Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1861)
- Date
- 1861-08-27
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Ro. 35. der Mg. Zig. des ZudenH. Gaya, 11. August. Es kamen mir im Laufe dieses Monates die zwei Vertheidigungsschriften zu, welche von den geehrten und gelehrten Herren Rapoport und Kampf, für den verdächtigten und unschuldigerweise verketzerten Herrn Frankel der Oeffentlichkeit übergeben wurden. Unwillkürlich sah ich mir den Anfang und das Ende der Broschüren an. Bewahrte und schützte doch einst der Anfang und das Ende des Buches Kohelet dasselbe vor der projectirt gewesenen Ercomunication. Das Schristchen des Herrn Rapoport führt den Namen: „Worte des Fliedens und der Wahrheit." Wenn das Schristchen dem Titel entspricht, so lobt schon darum allein das Werk den Meister. Liest man aber das mit großen Lettern gedruckte Schlußwort der Broschüre, so wird einem unheimlich zu Muthe, man kann sich unmöglich eines Schauers erwehren: ns w sb®' dbra yniü-1 nms> bb rb3> 8wi2n TT3M2) osv sim i-nitfdi-j .mn bs dn bd72 •jnbuD-' fib72. bdvbn bd Diese Worte der gräßlichsten Verwünschung aus dem Munde eines ergrauten Dieners der Religion nahmen mich im Vorhin gegen das Buch ein. Hüben und drüben sind Flüche und Verwünschungen ein dwn bibn« Doch betrachten wir'das Ende als nicht vorhanden, und gehen wir zum Inhalte des Buches selher, so besteht dasselbe aus lauter Ercursen über nddN nbn72, über Etrog, über durch ein alibi Lügen gestrafte Zeugen, über die Angriffe, welche auf Philippson's herauszugebende stereotypirte Bibel gemacht wurden, über die ersten Sätze der Vätersprüche, über Ban-Bun, Mamel-Memel rc., daß man vor lauter Ercursen den Anlauf gegen die Hirschianer gar nicht herausfindet. Ob diese ertremen Meditationen n?3N ■'bdn sind oder nicht, dies zu beurtheilen, wer bin ich? Was aber S. 30 gesagt wird, darf nicht von mir übergangen werden, dort wird Jemand erwähnt, der sich das Ansehen geben möchte, als gehöre er zu den Freunden Frankels. Dieser Jemand bin ich, der von sich zu sagen sich erlaubt: amo Socratem, amo Platonem, sed magis amo veritatem. Herr Rapoport citirt meine Worte aus der Z.d. J.No. 17 d. I. Nun, was sagte ich dort? Daß es Niemand in den Sinn will, Herr Frankel läugne den göttlichen Ursprung aller 72"bn, wenn er auch 72 bn auf Aschen in Mikwaoth hinweist. Ferner, daß in praktischer Beziehung auch eine vergessen gewesene, aber durch die Geistesoperation und Energie unserer Weisen wieder eruirte 72277 gleiche Dignität mit allen andern biblischen Geboten habe; ich führte als Beleg Jerusch. Sabbat 1, 4. an, worauf sich übrigens auch nachher Herr Kämpf im Mamtik Sod S. 13 beruft. Man vergleiche auch Jeruschalmi Per 1, 1., Jeruschalmi Schebiit 1, 6. Nun ereifert sich Herr Kämpf unb ruft:' die Differenz ist groß, denn nach Ramban ist ein über ein >2 bn entstandener Zweifel erschwerend zu entscheiden, weil und in so fern eine 72'bn biblisch ist, wäre sie rabbinisch, so müßte der entstandene Zweifel erleichternd zu entscheiden sein. Aber du lieber Gott! wo sagte ich, oder eigentlich, wo sagt der Jeruschalmi denn, daß ein durch die Energie und Geistesanstrengung unserer Weisen eruirtes Gesetz Gottes, des allmächtigen Gesetzgebersnur rabbinische Geltung habe? Herr Rapoport ist ehrlich genug, meine Worte ehrlich zu übersetzen, irmnti nrrqa