Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1861)
- Date
- 1861-07-30
- Page
- Seite 454 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Bei D. Ghvrrrarrit, Buchhändler in Prag (Geistgasse No. 908 — i.) > ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: * , Beleuchtung des Hirsch - Frankel'schen Streites ' von S. L. Rnpoport, Oberrabbiner zu Prag. Diese neue Schrift des berühmten Kritikers zeichnet sich wie dessen frühere Werke, durch reichhaltigen Inhalt, wie durch Eleganz^ des Myls aus. TO Beleuchtung des Frankel'schen Werkes „Hodegetik zur Mischna" Prof. L-r. S. Z. Kaempf. Auch diese Schrift ist nach Inhalt und Form ausgezeichnet. Bei Franz Benjamin Auffahrth Ln Frankfurt am Main ist so eben erschienen: Stein, Leopold, Rabbiner. Mein Dienstverhältniß zum israelitischen Gemeindevorstande zu Frankfurt am Main. Äctenmäßig, zur Begründung seiner Amtsniederlegung; dargestellt. Zweite Auflage. Preis 4 Ngr. Brüntt, den 2. Juli 4861. An den Herrn Rabbiner in Krakau. Herr Rabbiner! Mit Verwunderung und nicht ohne schmerzliche Berührung lasen wir neulich in der Brünner Zeitung, daß der neu angekommene Krakauer Rabbiner seinen Wirkungskreis damit eröffnete, daß er sich in frommen?'Eiset gdgen-das'Tragen der Crinolinen und' gegen Len Genuß des Brotes von Christen erging und in förmliche Drohungen gegen die Nichtbefolgung dieser so heilsamen und sehr zeitgemäßen Verbote sich ausließ. Mit wahrer Entrüstung wnrdedieser so unbedeutend scheinende, jedoch wichtige Artikel sowohl von Israeliten, als auch von Christen gelesen, und gab zu sehr verschiedenartig klingenden Aeußerungen Veranlassung. Ist es möglich, rief der Eine, daß das neunzehnte Jahrhundert noch solche Wunderdinge aufzuweisen hat! Das muß ja ein mit der Gesittung Europas, den Anforderungen des Anstandes und den jüdischen Verhältnissen völlig unbekanntes Individuum aus den Steppen der' Mongolei sein! Mit Nichts, sagte ein Zweiter, ist ein solches Verfahren zu rechtfertigen! Weiß er denn auch, welchen Spott, welche Verachtung und welche Rüge solche Reden verdienen? u. s. w. Auf solche Weise wurde darüber discutirt. Und wahrlich, wie; wehmüthig wird uns nm's Herz, wenn wir erwägen, daß Israels Lehrer noch der Belehrung bedürfen, um einzu-; sehen, daß man einerseits nicht gegen den Strom der Zeit, ■’> sondern mit ihm schwimmen, - und daß andererseits Israel mit den ÄrcketßMiÄssen vereint/ ''nicht ckber esstzweit werden müsse. nbvs vrr!n>pi-k--'3',s«^ ‘ I. . Wenn man 'das aus Krakau Hört, was kann man aus einer kleinen Landgemeinde erwarten? Dem Judenthume scheinen nicht die größten Gefahren aus den gefürchteten kleinen Sphären und von den fanatischen Feinden seines Glaubens zu drohen; eslNtlmehMM stillen Rabbinern, seinen Vertretern zu fürchten. In selbst geschlagenen Wunden soll Israel, bluten; die es zu festen berufen sind, stürzen dasselbe ins'Verderben. Manchen Rabbinern gilt der jüdische Sklave in polnischer Tracht mehr, als in bürgerlichem Kleid der fromme Jude. Im modernen Gewand, glauben sie, könne man unmöglich selig werdest; nur das altväterliche Costüm schütze vor Sünde und Verderben. Während die' erhabene Regierung und unsere rechtlich gesinnten Mitbürger die Schmach des Juden tilgen wollen, ihm die gebührende Stellung, als Staatsglied einräumend, nehmen sich manche Herren Rabbiner mit väterlicher Liebe alle Mühe, alle erdenkliche Muhe, ein verrottetes, von jedem Besserdenkenden verpöntes und.veraltetes System aufrecht zu erhalten, um den Juden verhaßt, verächtlich nnd lächerlich zu machen und ihn schimpflich zu brandmarken. Seien Sie überzeugt, Herr Rabbiner, daß nur der Schmerz unfern Worten 'diese Harke verlieh-, und wenn Ihr Bedauern über Ihre ’ gesprochenen Reden nicht nutzlos und zu spät wäre, könnte es uns versöhnen. Für jetzt müssen Sie schon die Güte haben/ uns durch die zukünftige Unterlassung solcher tadelnswürdigen Ausdrücke einigermaßen zu entschädigen, wenn Ihr Betragen mit Ihrer. Stellung im Einklänge stehen soll. Nehmen Sie die Versicherung, daß wir trotz der durch diesen Fall eingetretenen Mißhelligkeiten immer zeichnen werden v sehr hochachtungsvoll mehrere israelitische Freunde des bedrohten Fortschrittes.*) ,*) Warum nennen die Herren sich nicht? .Sollen nur die Gegner den Muth haben, für ihre Meinung offen einzutreten? : , . , Die Redaktion der A. Z. d. Jud. Druckfehler. In den Leitartikel: „Darf.ein Jude adelig werden?" No. 30. S^ 42,5 Sp. 2. Z. 19. v. unten hat sich ein sinnentstellender> Druckfehler eingeschlichen, nämlich: „bei Juden und Aegyptern" statt-„bei Indern und Aegyptern". Wir bitten dringend, ihn zu verbessern. , / Die Redaktion. Jüdisches Bottsblatt No. 30. Eine Betrachtung, r—, Zur Geschichte der Juden in Norrköping (in Schweden).. --. Eine Revolte gegen die Juden in Ehaur- ' - ■ , : de-Fonds. NB. Durch alle Buchhandlungen und Postämter zu beziehen. Jährlich 1 Thlr. Merteljährig '/« Thlr. - Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur: K. Näbss.