Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1861)
- Date
- 1861-05-14
- Page
- Seite 276 (sequence 2)
- Language
- German
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tismus der Juden eine Probe Überstunden, wie keiner der übrigen Bcwphner dieses' Landest . / Andenken Gegrm die Hnancipation ^Juden' heU ^r^ßM SrE PWte^heÄör: Anter^denAetzjgSstL Druck des Geldmangels und der enormen Steuerlasten würde es den emancipirten Juden gelingen, eine Menge spräche nicht Das, was die französischen und englischen Judewstnd, sagt die letzte Anklage.. I rftMnrW<EDrade dMGegenth^i''^' haltes^faE iMs übe^H)kE^ine^k> und England ist nur eine Sprache und 'eine Nationa- Xitdt, *) bei uns aber sind mehrere Sprachen und mehrere rWSachher Grundstücke Mhlfeil an sich zu rrißen, , was zum ^Rachtheile andererfDwohnerzW Landes ^aüsschlaArMutzVe. Ferner sagt er: die Juden haben sich in gewissen Steuer-- Pachtungen als Werkzeuge des verhaßten Regierungssystems gebrauchen lassen. Endlich schließen sie^ sich Betreffs der Sprache nicht, wie die französischen und englischen Juden, ganz an die ungarische Nationalität an. „Betreffs des ersten Punktes haben wir zu bemerken, daß er entschieden gegen die anerkannten liberalem Principien der Volksökonomie ist, Sowohl die Theorie als die Praxis erkannte es, daß der Staat das Wohl seiner Unterthanen damit begründe, wenn er durch Gewerbefreiheit jedem Wirken eine freie Laufbahn eröffnet und von der anderen Seite durch eine präcise Gesetzgebung dafür sorgt, daß das freie Wirken nicht nach unerlaubten Mitteln greife. Wie die Individuen diese Freiheit ausbeuten, bleibt den Kräften, Talenten und Fähigleiten eines Jeden überlassen; darein darf sich die Gesetzgebung nicht mischen, hierin kann sie — außer Unzurechnungsfähige — Niemanden bevormunden. Die privaten Unannehmlichkeiten, Verlegenheiten, Vortheile, Nachtheile u. st f., können auch nur' die Privaten, unter sich abmachen, das ist eben die erste Basis der Freiheit) ein Abweichen .davon, eine Berücksichtigung solcher Privatverhaltnisse von Seiten der Staatsmacht führt zum Despotismus. Um den Wohlstand in unserem Vaterlande zu begründen, sind ganz andere Mittel erforderlich, als Bevormundung des Volkes) Gewerbefreiheit, eine volksfreundliche Regierung, Befreiung von drückenden Steuerlasten, die Regelung der Geldverhältnisse, das sind die Mittel, üm Wohlhabenheit unter alle Schichten des Volkes zu verbreiten) und darin wäre der Jude nicht nur kein Hinderniß/ sondern er würde gerade auf jedem Gebiete des Menschlichen Wirkens' seine umsichtige, energische und 'geordnete Wirthscha'ft seinen Änd'sleuten als' Muster üufstellen.; ' st'. " ' J,v r „Juden waren Steuerpächtet, sagte die zweite Anklage. Vielleicht fünfzig Juden) und dafür soll man die ganze jüdische Bcvölkerüng der Rechtsgleichheit berauben.? .Hat sich denn nicht verhältnißmä'ßig eine größere Zahl Magyaren als Werkzeug des gefallenen Systems gebrauchen lassen? „Die ungarischen Juden seien Betreffs' der Nsttiönal-1 Nationalitäten ) nun ist dieMuttersprache des Juden deutsch, iH ch)i^M^M .MtsWWfionäMÄ ßbei Ws, er hat sie nicht gewählt, sie ist ihm angeboren. Trotzdem aber sprechen die Juden in den magyarischen Gegenden alle ungarisch mcherziehen ihre Kinder ungarisch; in Sitte so wie in allen nationalen Kundgebungen benehmen sich alle Juden des.gesammten Vaterlandes streng magyarisch; in den slavischen und' deutschen Gegenden des Vaterlandes sind es fast nur die Juden, . die sowohl privat als öffentlich ungarisch lernen; in allen ihren Gemeindeschulen sind ungarische Sprachlehrer angestellt. Ja, man kann es als ausgemacht annehmen, daß in den obern slvavischen Gegenden der patriotische Geist der dortigen Bevölkerung zum größten Theile von den Juden begründet und aufrecht erhalten wird; die Slaven würden sich sonst, wie ihre Brüder im Süden, den panslavistifchen Tendenzen Hinneigen. Wir brauchen in dieser Beziehung nur auf Urban's und Stur's Aufwiegelungen hinzudeuten; nur dem dort überwiegenden Einflüsse jüdischer Intelligenz und jüdischen Wohlstandes ist es zu verdanken, daß der Patriotismus der dortigen Bev ölkerung d em der' reinen m a gyürisch en G egend eu nicht zu weichen braucht. - „Seit dem Beginne der magyarischen' nationalen Bewegung hat sich der Jude ungetheilt dem Magyarismus hingegeben und wenn er Betreffs seines 'Patriotismus je Vorwürfe verdient,^ so sind es eherv die der Gegenpartei, als die der nationalen." — Wir theilen' Heute noch folgende uns zugekommene Correspondenz mit: j;-jv Aus Ungarn, vom 29. April. Die Berichte über die ConferenzverhandlUngeN haben überall den peinlichsten Eindruck Hervorgcbracht, und zwar dies um so mehr, iveil bisher die ungarische Pkesse und die sogenästnte;Me^- prässntanz stämmtsscher' Juden ist Ungarn"4 ganz stlUfchwei-. '' *)'• Es ist dies'Ärgüsttent aber sticht ganz wahr, denn die Jüdest im. Elsaß'sprechen noch heute mehr^deutsch als französisch, und esist; den Franzosen nicht eingefallen-. sie darum auszuschließen; ja unstr den Juden; welche jetzt in Frankreich in allen Carriören am meisten, gls .Patrioten glänzen, ist die Mehrzahl im Elsaß geboren und hat in der Jugend deutsch gesprochen.