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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-04-09 · Heft 15 (9.4.1861) · p. Seite 207

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 15 (9.4.1861)
Date
1861-04-09
Page
Seite 207 (sequence 5)
Language
German
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MfWHerr Punkt/' ItBet* '/Ärt"i>es 'Dörftäges'/chatteü ^ie nichts gefunden, und' da' 'Sie1 in / Ihrer'FreuNdschast M mich mir'aüch' in dieser ÄeAehuNg einige Erfahrung züttaüen, jo' ersuchen Sie Mich, Auch hierüber einmal meine Meinung'zü äußern. Solcher Interpellation 'tzebe ich gern nach; übst: 'wie As mir überhaupt 'nicht ein Mt, ein Ldhrbü'ch '.her'Homiletik dd'zufaffen/ können'meine Äus- Mssungtst' über diesen Punkt auch nstr als einige wohlg'ststeinte Räthschläge gelten.' ' "! '/Allerdings hübest Sie Recht, die gute Vortragsweise gehört ° wesentlich zum guten Kanzelredner. Sei der Inhaltnoch so'geist- Und 'geMüthreich, die Form der Predigt noch so sehr den Regelst der Kunst gemäß und den Bebrngungen" der Zühörerschaft anpaffend,' und das' Bedächtnißdes Rednersstoch so glücklich — letzteres ist 'jedenfalls zü einem'güten Vortrüge nothwendig und'dessen ' sicherste Grundlage '— so wird doch erst der schöne Vortrag den'''beabsichtigten Einbruchs hervorbringeN, Und bedingt somit" grMenWils 'den Erfolg' des Redners. WknM eist Maler mit dem lebhaftesten ' SchwuNge der Phantasie'und dem glücklichsten Griffe den'Vorwurf seines Gemäldes /erfaßt'und' entworfen, und die Zeichnung aufs' Richtigste 'getroffen hat, aber er setzt falsche Farben und' unrichtige Dinten auf, so ist seine Schöpfung verfehlt. So auch der Redner, der die herrlichsten Gedanken in' 'wöhlgeformter Rebe/ aber mit falscher Gesticulaiion, mit 'unrichtiger Betonung und häßlichem Organ vorttägt. ^Leht'eres wir^' allerdings eine Gabe der Natur sein, aber d'öch bei Weitem nicht so sehr, wie es gewöhnlich vermeint wird. .Denn wenn auch Niemand sich geradezu ein wohlklingendes Organ geben kann, so vermag der Mensch doch durch Uebnng und wohlbewüßtes Studium eist schlechtes zu verbessern, und so viel Gewalt über seine Stimckorgane'zu gewinnen, daß sie den Gedanken Und'Gefühlen unterthast sind/ und sich unbewußt zu statürlich richtigen 'Dolmetschern jener hergeben. Es ist dies eben so sehr der "Fall, 'wie 'ich gesehen habe/ von Natur prächtige Orgarie durch Manier und' Ziererei zw Grunde richten.' /}1 lu rV. •' ■“ ' : Fragest 'Sie-mich Mn nach einigen Regölst'der-richtigen Vortragsweise, so will ich Ihnen Wohl einige solcher züm Besten geben , wobei ich -niemals zu vergessest bitte, daß sch' sticht.den Lehr- und Rednerstuhl,'fföndetn die Kanzel im Auge habe. ' . . - < . ' ' Der/ Äke'' Lüih'est" gab'-' a'ü'f' eiste ähnliche Frage -eines MndidM'dieAMoE-/.Tritt ftisch auf, sperr's-M'aUl stiif,"M''Hr'biild wieder"astf! - Es ist dtcsMöch heute ellle.7göWtidÄeg'el/ dH ^niH'/^ne^MchiheU 'LÄetzt'ÄiÄ. Schweigen ^wir' als" ni«cht/ hierher gehorig bl>n dem letztest Gliede" diescs Nath'es —'' daß' stämlich'diste' Predigt "höchstens zwischen einer halbenMd dsteiviertel Stustdd schwanken soll, weif gerade'wenn' dle Predigt ^üt^ist/ jededästgete abspannst' ermüdet ustb soihren eigenöst Vörtheil'Ädruckt, nstd, lassen Sic mich hinzüfügen/ ich halke es'für eine größere wüstst, eint gediegene kurze, Als'' eiste/ lastge zu machen, weshalb auch gerade'die jüstgwett Prediger am ehesten 'chiekgötzeü'^MzAstoM'/pflWn/ und" soKrD ihreni eigesteN Schadest eine' Force darin' suchen/ recht länge zu predigen. E)er wesentliche Ä'nhM des Lüther'- schen Spruches ist : st) sei ganz natürlich/' und 'Hsei nicht zaghaft. Tritt ' alsst' 'Deistes"'GegenstastM l'gastx HM auf die Kanzel, Md sprich ihn ohne' Stocken 'und Fürchten lebhaft und'' ur,gezwungen' aus. Jede 'Künstelei ans der/Känzel verfehlt den Eiiidrstck, und widert zuletzt Es 'muß erste feste llÜberzeugung 'sein, eiN'ullt KaMmdt'n des Geistes erftÜllender' Elfer, "die auf b'ie'-KastM treten: Ein Besinnest/diu lattgsaM 'und nerzagte's Ästfästgen"Macht den Hörst: itre, kühlt shst von° 'WrnherM'stb^, ffö-Me nichts' peinlicher" ist für den Hörer/ als!em"öfiÄaliges Stocken, unwillkürliche Püusen," öftitös Vergreifen in W'm Worten.' 'Natürlichkeit des Äorttag'es' ustd'eiN'Mgezwustgenes, sich voll und ganz histgebeMes ÄestnOdkWffeWst mannigfache Schwächen "des' Organs/und ^der -Vortragsweise/ Nichts ist 'richtigA WberSä^:'"/,Wsts Herzest kömmt/ geht züm Herzest"/ und das alte Sprichwört: „Das Herz macht den Redner)"" " Dies ist der - alte Luther'sche Spruch. Fragen'Sie mich nach denr 'meinigen, so lautet er ungefähr':-.Bewahre ein edles, rechtes Maß! " —" Wir müssen stie vergessen,^daß diwKaiiz'el' den erhabensten'^GeMnstanden 'gewidmet ist, Und' den Zweck der' Erhebung ustd Heiligung verfolgt.1 Sie ist - keine Schaubühne /' keiste- 'KämpfareNäkein Platz Vet- Wühlepeiund 'ÄNfwiegelung/ ' Diesem -Höchsten Zwecke Miuß idet Mstir'M^^n"seinev-'ÄoMägMffe entsprechest/^/Sprich st)ahidstlkchk"zU dangsM, "stber'-Mch nicht /zu "schnM-Ersteres^ - Arinüdstt/"zerrt die- 'GedattkM auseistander, "läßt 'destrÄbfchweiftst der GedankendrsHör'ers - zst 'Melen "SWlraM/"'Rßt die "Gefühle ^'nicht recht warm werden infvMeW'bkk dM jüdischest ^ZuhöM- Ver"'vön Ratur''leössäM'ünd^stn'KVüldig'ep ist/" MtztereS spannt Hingegestden-Hörer'zu 'ftstp M/ jaM s-MüMeist in wilder Flstcht/ M^''seiMMstiledkstMM^u""sehd,»SlS daß sie nicht bald 'schwinden1 sollte)'säfft^hst'd'ie - Gedanken kaum verstehen Wenfalls - wm'igep erfäffest-ttnv^bs»

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