Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-14 · Heft 20 (14.5.1861) · p. Seite 285

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 20 (14.5.1861)
Date
1861-05-14
Page
Seite 285 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3226256-3226277--19449-3248464
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

nVsn -iiö LsrüUkissch& Äebetordnung für Synagoge und Schule- -wie zur häuslichen Gottesverehrüngi'/'Bearbeitet- und'- im/Attstrag der Königs. Württb. Ober - Kirchenbehördeherausgegeben von vr. Joseph Maier, Kirchenrath.und Rabbiner zu Stuttgart. In zwei Bänden. Erster Band : Gottesdienst für Werktage, Sabbathe und drei Feste. Stuttg. Metzler. Nur Esehu mekömön und bame ibadlikiri find neben dem Pijut dem Untergang 'geweiht; sonst wird jeder gute Jfraelite seinen alten 8i6ur wiederfinden und wenn das Halbhundert eingeflochtene deutsche-Morale nicht stört und die Klänge der Orgel frommen Ohren kein Gräuel sind, so würden auch die Orthodoreften rufen: „Hier gut Württemberg alleweg!" Doch der dreijährige Cyclus der Sabbath-VorlesunAen, das ist der leibhaftige „Ma gnitsagen" nur. eine Concession zur Verkürzung des Gottesdienstes und für die Lungen des Vorbeters, aber dem jüdischen Kalender dadurch angepaßt, daß jede Lidra dreigetheilt ist und das Kirchenjahr mit Leresclns beginnt und mit Vesos babroebo schließt. Der lange «INI^' ist kur zgeworden. Veränderungen, die das Dogma berühren und Umgestaltungen der Agende find nach der Vorrede von vornherein ausgeschlossen. Ob dis ertkemen Parteien von 'rechts und links sich mit dieser Liturgie befreunden/ muß die Folge lehren, jedenfalls legt sie das.Zeugniß von dem Streben des gelehrten Herrn Verfassers abdas Gefühl keiner Partei zuverletzen. ' Seit einigen Jahren' find vier außerwürttembergische Rabbiner bei' uns. nationalistrt und in unfern Staats¬ und Kirchendienst getreten..und. noch zwei weitere Rabbinate sind erledigt.' Am jüngsten Feste des Auszugs aus Aegypten vom Sclavendienste zur Freiheit ist der Rabbiner vr. Michael 'Gulh entstein in BUchau vom Knechtesdienste des irdischen Lebens zur Freiheit des ewigen Lebens eingegangen. j. Es werde ihm die Erde leicht, auf der er 45 kurze Jahre gewandelt und seiner Gemeinde ein treu er Hirte, seinen Schülern ein e Msi ger Lehrer, seiner Familie ein theures Glied.und seinen Freunden ein; lieber Genosse!gewesen ist. Fahre hin zum Frieden!! ' ' Ich will die Worte des Friedens und das Fahrew p h l , . das ich mit' blutendem. Herzen einem th euren Freunde nachgerufen--) nicht l durch Zeinen Mißton entweihen und von einer unerquicklichen Polemik berichtendie Herr Rechts consulenk 'ÄleMÄ er- Bach er bei Gelegenheit derWähl einiger KirchMorsteher!ü Stuttgart, in die Gemeinde geschleudert. Die'frivole Heine'sch e Schreibweise und die beißende Satyre, mit der er seine Glaubensgenossen und ihre Religion herabfetzt, kann selbst dadurch nicht entschuldigt werdendaß er für einen werthen Verwandten in die Schranken tritt. Wer sich selbst als religiös indifferent bezeichnet, der sollte im Schmähen auch nicht fanatisch werden. Am 3. Mai wird die Stuttgarter Synagoge eingeweiht. Mein Nächstes wird, so Gott will, darüber berichten. — Es bilden sich bei uns allenthalben israelitische Almosenvereine zum Zwecke der Verabreichung von Gaben an arme, nothleidende.reifende Israeliten; wodurch der Bettel in den Häusern völljg abgeschafft wird. Die Rabbiner sind gewöhnlich sehr bereitwillig in der Legalisirung von Bettelbriefen/ und durch diesen Mißbrauch wird den Zeugnissen mancher dieser Herren gar kein Werth beigetegt. Dadurch daß einer ein Lamden und ein Pole ist und obgleich er auf nan niL reist, gewinnt er kein Anrecht, den verschämten, heimischen Armen vorgezogen zu werden. Die Bescheidenheit braucht keinen am torisirten Bettelbrief, sie emfiehlt sich durch sich selbst.— . Die Stuttgarter - PürgerzeitUng berichtet Folgendes: Der Verkauf der Synagogenstände in der neuen Synagoge hat 53,000 fl. abgeworfen und es bleiben noch so viele Stande zu verkaufen, daß damit die Kosten des wunderbar schönen Neuhaus gedeckt werden können. Einzelne der Stände wurden zu 500—600 fl. ersteigert, da die patriotische Betheiligung der Gemeindemitglieder sich opferfreudig aufs Glänzendste bewährte. — Ein interessantes Schriftstück, ein Schreiben von dem bekannten Grammatiker Löw/Beyfew in Wien vom 16. März 1805 an den K. K/Rath Jacob v. Kaulla in Stuttgart liegt mir durch dze Gute ^es Herrn .Hofagenten S. I. Kaulla,. des Sohnes des. Adressanten, vor, worin er seinen, Schüler,- Herrn. H o l l an d, als Lehrer des jungen Kaulla empfiehlt. Beide, 'Herr Holland und dessen Schüler Herr S. I. Kaulla;leben als;hochgeachtete Greise in Stuttgart. — Ein anderes Schreiben de“ dato 11. Mai 1806, von dem bekannten Günstling des Königs Friedrich I. G ö.tsch Ludwigs bürg an den Rath Kaulla erzählt, wie der Herr Hofactor Pfeiffer,, ein bekannter Finanznotabler und Mäcen aus Weikersheim / den gelehrten Rabbiner Alexander Elsäßer aus Freudenthal, mir seinem neunjährigen Enkel , Marum Samuel Maier bei Gotsch .traf und letzterer den ganzen Psalter hebräisch und deutsch nach''Mendelsohns Übersetzung aus 20 **

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.