Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1861)
- Date
- 1861-06-18
- Page
- Seite 358 (sequence 10)
- Language
- German
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erfreulichem Feirp Wärest auch die-Spihen d er Bihörden eingeladen, unter welchen auch der Hr. Landrath Schlentstermnd'Herr'Oberbürgenneistök 'Kleffel.- -; ' -Nach'dieser feierlichen'Ceremonie begann Herr Rabbiner-Friedeberg seine geistvolle, höchst gelungene Antrittspredigt mit den angernessenen - treffenden-poetischen Worten tr y^rnDnb - Alle Anwesenden waren von dem sinn- und blumenreichen, dabei doch populären Vorträge 'derart ergriffen-'daß' sie sämmtlich erst nach Beendigung-des ganzen Gottesdienstes höchst befriedigt unser schönes Gotteshaus verließen. - ■ An dem hierauf folgenden Wochenfeste predigte Herr Rabbiner Friedeberg unter gleicher Beftiedigung der zahlreichen Zuhörer an beiden Tagen. — - Das hiesige jüdische Schulwesen soll nun ebenfalls besser und zweckmäßiger gestaltet werden, und hat Herr - Rabbiner Friedeberg im Vereine mit dem fürs allgemeine Wohl der-Synagogengemeinde rastlos thätigen Vorstande bereits dahin gewirkt, daß mit Nächstem die Eröffnung einer geordneten dreiclassigen Religionsschule unter seinerspeciellen Leitung bestimmt in Aussicht steht, wozst auch bereits die nöthigen Schritte gethan find. M. Krön er, Lehrer. Oesterreichischer Kaiserstaat. ' Horie, im Juni. (Privatmitth.)' Einem wahren Bedürfnisse hat: der Herausgeber dieser geschätzten Blätter abgeholfen, indem er den Abonnenten des „Institutes" rc. sein wahrhaft geistvolles, tief durchdachtes Werk ,-Die israelitische Religionslehre" zu- >. .kommen ließ; was wollten auch die Herren israelitischen Religionslehrer an h ö h e r n Lehranstalten mit den bis jetzt bekannt gewordenen „Religionsbüchem", die nur für untere Elasten genügen, anfangen? Freilich haben wir unter diesen Herren Gottlob Männer, die aus dem wichen'Schatze ihres Wissens sich immerhin ihre Religionsvorträge zurecht zu machen wissenaber ein Hülfsbuch, wie' Vas'erwähnte voll' solch geistreicher Reflerionen und geläüter'ter Änsichten, muß denn doch'immerhin erwünscht sein, ünv-hoffen wir, daß sich dies Buch auch auf dem- Lefetifche des denkenden,' gebildeten jüdischen Privatmannes heimisch machen wird. —^ Schreiber dieser Zeilen hat ist einer jüdischen Zeitschrift erst jüngst und auch in diesen Bll bereits vor längtter Zeit auf den Uebelständ aufmerksam gemacht, - daß-in-Böhmen hinsichtlich' ker jüdisthen Matrikenführüttg Vorschriften bestehen,'-die noch-gänz-dewStempel' - des Mittelalters'^tragen,' und die der heutigen Anschauungsweise in - Dingen - der- Gleichberechtigung schnurstracks zuwider sind^ So^darf der jüdische Mätrikenführer, selbst wo dies der Rabbiner ist, kein MatrikenzeUgniß ausstellen, ohne dasselbe vom katholischen Ortsseelsorger vidimiren^ zu lassen —nur Unterschrift und Siegel des katholischen Geistlichen wachen den vom jüdischen Matnkenführer ausgestellten Matrikenschein zum gültigen Document, und doch ist der jüdische Mattikenführer beeidet und muß in jeder Vidirnirung seines Zeugnisses von Seiten der katholischen Geistlichkeit eine neue Besiegelung seiner alten Schmach sehen. Aehnliche Klagen kommen uns in neuester Zeit vom Matrikenführern aus mährischen israelitischen Cultusgemeinden zu, und an den verehrten Herrn Herausgeber dieser Blätter, dem.die Ehrenrettung' des Judenthum^ stets eine 1 heilige Pflicht ist, ergeht hiermit unsere Bitte,.uns-zu rächen, welche Schritte zu. machen,wären, um je eher je besser diese Schmach für das, jüdische Gewissen auf gesetzlichem Wege von uns abzuwenden. — Wir glauben schließlich auch erwähnen zu müssen, daß, so viel wir aus Erfahrung wissen, die -geistlichen Herren der katholischen Seelsorge selbst gern dieser ihnen zur Bürde gew ordenen Controlle über jüdische Matriken enthoben zu sein wünschten. —- Sollte in dieser Angelegenheit der Weg der Petition eingeschlagen werden, so wäre zu wünschen, daß die geehrten.Herren Amtsgenossen sich zu einer solchen vereinen, und, wir uns. noch in dieser Session an den Reichsrath wenden möchten. *) Ehrentheil, Rabbiner. . Aus der Baranya, Anfangs Juni. (Privatmitth.) Der erste Sturm in. der Emancipationsfrage der Israeliten in Ungarn scheint nun endlich glücklich vorüber zu. sein, und mit der Rückkehr.ins ruhige Fahrwasser des Alltagslebens concentriren sich wieder allmählig die Gedanken auf das eigentlich jüdische religiös innere Gemeindewesen. Hier und dort denkt man allen Ernstes *) Unsere unmaßgebliche Meinung ist, daß gegenwärtig die österr. Staatsregierung mit so enormen Fragen beschäftigt ästdaß' für diesen Specialpunkt eine geeignetere Zeit abgewartet..werden könnte. Jedenfalls-würden wir aber erst eine Petition an das Staatsministerium rächen, wodurch man zugleich über dessen Stimmung überhaupt unterrichtet würde. 'Die Redaetiom