Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1861)
- Date
- 1861-09-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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85. Jahrgang. Allgemeine JW 86. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Heraüsgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 3. September 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, in l'/a bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. IS Ngr. Vierteljährig 22^/r Ngr. Inserate werden mit 1V2 Ngr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Veilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für V2 Bogen 3 Thlr., für i/i Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämtir und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt - Zeitungs - Bureau hier unterzogen. Wir machen das geschätzte Publikum, so wie alle unsere verehrten Agenten darauf aufmerksam, daß der Schlußtermin zum Abonnement herannaht, und daß nach dem Isten Oktober wir nur ausnahmsweise und so weit es uns möglich ist, Abonnements annehmen. Da mit diesem Da« tum der Druck oer Schriften beginnt, wir also die Höhe der Auflage bestimmen müssen, so sieht man leicht ein, daß wir nicht anders verfahren können. Das Institut zur Forderung der israel. Literatur. Inhalt. Leitende Artikel: Ungarn und Oesterreich. — Der jüngste Vorgang in den Donaufürstenthümern. — Jerusalem I. — Zuständigkeit der Rabbinen zu Gutachten in weltlichen oder Staatszwecken. «Schluß.) — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichtenr Preußen: Köln. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Niederösterreich, Krakau, aus Galizien. Leitende Artikel. Magdeburg, 25. August. Ungarn und Oesterreich. Der ungarische Landtag ist aufgelöst. In seiner letzten Stunde hat er noch den Versuch gemacht, seinen politischen Fehler in Bezug auf die Israeliten Ungarns wieder gut zu machen. In der Sitzung vom 2lsten, nachdem Deak seinen Protestentwurf gegen die Auflösung vorgelesen hatte und dieser angenommen worden, beantragte Koloman Tisz*a: das Haus möge in einem Beschlüsse aussprechen, der in seinem Wirken gestörte Landtag habe beabsichtigt: 1) Die Befriedigung der Nationalitäten auf Grundlage der Gleichberechtigung. 2) Politische Gleichberechtigung der Israeliten. 3) Die Aufhebung der Ueberreste des Urbarial-Verbandes. (Wurde angenommen.) Diese Beschlüsse werden dem Oberhause mitgetheilt, welches um 6 Uhr Abends eine Sitzung hält (und, wie telegraphisch gemeldet, sich dem Proteste angeschloffen hat; ob es auch den Anträgen Tiszas beigetreten, wird nicht gemeldet). . Wir sagten absichtlich: politischer Fehler, nicht: Unrecht; denn nachdem erst vor Kurzem der dem Landtage vorgetragene Beschluß seines Comitss nicht die bürgerliche Gleichstellung, sondern ein „Judengesetz" votirt hatte, kann der oben bezcichnete Schritt in dem allerletzten Augenblicke des Daseins nicht vom Gefühle des Unrats dictirt worden sein, sondern nur von der Absicht, die Folgen unpolitischen Gebahrens theilweise zu beseitigen und die An-