Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1861)
- Date
- 1861-07-30
- Page
- Seite 449 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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m Nordamerika. , Philadelphia. (Sinai.) Am 12. Juni wurden Colonel Einstein im Hause der „Concordia" von mehreren Freunden durch Vermittelung des Herrn Herman Hamburger prachtvolle Waffen zum Ehrengeschenk überreicht. Die von Letzterem bei dieser Gelegenheit gehaltene Rede chatte Folgendes zum wesentlichen Inhalte:: Ich habe, Colonel, die Ehre, iw Namen Ihrer, zahl-! reichen Freunde Ihnen diese Waffen als ein schwaches ) Zeichen der Achtung-, die sie Ihnen als-Mann und Soldaten, zollen, zu überreichen. Erlaubet!- Sie. mir, es auszusprechen, daß dieselben mit Gefühlen des Stolzes den patriotischen Eifer wahrnahmen, den Sie bisher in der Erfüllung Ihrer Pflichten darlegten, und die feste,.ehrenhafte und entschlossene Eimnüthigkeit des Strebens in Ihrem Regimenter— diese jedem guten Officier und treuen Soldaten so wesentlich nothwendige Eigenschaft — anerkennen.- Sie stehen im Begriffe, an einem Kampfe Theil zu nehmen, der kein anderes Ziel hat, als die Erhaltung unserer Regierung Und die Wahrung von Institutionen, die uns von unseren Vätern überkamen und so. großen Segen brachten. Es ist dies kein gewöhnlicher Kampf! Wir sind von Denen angegriffen, die wir feit 80 Jahren so gern unsere Brüder nannten, von den Nachkommen unserer Karnpfesgenoffen bei Yorktown und Bünker-Hill. Die Traditionen gemeinsamer Leiden und Triumphe sind vergessen, und. .die Herzen und Hände von Verrat Hern gehen nun damit um,, die edelste Regierungsform, welche die Well: jemals kennen gelernt, umzustürzen. Es handelt sich in diesem Kriege nicht um diese oder jene politische Partei, sondern um Aufrechterhaltung unserer Constitution, um Niederwerfung einer so unnatürlichen und gemeinen Revolution im Namen des Gesetzes und der Gerechtigkeit Sie sind also vom Volke zum Vertheidiger feines guten Rechtes erkoren, in dem festen und vollen Vertrauen, daß Sie Ihre Schuldigkeit thun werden, indem Sie unter der Flagge der Union ausziehen, einer Flagge, die, zum ersten Male in der Ge^ schichte unserer Nation entehrt, Sie im Glück und Unglück zu vertheidigen geschworen haben. Als Adoptiv- Bürger müssen Sie besonders die Segnungen dieses glorreichen Landes der Freiheit zu schätzen wissen,, das Jeden ohne Ausnahme in denUebung. seines Rechtes, in seinem Leben, seinem. Besitze und seiner Religion beschütztL ^Mögm'Sw M niemals aus den Augen verlieren, daß die Zertrümmerung-dieser Union, die Zerstörung der Bande, die uns so lange als Eine Nation züsammenhielten, zum Sturz der bürgerlichen Freiheit führen müsse, der nothwendiger Weise auch den Verlust bcr religiösen Freiheit mit einer ganzen Reihe von Nebeln nachzieht, die nicht grell genug geschildert werden können. Ein Jeder, der sein Land, seine Freiheit und seine Religion liebt, sollte um ihretwillen der Union dieser Staaten eine treue Anhänglichkeit bewahren und die Mittel zu deren Aufrechterhaltung gehörig zu würdigen wissen! Auf diese treffliche Rede wurde von Colonel Einstein und einem seiner Officiere in Worten erwiedert, die den edelsten Patriotismus athmeten und auf die zahlreiche Versammlung einen erhebenden Eindruck hervovriefen. Von Letzterem wurde besonders hervorgehoben, daß Einstein seiner Stellung als Soldat sein ganzes Vermögen geopfert hätte, Jedem seiner Leute selbst unter den schwierigsten Verhältnissen die edelste Sorgfalt zugewendet und mit welcher unmnüdlichen Ausdauer er: die feindseligen Einflüsse zu bewältigen wußte, die seine Einberufung zum Dienste des Vaterlandes zu verhindern suchten. St. Louis, Juni. (Sinai.) vr. Bernays, Redacteur des Anzeigers des Westenseines-der besten deutschen Blätter Amerikas, ist ohne sein Hinzuthun auf den Vorschlag einiger Minister von Lincoln zum Consut der Vereinigten' Staaten in Zürich ernannt. Der Erwählte ist Jude, und seine Ernennung wird in der toleranten Schweizer Republik, welche Juden als eine Art von Orang-Utangs betrachtet*), mit besonderem Jubel begrüßt werden. , Amerika. . St. Thomas, im Mai'. Die Gemeinde hat sich in letzter Zeit beträchtlich vergrößert durch die Einwanderung von Israeliten aus Barcelona und Venezuela, wo die Anarchie herrscht. Die neuen Ankömmlinge müssen erst noch die Grundsätze und Gebote Israels erlernen,, und wir hoffen, daß: unter der Leitung, des Rev. M. Myers sie die Kraft und den Glauben erringen werden, den Wegen des Herrn zu folgen. : (Occident.) *J‘ So arg ist es. mm doch nicht, sonst würden wohl die UniverfiMm nicht so oft Inden auf ihre Lehrstühle berufen. Redact. dr A. Z. d: % 31 * *