Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-05-07 · Heft 19 (7.5.1861) · p. Seite 262

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 19 (7.5.1861)
Date
1861-05-07
Page
Seite 262 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3226256-3226276--19421-3248435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ümänvete in: „Ich schwöre Lei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden", so müsse man befürchten, daß die Juden resörvsttdnes mentsles annehmen. — Graf Rittberg beweist' für die Vorlage aus -'alten Gesetzbüchern und Urlkunden-'daß^ der'Eid'der Juden in den ältesten Zeiten ein höchss einfacher gewesen und die Erschwerungen nur Ausgeburten des' Mittelalters seien. — Der Schluß der Discnssion'ist beantragt. Hr. v: Senfft-Pilsach gegen den Schluß: Es sei noch Manches zu widerlegen und ein Redner' habe sich noch gemeldet, den Alle gern hören. — Graf Jtzenplitz für den Schluß. Die Sache sei so angethan, daß Jeder davon informirt sein werde; auch habe man schon einige Wiederholungen gehört. — Der Schluß wird angenommen, nachdem der Präsident erklärt, daß an eine Vertagung auf Montag nicht zu denken sei; man wisse, welche wichtige Sache in der nächsten Woche zur Berathung komme. — Ueber den principiellcn K. 1. wird auf Antrüg des Hrn. v. Waldäw namentlich abgestimmt; das Resultat ist Ablehnung des Paragraphen mit 74 gegen 35 Stimmen. Mit Ja stimmen : Jähnigen, Graf Kielmannsegge, Krausnick, Lautz, Mohring, Poelmahn'/, Graf Pü'ckler, v. Rabe, Graf Rittberg, Rummel, Stupp, Tellkampf, Teßmann, v. Treskow, Baumstark, BerNd't, v. Bernuth, Blömer, Bornemann, v. Brüncken, v. Brünneck, Cadenbach, beide Camphausen, Freiherr v. Die'rgärdt, Engelhardt, Engels, v. Fahrenheidt, Grimm, Grvddeck, Fürst zu Hohenzollern, Hammers, Hasselbach, Hering. Mit Nein stimmen unter Andern: die beiden Hohenlohe, Graf Reventlow, Frhr. v. Rigal. Die fernere Berathung des Gesetzes wird auf Ersuchen des Justizministers vertagt. — Immerhin ist die Minorität von 35 gegen 74 Stimmen schon Etwas, und wir haben jener um so mehr unfern Dank zu sagen. J Es versteht sich, daß das Herrenhaus keiner' Gegenbeweise bedars. Die hohe Stufe der Cultur, welche die Juden'in Preußen erreicht haben, hängt nicht vom Votum des Herrenhauses ab, Mag dieses stehen oder fallen. Doch ein Beweis, auf den wir viel Gewicht legen, ist uns in diesen'Tagen' erst wieder in die Hände gefallen, den wir unfern Gegnern' doch unter die Nase halten wölben. Er''wurde früher einmal von uns angeführt/ und bestätigte sich neuerdings abermals.' ' ' - ‘' Nach eined im Aprilhest' des /,Centralblattes für die gesammte Unterrichtsverwaltüng in Preußen" befindlichen Genedalübersicht 'von der Frequenz der Gymnasialanstalten' besuchten im Wintersemester 1859/60 die Gymnasien Unter 37,746 Schülern 2114 Juden während also die jüdische Bevölkerung noch nicht den siebzigsten Theil der Gesammrbevölkerung des preußischen Staates ausmacht, ist der achtzehnte Theil der Gymnasialschüler jüdischer Confessiön, so daß verhältnißmäßig vier Mal so viele Judenkinder die Gymnasien besuchen als Christen. Die Vorschulen der Gymnasien wurden von 2687 Schülern besucht, worunter 288 JUden, also der neunte Theil der'Schüler. — In den Progymnasten befanden sich zur selben Zeit 2134 Schüler, darunter 83 Juden, also der sechsundzwanzigste Theil; unter den 480 Schülern der Vorschulen zu diesen Progymnasien waren 11 jüdische, also der vierundzwanzigste Theil. — In den zu Entlassungsprüfungen berechtigten Realschulen, und zwar erster Ordnung, befanden sich 10,416 Schüler, darunter 1006 Juden, also der zehnte Theil, so daß demnach hier sieben Mal mehr Juden als Christen diese Schulen besuchten; die Vorschulen zu denselben wurden von 1901 Kindern besucht, worunter 198 Juden, also mehr 'als der zehnte Theil. Die' Realschulen zweiter Ordnung befaßten unter 6497 Schülern 418 jüdische, also der fünfzehnte Theil; in den Vorschulen zu diesen befanden sich 1208 Schüler, darunter 91 jüdische, also der dreizehnte Theil. — Das Resultat ist: daß die Gymnasien, Progymnasien, Realschulen und v eren Vorschulen in Preußen im Winter 1859/60 von 63,069 Schülern aller Confessiomen besucht wurden, unter welchen sich 4,209 jüdische befanden, so daß der fünfzehnte Theil der Schüler jüdischer Konfession war, während die jüdische Bevölkerung nicht einmal den siebzigsten Theil der Gesammtbevölkerung ausmacht, demnach verhältnißmäßig fünf Mal mehr Juden als Christen jene Lehranstalten besuchten. Wie wir schön einmal bemerkten, ist dies ein Zeugniß für die unter den Juden immer hoher steigende Cultur, das jedes'andere überflüssig macht. ' ' " Daß übrigens auch das jetzige Abgeordnetenhaus durchaus' nicht geneigt/ist, im Detail unseren, wie wir glauben, gerechten Forderungen'zu' genügen, wird auch aus folgender CortespöstdeUz hervorgehen. M Pr. Stargard, 22. April. Auf die von den hiesigen jüdischen Grundbesitzern in Nö. 12. der Allg. Ztg. d. Jud. erwähnte Petition an das Haus der Abgeordneten hat dasselbe'in seiner Sitzung dom 11. d. M. auf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.