Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1861)
- Date
- 1861-08-13
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu Ro 33 der AW Ztg des Zltdenth. ' Aus demTokayergebirge, im August. (Privatmitth.) In diesem Augenblicke, wo auf dem Tische des Hauses der Commisstonsbericht der Beschlußpartei niedergelegt. ist, beschäftigen sich die magyarischen Blätter recht lebhaft mit der Judenfrage und ist es vor allem der Magyar orszäg, der der unbedingten Emancipation der Juden warm das Wort redet. Nachdem der Entwurf des Comitss aus dem Beschlußentwurf des Herrn Tissa sich entwickelte und gewissermaßen als die Umarbeitung der letzten Arbeit des Grafen Ladislaus Teleky anzusehen ist, sei es uns gestattet, im Auszüge die auf die Judenfrage Ungams bezughabenden Stellen aus der letzten Arbeit des Grafen Ladislaus Teleky und aus dem Commissionsberichte hier folgen zu. lassen. .1 . In der letzten Arbeit des Grafen Ladislaus Teleky finden sich folgende Stellen: „Unsere Sprache sei ohne Classen- und Religionsunterschied wahrhaft demokratisch, und ebenso ohne sprachlichen und nationalen Unterschied wahrhaft; brüderlich. Auf die vom Genuß der constitntionellen Rechte bisher ausgeschlossen gewesenen Bewohner des Landes, zu denen ich auch die Juden zähle, wirke sie beruhigend, durch das zuverlässige Versprechen, daß die religiöse, politische und bürgerliche Rechtsgleichheit auf alle Religionsbekenntnisse ohne Unterschied ausgedehnt werden wird?? So sprach Telekyder begeisterte Kämpfer Kr die Gleichberechtigung aller Eonfessionen, jener verblichene Graste der schon auf dem Preßburger Landtage so warm sich unser angenommen. Telekys letzte Arbeit, gleichsam' sein Testament an die ungarische Nation, ist eine unserer Bedeutendsten Hinterlassenschaften des großen Todten. Durch solche Vertheidigung unserer Menschenrechte wurde' die Judenfrage in -Ungarn populär und diese in dem letzten Augenblicke, wenige Stunden vor dem Verzweiflungskampfe niedergeschriebenen Worte zu unftrenmGunsten.Hvaren die Veranlassung, daß alle magyarischen Blätter zu unseren Gunsten (mit Ausnahme des judenfeindlichen HirnüL) mit einem Male die Emancipationsftage zum Gegenstände ihrer Besprechung machen. Der auf dem Tische des Hauses liegende Commisfionsentwurf sagt: „Das Repräsentantenhaus spricht beschlußweise ausdaß es nach Wiedererlangung seiner konstitutionellen Rechte für seine Hauptaufgabe hält, im Sinne unserer Verfassung dasjenige weiter zu entwickeln, was der 1848. Reichstag unvollendet gelassen. Vor allem spricht es beschlußweise aus, daß es zur Beruhigung der Landesbewohner verschiedener Zunge und zum Behufe der Befriedigung ihrer Nationali- > tätsansprüche, den in der Adiesse ausgedrückten Principien gemäß, je früher legislatorisch Vorgehen und hinsichtlich aller im Lande gesetzlich r e c i p irten Confessionen, die im §. 2 des XX. Art. 1848 ausgesprochene vollkommene Gleichberechtigung und Wechsel-! seitigkeit durch ein detaillirtes Gesetz factisch ins Leben einführen will. ' > Da das Repräsentantenhaus bereits die Ansicht ausgesprochen har, daß hinsichtlich des Genusses der Bürgerrechte die Confession unter den Bewohnern des Vaterlandes keinen Unterschied machen soll, 'so erachtet es die Einsetzung einer Commission zu dem Zwecke für nothwendig, daß sie für die bürgerliche Rechtsstellung der jüdi sch en - Vo lkscla sse einen;Gesetzvorschlag ausarbeite in Verbindung mit der Jncolatsfrage im Allgemeinen und der Frage der Beseitigung der die sociale Verschmelzung zwischen den Christen 1 ■ ■ und den Juden verhindernden Verhältnisse." Wohl kann der Beschluß, wenn er auch als solcher ausgesprochen, keine gesetzliche Kraft erhalten, nachdem der Landtag sich nicht-für competent hält legislatorisch vorzugehen. Doch eben deshalb, weil es gilt 400000 Bewohner zu beruhigen, die man seit' Iahten hinhält, mußte dieser Antrag die Gemüther auftegeN und beunruhigen und darf es uns nicht wundern, wenn Vaterlandsfreunde diesem Antrag mit 'Erbitterung etttgegentreten. 'Doch lassen ^wirldieMichtigstm''Stimmen 'der magyarischen Journale folgen und hören wir, wie ein Horn, -ein P ompery/ ein Mezei Mür diese Fragen auffaffen. -;': ‘ Horn, unser berühmter Glaubensgenosse in Paris, sagt im Magyar orszäg: „Welchen Begriff wird die gebildete Welt von der Aufklärung und dem RechtSgefühle des Comitäs erhalten, wenn man. in demselben Punkte, der von Gleichberechtigung spricht, plötzlich auf j den unglückseligen Anachronismus von den „recipirten