Thlrn. verbunden, ist vacant und sofort zu besetzen. Qualificirte Bewerber wollen sich unter Einreichung der Führungs¬ und Qualifications-Atteste schleunigst an uns wenden. Hierbei wird bemerkt, daß die Stelle auch durch einen evangelischen Candidaten besetzt werden kann.; Osterode, 11. September 1861. Der jüdische Schulvorstand. - Eine Hauslehrerstelle ist sofort zu besetzen. Salair 100 Thlr. bei freier Station. Reflectanten belieben sich zu wenden an den Lehrer Herrn Spietvkvtvski in Samoczyn. Unterzeichnete wünscht eine Gouvernante für ihre 14jahnge Tochter bei einem Gehalte von 1-80 Thalern und freier Station zum Eintritt am 1. OctoLer zu engagiren. Beuthen, Oberschlesien, 41. September 1861. Rosalie verw. Mannheimer. Rosenfelds LehvJnftitut in Parts. Rue Turgot No. 11. (Palais Dnprez.) Wie in den früheren Jahren, bleibt die Anstalt, die ichleite, für^eine verhältnißmäßig geringe YLnzahl von Zöglingen bestunmt, damit die Erziehung, so wie die Studien gleich sorgfältig gepflegt werden. Eine besondere kaufmännische Abtheilung wird dieses Jahr den Unterrichtsplaü ergänzen. Director Julius Rvfenfeld. Paris, jm September 1861.