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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-08-20 · Heft 34 (20.8.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 34 (20.8.1861)
Date
1861-08-20
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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Beilage;>« Rv 34. der Allg. Ztg. des Zudenth. Musikalisches. Frankfurt a. M., im August. Erwiederung auf den vor Kurzem in diesen Blättern vom Cantor Herrn Deutsch erschienenen Aufsatz. In der Wissenschaft wie in der Kunst hört und liest man über Meinungen und Ansichten, die der Eine oder der Andere jahrelang mit sich herumgetragen, sie lange reiflich überlegt, und endlich, durch historische Belege sich derselben vergewissernd, der Oeffentlichkeit übergeben hat, wegwerfendeUrtheile, die zum größten Theil unmotivirt sind, und der Sache, um die es sich handelt, eher schadet als nützt; ja sogar über Werke, die man nach vicljähriger Mühe zum Wöhle einer Gesammtheit veröffentlicht hat, gänzlich den Stab bricht, oder die Schattenseiten dem Publikum zum Besten giebt. Herr Weintraub,. Cantor in Königsberghat vor einigen Jahren ein voluminöses Werk, enthaltend eine große Sammlung von Synagogengesängen, die in ihrer Anlage und Ausführung vorzüglich, und zur Erhebung und Veredlung des jüdischen Gottesdienstes sehr geeignet, herausgcgeben. Herr Deutsch hat im Verlaufe seines Aufsatzes aus die Schattenseiten des W'schen Werkes angespielt, das Andere mit Stillschweigen übergangen. Herr Weintraub hat ferner in einem ftüheren Aufsatze die Ansicht aufgestellt, daß das Phrygische in zwei Weisen eingetheilt werden könne, und dabei bemerkt, daß sie den Theoretikern., neu oder zweifelhaft erscheinen werde. Herr D. meint aber, daß, wenn diese Ansicht richtig wäre, sich in den Kirchenmelodicn ein 'Beispiel vorfinden würde, welches darauf hinwiese. Er vergißt jedoch, daß wenn jene Ansicht sich durch die Kirchenmelodien beweisen ließe, Herr W. sie nicht als eine neue Idee aufgestellt hätte. Herr D. bestreitet ferner die Ansicht des Herrn Weintraub, daß unsere alten Gesangsweisen sich in den Kirchentonarten bewegen. Herr Deutsch stützt sich bei Bekämpfung seiner Ansichten, aus die Theorie allein, Herr Weintraub jedoch sucht den Beweis, für die Richtigkeit seiner Behauptung nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Natur der Gesangsweisen selbst, und scheint uns die Ansicht des Herrn Weintraub die richtigere und in der Natur der Sache begründetere zu sein, da doch die Theorie durch Gesang und. Musik entstanden, Gesang und Musik aber nicht durch Theorie.. Alle Künste und. Wissenschaften haben ihren Ursprung, Fortschritt und ihre Vervollkommnung nur der Natur zu. verdanken, weil nur dieser allein alles Schöne und Große abgelauscht wurde, und unsere Theorie der Musik, wie sie jetzt besteht, nrit allen ihren sophistischen Grübeleien und Pedanterien hat doch ihren wahren Ursprung und ihr Entstehen lediglich den menschlichen. Naturlautcn zuvörderst und dem, aus diesen entstandenen Combinationen, gebildeten Gesang zu verdanken. So lange die frühere Musik an der alten, von den griechischen Scholastikern gegründeten Theorie sesthielt, koknte auch dieselbe zu keiner gedeihlichen Entwickelung gelangen; erst durch das Losreißen von der alten Theorie und durch das Zuratheziehen des eigenen Gehörs

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