Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1861)
- Date
- 1861-05-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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85, Jahcqann- Allgemeine -M 19. fj^ßvw+'+Wl* VW Ein unparteiisches Organ für alles Mische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg. Leipzig, den 7. Mai 1861. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, in l'/r bis S Bogen. Preis -deS Jahrgangs 3 Thlr. Halbjährig -1 Thlr. 15 9lgjr; Vierteljährig 22^/r Ngr. Inserate werden mit• 1V* Rgr. für die Petit-Zeile oder deren Raum berechnet,' Beilagegebühren betragen für-1 Bogen 4 Thlr., für Vr Bogen 3 Thlr., . für */« Bogen 2 Thlr. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs - Expeditirnen nehmen.Bestellungen an; der Hauptexpedition für beide Letztere hat sich das König!. Sächs. Haupt«Zeitungs-Bureau hier unterzogen. ' ' - Inh a l t. Leitende Artikel r Aus' Preußen. — Aus dem österreichischen Kaiserstaat. - Aus Nordamerika. Zeitungsnachrichtenr Oesterreichischer Kaiserstaat: Pesth, aus den Karpathen. Rußlan'd: Warschau, Warschau. Leitende Artikel. Magdeburg, 29. April. Aus Preußen. Das preußische Herrenhaus hat über den Eid mor e judaico sein Votum abgegeben, und die vom Äbgeordnetenhause angenommene Gesetzesvorlage des Ministeriums v erwo rfen. Es wird also vorläufig in, der bisherigen Weise fortgeschworen.- Daß dieses'Votum Niemanden überrascht, versteht sich von selbst. War doch die einzige Chance, die man dem Gesetze im Herrenhause Voraussagen konnte, nur die,, daß dasselbe seiner negirenden Rolle irgend einmal überdrüssig werden und seine Deklamationen gegen den Nihilismus der Zeit einmal gegen seinen eigenen Nihilismus wenden werde.. Vom allgemeinen Standpunkte aus können wir uns nur über-dieses Votum freuen. Das Herrenhaus muß auf seiner Bahn weiter schreiten, muß mit jedem seiner Schritte seinem unfernen Ziele näher kommen. Es hat bis jetzt fast alle Vorschläge der Regierung und Vota des Abgeordnetenhauses verworfen, es steht im Begriff, die Grundsteuerausgleichung wieder zu verwerfen: warum sollte es mit dem Judeneide anders verfahren? Es erweist sich hier vielmehr abermals, daß die Judensache durchaus kein isolirtes Moment ist, daß sie von einer gro* ßen Geistesrichtung getragen wird, welche nach allen Seiten hin freundlich oder feindlich, liberal oder'reaktionär, human oder feudal: ist. Uns Juden kann es nicht darauf ankommen, noch ein öder zwei Jahre länger den gelben Fleck dieses Eides zu tragen, wenn auch dadurch: unsere Widersacher' ihrem Endenäher gehen. :-Es muß sich ja nun bald zeigen, ob in Preußen es sich mit diesem Herrenhause so weiter regieren :läßt. -Wir Juden erhalten täglich mehr Beweise, daß: unsere Sache immer größere Fortschritte macht. Zuerst erklärten sichi die-Hauser der Volksabgeordneten überall für uns, neuerdings nun auch die Staatsregierungen; wir haben also nur noch die Häuser der Feudalen wider uns, und der Ausgang kann da nicht zweifelhaft sein. : Für die Gegenwart geht: daraus die Aufforderung an' uns hervor: bei' den im Herbste bevorstehenden Neuwahlen als Glieder: des preußischen Volkes nur für entschiedene Manner unseretStimme abzügeben. Darüber zur Zeit lein Mehreren' -"w ü j: Wir muthen unfern Lesern nicht zu, die Auslassungen der alten „Herren" in ihrer ganzen Ausdehnung 'zu lesen, dazu besitzen diese zu wenig Wichtigkeit.- Wir ge* ben daher nur ein kurzes Referat über den Commissionsbericht und die Sitzung vom 27. April.i Berichterstatter Dr. v. Zander: Wie bereits bekannt, lehnt die Commission den Gesetzentwurf ab, und zwar,