Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1861)
- Date
- 1861-07-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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25. Jahrgang. A I l g emeine .m ' JW 31. ..... - EIN.. * _ , : ■; .... . unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr, Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 30. Juli 1861. ... Diese Zeitung erscheint. wöchentlich e i n.m a I, Dienstags, in 1 '/a bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ngr. Vierteljährig 22 ^/s Ngr. Inserate werden mit l'/r Ngr. für . die Petit. Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebühren betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für Va Bogen 3 Thlr., für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen. Postämter und ZeituugS - Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das Konigl. Sachs. Haupt - Zeitungs > Bureau hier unterzogen. I » ha l t. Leitende Artikel: Die industrielle Mission der Juden. (Fortsetzung aus No. 30.) — Die Gegner. — Literarischer Wochenbericht. . Zeitungsnachrichten r Deutschland: Dresden, München, aus der Pfalz. Preußen: Berlin. Oesterreichischer Ka i se r sta a t: Pesth, Krakau. Frankreich: Paris. Rußland: Warschau, Schaulen. Nordamerika: Philadelphia, St. Louis. Amerika: St. Thomas. Türkei: Konstantinopel. üStttif el* Magdeburg, 21. Juli. Die industrielle Mißt an der Juden. (Fortsetzung aus No. 30.) Doch lassen wir Herrn Kiesselbach selbst sprechen (S. 24): „So waren denn die Israeliten, wenn auch ohne eine gesammtstaatliche Form, nur durch ihre Religion noch als Nation bestehend, recht eigentlich die Erben des phönizischen Handels geworden; indem sie nicht, nur unter den Römern den. merkantilen Zusammenhang der alten Welt auf-, recht erhielten, sondern auch die ersten Verzweigungen des asiatischen Verkehrs in das beginnende Ackerbauleben des inneren Europa .vermittelten. . Marti an sagt in seinen Erklärungen des Ezechiel ausdrücklich: „Bis heute wohnt in den Syrern ein solcher eingeborner Geschäftselfer, daß sie des Gewinnes wegen die ganze Erde durchziehen; und so groß ist ihre Lust zu handeln, daß sie überall innerhalb des römischen Reiches zwischen Kriegen, Mord und Todtschlag Reichthümer zu erwerben trachten." Ihr Geschäft aber bestand, wie einst das phönizische, hauptsächlich in dem Austausche der asiatischen Waaren gegen europäische Metalle, und ferner in dem Geldhandel selbst, dessen Ursprungs wie das Zinsennehmen, ja ebenfalls auf Sidon und Tyrus zurückgeführt wird. I» ihnen fanden die astatischen Fürsten wie die Römer wohl die besten Pächter der öffentlichen Einnahmen. Josephus erzählt in seinen Alterthümern. daß Ptolemäus Euergetes die Einkünfte von Cölesyrien, Phöuizten und Judäa mit Samaria Anfangs für 8000 Talente verpachtet gehabt/dann aber ein Jude dieselben um das Doppelte gekauft habe. Und im Suchen nach Gold , und Silber, dieser einzig möglichen Gegengabe für Indien, zogen dann die Juden auch schon sehr früh in das Innere von Europa hinein. Unwahrscheinliches liegt daher nichts in der. Sage, daß bereits vor Christi Geburt Israeliten sich in einigen uralten Städten von Binnendeutschland, z. B. Mainz, Worms, Ulm und Regensburg aufgehalten haben. Wie einst die Phönizier an den Küsten Europas, die jungen Völker den Gebrauch von Gold und Silber als Geld gelehrt hatten, so führten jetzt ähre jüdischen Nachfolger unter dem Schutze der römischen Heere die. Barbarenhorden in der Mitte unseres Erdtheils in den Kreis des allgemeinen Güterlebens ein. Die römischen Kaufleute, die sich unter den Mar-