Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1861)
- Date
- 1861-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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Religionen"-stößt/^IchchabeHum^mei^en Augen ge-' trau)/' Äs ich btefe SBoxtc teil.3$ fätft%lrjt Wlaubt/' daß sie lediglich in Folge eines Jrrthums aus den alten Gefttzessotmeln übertragen wurden/denn ich kenne in dem 'gebildeten Europa kein einziges neues Gesetz, welches auf diese Weise mit-den .höchsten Principien spielen, welches sagen würde: alle Bewohner des.Vaterlandes werden gleich.sein, —mit Ausnahme derjenigen, die wir nicht als. Gleiche anerkennen. In dem folgenden Absätze wiederholt das Comits diese veraltete Phrase von den „recipirten Religionen." — Damit wollte er nur sagen, daß / der ungarische Reichstag noch im Jahre 1861. eine ganze. Classe der Landesbewohner' von den Schranken des Rechts ausschließen wird; anstattder Ausdehnung der allgemeinen - Gesetze auf die Juden, wird er nach Art der reactionärsten Staaten aufs Reue ein Judengesetz bringen//oder ein solches vorb'ereiten. Und so etwas wagen sie den freisinnigen Ungarn vorzuschlagen, wo im. übrigen-Kaiserstaate die Juden sich seit Monaten in: der vollen Ausübung - der höchsten politischen Rechte befinden; wo noch umeinige Monate früher die Priester B ay er ns auf dem-Landtage; mit; aller Energie, und mit Erfolg für die. volle Emancipation stritten.";; Am Schluffe des Schreibens erwähnt der berühmte Publicist, wie; er -das volle Vertrauen in die ungarischen Juden-setze , und gewiß sei, daß sie; wie ein Mann den ihnen dargdreichten Almosen zurückweisen werden.! Sowohl; P,o mp ery >; der Redakteur des Magyar orsräg, als der Pesther Lloyd.'schließen sich warm diesen Argumenten an. Mezei Mür, ein auch in diesen Blättern schon, genannter junger hoffnungsvoller Jurist, tritt in mehren magyarischen Journalen mit eben solcher Entschiedenheit dem Entwürfe der. Commission entgegen, auch er will nichts von einer bedingten Emancipation wissen/ da .selbige mit den Principien des jetzigen Europa-s.lün Widerspruch stehe. Es kömmt.; ihm beftemdend vor/- wie die Commission in; ihrem Berichte von < einer jüdischen Volksclasse reden konnte, nachdem man wohb von Genossen ein und desselben Glaubens, niemals aber als Volksstamm von uns reden könne. Wohl hält Mezei die Erledigung jener Fragen, die das Druck von I. B. Hi Matrikelwesen dder die Civilehehetreffeu, .für zeitgemäß will äber von eln'em Jüdlengefeß nichtsHöM^sonvTn diese Gesetze für alle Bewohner des Landes, ohne Unterschied des Glaubens gegeben wissen. ZMe^ei-hält es unter der Würde des Judenthums Menschenrechte gegen die Ueberzeugung einzukaufen und tritt energisch dem Verlangen^ des Landtages, Religionsformen einzuführen, entgegen. Der Artikel schließt: „Wir verlangen im Namen - unserer Glaubensbrüder vom Landtage volle Gleichberechtigung, treten der bedingten-Emancipation mit Entschiedenheit um so mehr entgegen,.nachdem wir nichts Halbes, wollen und wissen sehr wohl, daß-derjenige, welcher einen Handel mit seinen Menschenrechten treibt, keine Rechte verdient." — .r-?— Die Telekyfeier fand bei allen Confefsionen bereits statt und wurde in der Kirche der-Reformirten in S. A. Ujhely von dem reform. Prediger in einer ebenso gediegen, als patriotisch gehaltenen Rede die . vollständige Gleichheit aller Bürger des Vaterlandes gefordert. Der Glanzpunkt aller derartigen Feierlichkeiten concentrirte; sich in Pesth und-Umgebung; und waren sowohl in der Synagoge, als auch bei der Feierlichkeit, die der Magyar egylet in Pesth veranstaltete, die Deputirten zahlreich vertreten. Insbesondere waren es die Reden, die im Nggyar egylet von Dr. I. Rüzsay, Mezei Mür und Brody gehalten wurden,;welche ungemein fesselten, und war im Tempel der'Israeliten der ungarische Choralgesang, unter Leitung des auch in weiten Kreisen rühmlichst bekannten Obercantors Friedmann, so ausgezeichnet, daß . die Telekyfeier, die im Pesther TemMl abgehalten - wurde,: als die feierlichste, die im Lande statt fand, bezeichnet wird. . sno*;r/a In unserer jüngsten Comitatscongregation wurde der Beschluß gefaßt, den Wünschen einiger Gemeindemitglieder nachkommend, die ungesetzlich bis jetzt bestehende indirekte Fleischsteuer, „Crupka“ genannt, abzuschaffen. Nachdem sich; jedoch die Mehrzahl < der Gemeindemitglieder erklärt haben, diese Steuer weiter zu .entrichten, dürfte der. Beschluß schwerlich, je zur; Ausführung kommen. Oberlehrer I. I. Rosenmeyer. - rschfeld in Leipzig.