Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-08-06 · Heft 32 (6.8.1861) · p. Seite 461

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 32 (6.8.1861)
Date
1861-08-06
Page
Seite 461 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226256-3226289--19641-3248668
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

m von sehr gMrgenckl talmudischen und andern Kenntnissenhat wo es nöthig war — eben sowohl gegen die bekannten „Finsterlinge", als auch die „Dcstructiven" eine scharfe Klinge zu führen gewußt und niemals — wie solches heutzutage leider nur ällzuhäufig angetroffen wird — mit dieser oder jener Partei geliebäugelt.-- Möge die erledigte Stelle recht bald und recht würdig wieder besetzt werden! — Der für die erste Lehrerstelle in Ostrowo gewählte Rector Julius Mosur aus Jnowraclaw hat die Wahl anfänglich angenommen, alsdann aber wieder abgelehnt und es vorgezogen, in seiner bisherigen Stellung, die er nun schon fast ein ganzes Deeennium mit den besten Resultaten verwaltet, zu verbleiben. . Die Schule zu Kempen verliert ihren ersten Lehrer, Herrn Emanuel Mandus, — Verfasser der „Israelitischen Glaubens- und Pstichtenlehre in Katechesen" lsiehr No. 2. d.Z.) — welcher nächstens als „Religionslehrer" nach Bernstadt in Schlesien geht. In Jarocin schwankt man noch immer in der Frage, ob ein alter, ob. ein neuer, oder ob gar kein Rabbiner angestellt werden soll. In Liffa gewinnt die Poper'sche Knabenschule immer mehr an Ausdehnung und Blüthe. — Die dasige Wollheim'sche Stiftung (Kranken- und Siechenhaus) erfüllt die Aufgabe, die sie sich gestellt, nach jeder Richtung hin vollkommen. — In der großen Synagoge daselbst hat neulich an einem Sabbarh der Cantor der jüdischen Gemeinde von Manchester, Herr R. Landshuth (ein geborener Liffaer) mit entschiedenem Beifall als Vorbeter fungirt. . Die Gemeinde Gnesen verliert ihren tüchtigen Cantor, Rud. Dresdner, welcher an die sogenannte Landschule in Breslau berufen. Magdeburg, 21 Juli. (Privatmitth.l Der Abscheu, den das Attentat auf Se. Majestät den König von Preußen in den Herzen aller Menschen, insonders aller Preußen hervorgerufen, drängte auch die hiesige Synagogengemeinde, einen besonderen Dankgottesdienst für die wunderbare Rettung zu feiern, welche die göttliche Vorsehung dem Monarchen angedeihen lassen. Sie ersuchte daher ihren, freilich im Bade weilenden Rabbiner Dr. Philippson, zu diesem Zwecke hierher zü kommen, und dieser unterbrach gern seine Kur, um bei solcher Gelegenheit den Gefühlen seiner Gemeinde in Predigt und Gebet Ausdmck zu geben. Den Trrt der Predigt wählte er in den Versen 5, 8, 10 und 11 des 64sten Psalms. Es wurden die Psalmen 34, 64 und 20 und das Lied 52 aus dem kleinen israel. Gesangbuch des 0r. PH. gesungen. — Aehnliche gottesdienstliche Feiem fanden wohl in allen Synagogen statt, und die zahlreichen Berichte darüber können daher nicht ausgenommen werden. Berlin, 21. Juli. (Privatmitth.) Man hat hier die Abwesenheit des Dr. Sachs in Marienbad darum unangenehm empfunden, weil er dadurch verhindert war, einen angemessenen Dankgottesdienst behufs der glücklichen Rettung unseres Königs abzuhalten. Dennoch wollte der Vorstand weder ihn von dort noch einen andern, etwa hier weilenden Kanzelredner dazu berufen, und man begnügte sich deshalb, Reb Chone ein hebräisches und deutsches Dankgebet absagen zu lassen, das denn auch eine Art hatte. In der Gemeinde ist man darüber vielfach empört, da man bei so bedeutsamer Veranlassung in jedem polnischen Städtchen eine viel angemessenere Feier veranstaltet hat. Die Leiter der Berliner Gemeinde bewegen sich aber einmal innerhalb der kleinlichsten Rücksichten.—- In diesen Tagen erschien der „achtundzwanzigste Jahresbericht über die Waisen- und Erziehungs-Anstalt für jüdische Knaben zu Berlin" von dem Gründer dieser Anstalt, Baruch Auerbach. Wir heben aus demselben folgende Thatsachen hervor. Am Schluffe des vorigen Jahres befanden sich in der Anstalt 25 Waisenkinder, von denen im Laufe des Jahres 10 die Anstalt verließen, wogegen 11 ausgenommen wurden, so daß 26 sich jetzt in derselben befinden. Innerhalb der 28 Jahre ihres Bestehens hat die Anstalt (einschließlich der 26 sich jetzt daselbst befindlichen) 111 Knaben ausgenommen. Dieselbe besitzt eine Menge Legate, und wir bemerken mit Vergnügen, daß in diesem Jahre ein Vermächtnis von 4600 Thlrn. von einer christlichen Wohlthäterin, der HorfräthiN B ethg e, eingegangen ist. Die Fonds sind jetzt auf 83,612 Thlr. gestiegen, obschvn in den 28 Jahren 90,103 Thlr. verausgabt worden. Außerdem wurden 38,000 Thlr. für den Ankauf und Ausbau des Hauses verwendet, und 16,000 Thlr. sind in obige Summe nicht mit eingerechnet, welche der ungenannte Geschenkgeber zwar der Anstalt übergeben, sich den Zinsgenuß aber auf Lebenszeit Vorbehalten/hat. Dem unermüdlichen Gründer und Director gereichen diese Resultate gewiß zur höchsten Ehre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.