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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-06-18 · Heft 25 (18.6.1861) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 25 (18.6.1861)
Date
1861-06-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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SS. Jahrgang. A l l g t-«i e t ti e JW 25. unparteiisches Organ für alles jüdische Her'auSgege-en von Rabbiner Nr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. --——-1-——--— Leipzig, den 18. Juni 1861. " Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in 1 lk bis 2 Bogen. Preis des Jahrgangs Ä'Thlr. Halbjährig 1 Thlr. 15 Ng'r. Vierteljährig 22^/r Ngr. Inserate werden mit 1V2 Ngr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet. Betlagegebühren betragen für-1 Bogen 4 Thlr., für i/z Bogen 3 Thlr., für */» Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS. Expeditionen nehmen.Bestellungenan; der Häuptexpedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt - ZeitungS - Bureau hier unterzogeir. ' - In halt. Leitende Avtikelr Die Amtsniederlegung des Rabbinen Stein in Frankfurt a. M. — Aus Ungarn. — Literarischer Wochenbericht. ZeitüngSnachrichtenr Deutschland: Wiesbaden. Preußen: Tilsit. OesterreichifcherKaiserstaat: Hone, aus der Baranya. Die Schweiz: Neuschatel. Leitende Artikel. Magdeburg, 10. Juni. Die Amtsniederlegung des V Minen Stein in Frankfurt a. M. Ms wir vor Kurzem in ganz harmloser Stimmung die „Bemerkungen an jüngere Collegen III." über die Stellung des Rabbinen in seiner Gemeinde niederschrieben/ ahnten wir nicht, -daß bald ein Factum vorliegen würde, welches jenen Artikel als noch sehr Mangel- und lückenhaft erwiese, und den Gegenstand noch von einer ganz andern Sette betrachten ließe. Es ist — so ungern wir dieses Wort gebrauchen — ein Skandal, der in Frankfurt a. M. aufgeführt worden, allerdings nur ein Skandal. mehr zu den vielenwelche seit einem halben Jahrhundert in jener Stadt zuerst gegen die Juden, dann von diesen unter einander verübt worden. Der Schreiber dieses kann um so unumwundener über den Vorgang urtheilen, M er persönlich mit ähnlichen Raneunen niemals zu käurpfen gehabt. Wir haben uns schon öfter über die ungerechtfertigte Furcht vor „hierarchischen Bestrebungen" ausgelassen, welche in jüdischen Gemeinden, namentlich in deren Vorständen, vorwaltet und oft zu den unangemessensten Maßnahmen verleitet. Wir konnten dies um so mehr, als wir überall, wo sich geistlicher Hochmuth oder'Uebergriff^, in unserer Glaubensgenoffenschast zeigte, unumwunden da- '"' gegen auftraten. Aber nicht minder muß man entschieden den Vorständen jüdischer Gemeinden auch nicht einen Schritt einräumen - wenn sie es wagender freien Bewegung der Lehre Schränken äufzüführen, indem sie den geistlichen Lehrer zwei Mal und drei Mal zu binden suchen. Wer die Geschichte des Judenthums seit der Zerstörung Jerusalems genau kennt, der weiß, daß es niemals in der Welt eine religiöse Lehre gegeben, welche eine so ausschließliche Herrschaft über alle ihre Bekenner geübt hat, als die rabbinische, daß es hingegen keine Inhaber einer geringern geistlichen Macht gegeben, als die ' Rabbinen. Es lag dies in der Natur der Sache. Sie, die niemals eine politische Bedeutung gehabt, niemals den Staat -hinter sich hätten, niemals 'Gründeigenthum besaßen, stets mit einem sehr geringen Einkommen versehen und aus die Geschenke ihrer Gemeindemitglieder angewiesen waren, und selbst hinsichtlich ihrer thWogischen Gelehrsamkeit im Schöße der Gemeinde immerfort Rivalen hatten, woher sollte diesen die hierarchische Macht kommen? Im Gegenthetl, die Gemeinden, insbesondere die Reichen in ihnen, betrachteten die Rabbinen eben so

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