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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-14 · Heft 20 (14.5.1861) · p. Seite 289

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 20 (14.5.1861)
Date
1861-05-14
Page
Seite 289 (sequence 15)
Language
German
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Israelitische Confirmationsscheine in Tondruck 25 Stück 2 Thlr. 15 @gti, ' : ' pro Stück — - 4 - in braun '25 Stück 2 - —^ - ''' pro Stück — *; 3 -: '■■■■■■■• < sind stets vorräthig. Im. Frankfurther, Magdeburg. Lithogr. Anstalt. 2lnderthalb Jahrgänge von der wissenschaftlichen Zeitschrift „Der Orient" (1844, 1850 geb.) nebst dem Litcrätürblatte offerire ich zum Preise von 2 Thlr. 15 Sgr. ' Kuttner in Insterburg. Offene EEämmg. Der wissenschaftliche Streit zwischen Hrn. S. R. Hirsch, Rabbiner in Frankfurt a. M., und Hrn. vr. Z. Frankel, Scminar-Director in Breslau, hat besonders durch die Animosität der mehr oder minder bekannten Kämpen, die sich zur Verth cidigung des Letzteren berufen fühlten, eine Wendung genommen, die jeden für Menschenwürde innig fühlenden Freund der Wahrheit mit Bedauern und Widerwillen zugleich erfüllen 'muß. . Wohl hätten wir in den vielfachen Angriffen, die von verschiedenen Seiten gegen den. Charakter und die bisherige Wirksamkeit des Hrn. Rabbiners Hirsch gerichtet wurden, manche Veranlassung erblicken können, die in jenen enthaltenen Beschuldigungen entschieden zurückzuweisen, besonders da wir —-wahrend seines Wirkens als.mähr.Lan- .dcsrabbiner — an seiner Seite für gemeinsame Zwecke thätig, Gelegenheit hatten,chon seiner Ehrenhaftigkeit, Berufstreue und Amtstüchtigkeit die tiefste Ueberzeugung zu gewinnen: nichts d.esto weniger schwiegen wir; glaubten wir doch der Mühe, öffentlich für Hrn. Rabbiner Hirsch in die Schranken zu treten, durch den Gedanken überhoben zu sein, haß seine? Polemik,? die/Person und Princip :verwechselnd, durch Verunglimpfung jener — dieses inMißcreditzu bringen sucht, in den Augen eines jedes.rechtschaffenen Hannes -sich selbst richten müsse, Nun aber, da raus der Mitte unseres Landes eine Flugschrift? gezeichnet:?Viete Stimmen aus vielen Gemeinden Mährens" —die am Ende gar keinem Mähren angehören dürften gegen 'Hrn. Rabbiner Hirsch in die Welt gesandt wurde, halten auch wir es für Pflicht, nicht Mähr en gegenüb er, — denn hier giebt es fast in allen Kreisen nur eine Stimme über dessen Persönlichkeit, die der achtungsvollsten' Anerkennung/ wie sehr auch der Berichterstatter^ ins Nos 15.sder? „Pesther allgemeinen illustrirten Judenzcitung" dagegen, cifern mag, — bl o s d e mA uskand e. gegenüb er —, das vielleichtin jener Schilderhebung' den Ausdruck 'einer verbreiteten Gesinnung sehen dürfte, halten wir es für Pflichtunserer innigen Ueberzeugung nach hiermit zu erklären: daß Herr Rabbiner Hirsch während seiner Wirksamkeitals mähr.,Landesrabbiner bei Beantwortung von rituellen und casuistischen Fragen nie eine Blöße gegHen, daß er^Hlmehr in mündlichen kontroversen mit anerkannten rabbinifchen Autoritäten eine eher; so wohldurchdachte als.verstandesktare Auffassung des- Talmud und dessen Commentatoren an den Tag gelegt- und daß sein Abgang allerdings allgemeines Bedauern und vielfache eifrige Bemühungen, um seine Thätigkrit für Mähren zu erhalten, hier wach rief. . t Unter den vielen Schritten, die in dieser Absicht geschehen, heben wir blos hervor, daß sämmtliche mähr. Gemeinden Bevollmächtigte nach Nikolsburg sandten, die ihn durch Gewährleistung einer günstigeren materiellen Stellung und Zusicherung eines größeren. Wirkungskreises zur Abänderung seines Entschlusses .bewegen sollten. Als der beste Beweis jedoch/ daß auch Zeit und Entfernung die Hochachtung, die Herr Rabbiner Hirsch in Mahren genossen, nicht zu verringern vermochten, gilt wohl, die Thatsache, daß im vorigen Sommer die hiesige Gemeinde an ihn den immerhin sie selber ehrenden Antrags stellte : Er möge das hiesige Nabbinat unter von ihm selbst festzusetzenden Bedingungen übernehmen. ' /s 1. Darin liegt nicht nur das Vertrauensvotum einer 'ein zelnen, obschon der bedeutendsten Gemeinde Mährens, sondern gewissermaßen das des ga nzen Land es,s insofern, es in ihr durch die zahlreichen,, aus allen mähr. Gemeinden hierher übersiedelten Familien, aus,denen.eigentlich die Brünner Gemeinde sich constituirte, vertreten ist. Brünn, den 29. April 1861. . V Die Mitglieder des ehemaligen Comites zur Neuconstituirung der mährischen Gemeinden*) : Abraham Plaezek, provis. Landesrabbiner. Joseph Weiße, d. Z. Rabbiner iü UUg. Neustadtl. Samson Frankel. Zerman Kohn. Ezechiel Kohn. Friedrich Karplns. *) Jede Erwiderung könnte. ebenfalls nur als Inserat, gegeben werden. .... Redactson.. Wenn wir uns auch nicht veranlaßt fühlen, auf die in der Erwiderung aus Werl in No. 14. d. Z.. angeführten Thatsachen uns in nähere Erörterungen einzulasfen, so können wir doch nicht umhin, Act zunehmenvon dem, gelinde gesagt/ hämisch witzelnden Ton, in dem die Cultus - Behörde der Gemeinde W.e r l sich zu rechtfertigen^ sucht, sich aber leider selbst »ü al)8u?6um führt. Wir constatircn hier nur ein für a l l e m a'l', daß dieselbe die von uns mitgetheilten Facta und besonders' jene charakteristischenAeüßMngennicht nur nicht bestreitet oder widerlegt, sondern' durch jene Dialektik*) den stärksten innern Beweis für die Wahrheit der- *) Zu der übrigens die begeisterte, etwas, mysteriöse Apostrophe sgm. Schluß einen merkwürdigen Gegensatz bildet.

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