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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-09-24 · Heft 39 (24.9.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 39 (24.9.1861)
Date
1861-09-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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25. Jahrgang. Allgemeine J» 39. Zeitung -es Iu-enthums Ein unparteiisches Organ für alles Wische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 24. September 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in l'/r bis 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 21l/i Ngr. Inserate werden mit 1V2 Ngr. für die Petit. Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für */* Bogen 3 Thlr., für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS- Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das Königl. SSchs. Haupt-ZeitungS. Bureau hier unterzogen. In h a l t. Leitende Artikel r Das Wahlprogramm der feudalen Partei in Preußen. — Jerusalem II. — Pariser Briefe. Vl. Zeitungsnachrichten: Deutschland: München, Karlsruhe, aus Württemberg. Preußen: Dramburg, Cammin. O e st e r r e i ch i sch er K a i s e r st a a t: Wien. Die Schweiz: Endingen. Frankreich: Paris, Paris. Rußland: Warschau. Ni ederlande: Luxemburg. Italien: Aus Oberitalien. Leitende Artikel. Magdeburg, 15. September. Das Wahlprogramm der feudalen Partei in Preußen. Nach der „Kreuzzeitung" hat sich ein feudaler Wahlverein, der sich conseroativ nennt — aber man kennt die Escamotage, die mit diesen beiden Begriffen getrieben wird — durch ganz Preußen gebildet, der bereits fünftausend Mitglieder zählt, und in den nächsten Tagen eine Versammlung in Berlin halten wird. Wir glauben, daß es ein Fehler fein würde, diesen Verein zu unterschätzen. Eine thatkräftige und compacte Minorität, die noch dazu in der Wahl der Mittel durchaus nicht peinlich ist, vermag sehr viel. Die Dreiclaffenwahl und die öffentliche Abstimmung sichern dieser Partei einen großen Spielraum, auf die Wahlen einzuwirken. Andererseits hat sie in dem Herrenhause ein Bollwerk, das ihr noch lange Schutz gewähren wird, und als zweiter gesetzgeberischer Factor alle Thätigkeit des Abgeordnetenhauses zu lähmen vermag. Kommt nun noch hinzu, daß es den gegenwärtigen Ministern an Entschiedenheit zu fehlen scheint, Einige von ihnen auch wirklich auf dem früheren Standpunkte stehen: so sind die Aussichten in der That nicht so günstig, wie man meist glaubt. Das Programm dieses Vereins ist, wie es von der „Kreuzzeitung" mitgetheilt wird, höchst verworren, zum Theil albern, dann wieder voll der größten Widersprüche — wie z. B. „der Ausbau der Verfassung" gefordert wird, dagegen alle Bürgschaften derselben verworfen werden-aber fr» Etwas genirt bei dieser Partei nicht, denn sie rechnet auf die Nichtlogik ihrer Anhänger, und sorgt durch einige Stichwörter für eine Anzahl blöder Handwerker und abhängigen Landvolkes. In einem Punkte aber ist das Programm-klar, in seinem Widerwillen und Haß gegen die Juden. Die „Aufrechterhaltung der alten Ordnungen", also Ausschluß der Juden von den Kreis - und Provinzialstanden, „christliche Obrigkeit", also Ausschluß vom Staats- und städtischen Dienste, „christliche Schule", also Ausschluß von jedwedem Lehrümte — das ist sehr deutlich und kann Niemanden irre führen. Es ist daher sehr einleuchtend, daß es die höchste Pflicht der Preußen israelitischen Glaubens ist, dem bevorstehenden Wahlkampfe alle ihre Kräfte zu leihen und ohne Scheu und mit Energie dieser feudalen Partei entgegenzutreten. Wo diese erscheint, ist sie die Bedrückerin SB ES

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