Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1861)
- Date
- 1861-04-16
- Page
- Seite 226 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Beziehung die weitmöglichste Verbreitung: Es kann entweder direct vom-Verfasser oder-von der Redaction ker hebräischen Zeitschrift Hamagid unter der Adresse des Herrn „Rabbiner Silbermann in Lyck itt Preußen" bezogen-werden.*) v - Die Wahlfähigkeit der Israeliten in Galizien ist nun außer Zweifel) und werden bei dem am April zu eröffnenden Landtage in Lemberg einige — wenn auch verhältnißmäßig wenige — Vertreter dieser Glaubensgenoffenschaft mittagem Indessen ist nicht zu läugnen, daß anfangs die Ungewißheit über diesen Punkt zu Befürchtungen Veranlassung gab, was bei der gewohnten Znterprktirungsmethode der untern Behörden - in Galizien sehr erklärlich, bis ein in Folge eines diesfallsigen gesuchlichen Einschreitens erschienener ' Erlaß z Sr. Ercellenz des Herrn Staatsministers vom Isten d.; Z. 765. die beruhigende Versicherung ertheilt hat: „daß! die Bedingung des Vollgenusses der bürgerli-: ch e n R e ch t e lediglich nach den einschlägigen Bestim-1 mungen der bürgerlichen Gesetz g ebun g und ohne! Einflußnahme beschränkender a d m in i str a t i v e r V o r- - schriften zu beurtheilen sei." Betreffs des Gesuches um die Erwirkung der- Aufhebung der die Realbesitzfähigkeit der Israeliten in Galizien normirenden kaiserlichen Verordnung vom 1-8. Febr. 1860 aber erklärte Se. Ercellenz in ebendemselben Erlasse: „dermalen nicht in der Lage zu sein, auf diesen Punkt des Gesuches einzugehen"; man glaubt daher, daß dieser Punkt der Berathung und Beschlußfassung des Reichsrathes vor-' behalten sei. Dies scheint demnach sehr geeignet, den in No. 12. S. 161. d. Bl. citirten Bericht der „Oester.; Ztg." zu bestätigen. . - - - Uebrigens sind —: seitdem die Wahlagitationen die Geister in Galizien beschäftigen — die Juden die glücklichsten Geschöpfe aus Gottes Erdboden; von allen Sei-? ten wird ihnen cajolirt und geschmeicheltihre überglück- - lichen Ohren hören nichts als Liebeserklärungen und Zärtlichkeitsäußerungen. Die k. k. Beamten und ihre) *) Die Anmerkung Seite 51. dieser Brochüre ist da-s hin zu. berichtigen, daß die betreffende Stelle auf den in! Wcrtheimers Jahrbuch für Israeliten 5620 S. 60. vorkommenden Aufsatz „König Johann 111., Sobieski und/ fein Verhältnis zu den Juden in Polen won vr. M. Let-! teris" Bezug , hat. Der Schluß dieses Aufsatzes gab der! skandalsüchtigen „Wiener. Kirchenzeitung". Veranlassung zu) einem hämischen Angriff, welchen aber der Verfasser in-' seinen „Wiener Mittheilungen" energisch zurückiveist. . 1 ^-Edrresp. * Schleppttcter suchen die Juden für sich zü gewinnen, und thun so schön und sprechen so süß — und die Pattioten ihrerseits bearbeiten sie 'wieder in ihrem Interesse und geben sich alle Mühe, ihnen den Boden, auf dem sie ruhen, so sanft als möglich zu machen. — Seitdem dieses goldene Zeitalter für die Juden Galiziens angebrochen ist, spricht man in Lemberg nicht mehr von „verbotenen und unbefugten Bezirken", lassen die Geiste lichen Dienstboten ungestört — bei den Juden , wirst man den jüdischen Bewohnern des Strädomin Krakau nicht mehr Fenster ein, behauptet man in Rzeszow nicht mehr, daß die Juden den Pfarrer Jlinski, seligen Angedenkens — der sich, wie Jedermann weiß, selbst entleibt hat - vergiftet hätten *), verbietet man den Bauern in Wola Dalsza nicht mehr,' einem Juden in Feuersnöthen beizustehen, bescheidet der Krakauer Magistrat Nicht mehr: „ein Jude dürfe zwar in der Stadt ein Haus kaufen, aber nicht darin wohnen", kümmert sich der f. k. Bezirksleiter Kopal in Glogow nicht mehr darum, ob ein christlicher oder ein jüdischer Arzt daselbst die Christenlekchen - und Viehbeschau besorge,^ wenden Bezirksvorsteher zu Brody nicht mehr die Strafgelder von Juden ausschließlich dem christlichen Spitale zu, dringt der wohllöbliche Magistrat in Tarnow nicht mehr - auf Wlederherftellung eines Judenbezirkes daselbst, weil es ihnen der hochselige König Stanislaus Augustus in einem Privilegium vom Jahre 1764 bestätigte, und — denuncirt löblichderselbe nicht mehr die Juden der Militärscheu! * „O ^aß sie ewig grünen bliebe, Die schöne Zeit der jungen Liebe!" ' Lemberg, im April. (Privatmitth.) Ein Corcespondent übersendet uns eine ganze Anzahl, von Circulären, welche theils vom Wahlcomitü, theils vom Vorstande der Gemeinde iN Lemberg an die jüdischen Wähler gerichtet sind. Sie sind sämmtlich' mit hebräischer Oüadiatschrist gedruckt, theils aber in rein deutscher, theils i'y jüdisch-deutscher und theils in halb hebräischer und halb deutscher Mundart abgefaßt. Ihre! Tendenz ist, was wir hervorheben, überall in Einmüthigkeit mit den *) Ueber diesen Gegenstand findet Man Ausführliches Und Interessantes in No. 5. des laufenden Jahrganges des einem hebräischen Blatte, das, formell und intellectnell, so wie an Theilnahme von Jahr zu Jahr zunehmend, auch in Deutschland »lehr Aufmerksamkeit verdiente, als ihm, wie es scheint, dort geschenkt wird. Cö rr.