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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-07-02 · Heft 27 (2.7.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 27 (2.7.1861)
Date
1861-07-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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25. Jahrgang. Allgemeine JW 87. Zeitung -es Zudenthurns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Her'au-gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 2. Juli 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstag», in 1 Vr bi» S Bogen. Preis de» Jahrgang» S Thlr. Halbjährig t Thlr. 1b Rgr. Vierteljährig 22Va Rgr. Inserate werden mit iVa Rgr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Beilagegebührea betragen für 1 Bogen 4 Thlr., für Vr Bogen 3 Thlr., für */* Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptexprdition für beide Letztere hat sich da» König!. Bachs. Haupt-Zeitung»-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Das Mittelalter und seine Folgen. — Die Differenz der ungarischen Ordinariate mit dem Unterrichtsministerium wegen des JnfpectorateS der israelitischen Schulen von Seiten des Klerus. Von David Oppenheim, Rabbiner. (Schluß.) — Ein großer Schritt zur Emancipation der Juden in Polen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus Oberheffen (Knrheffen), Nürnberg. Preußen: Königsberg. Oesterreich ischer Kaiserstaat: Wien, Wien, Wien, TemeSvar. Donaufürstenthümer: Brüssel. Rußland: Kiew. Nordamerika: Philadelphia. Leitende Artikel. Magdeburg, 23. Juni^ Das Mittelalter und seine Folgen. Der Himmel lächelt so blau. Die Saaten sprießen in gesegneter Fülle, daß die Fluren bald einen gelben, bald einen grünen, und dann wieder einen rochen oder bläulichen Teppich ausbreiten. Hörst Du daS Rauschen in den Wipfeln der Wälder' wie der Odem der Berge bald durch Eichen- und Buchenhaine braust, bald durch die Föhren rasselt, bald durch den Birkenforst lispelt? Wer -diese Berglust athmet, wie hebt sich ihm die Brust, wie rascher pulset das Blut, wie erweitert sich ihm Herz und Sinn... Und nun, freundlicher Leser, steige mit mir auf das Dach jenes hohen Gebäudes, oder auf die Gallerte dieses Thurmes, und schau Dich um. Siehst Du das Meer von Häusern unter Dir, wie es sich um den Fuß deS ehrwürdigen DomeS legt; bemerkst Du die tiefen, schmalen Einschnitte, welche die Straßen und Gaffen in den großen wirren Knäuel der Bauwerke machen? Daö find die dichtgedrängten Palläsie, Häuser und Hütten, Fabriken und Stallungen, kaum hier und da noch von einem bescheidenen, hochummauerten Gärtchen unterbrochen, welche man zusammengenommen eine große Stadt nennt... Hadie Welt ist so groß, der Rücken des Erdballs dehnt sich so weit aus, und die Hand GotteS hgt der Schönheit und Majestät, des strahlenden Lichtes und der wehenden Lust eine solche Fülle auSgebreitet — da find Meere und Gebirge, Thäler und Ebenen, Flüsse und Bäche, Wälder und Felder — aber der Mensch hat sich zu Hunderttauftnden und zu Tausenden auf einen engen, kleinen Raum zusammengepfercht, hohe Häuser, drei-, vier- und fünfstöckig aufgeführt, in schmale Straßen eingeengt, Mauern und Thore darum gebaut und sich da hineingeschloffen mit seinen großen und kleinen Thieren, mit seinen und ihren Vorräthen, mit seinen und ihren AuSwürfen. Da strahlt daS Licht vom blauen Himmel, aber nur dürftig und schwach dringt eS in die Wohnungen der Menschen; da wehet die frische GotteSluft > aber sie ist abgesperrt von den Räumen, in denen der Mensch sein Leben verbringt, oder gelangt nur mit den Ausdünstungen der Fabriken und Ställe, der Menschen und Thiere geschwängert hin-

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