Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 14 (2.4.1861)
- Date
- 1861-04-02
- Page
- Seite 201 (sequence 13)
- Language
- German
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201 Hirsch übel genoHmey/WW xr-asselbe stuf das schärfste kritisirthättezabev die Ketzerrichterei ist verdammens- Nun schreien die Herren Halloh! man wagt es, das geweihete Haupt Hirsch' anzugreifen: In einer Zeit, wo an dem Stuhle.in Rom gerüttelt wird, will Herr Hirsch'detr jüdischen Papst machen. Gegen diese Herrschsucht in Gläubdüssachen wird jedes jüdische HerzProtestiren.. Herrn Hirsch ist es auH gar nicht um die „Tauroh" zu thun, wie könnte er es sonst gestatten, daß sein Schwiegersohn in knabenhafter Arroganz in einer Polemik gegen Fasset wiederholentlich diesen „frech" nennt? und doch haben Herr Hirsch mit seinem Schwiegersöhne zusammen, wie männiglich bekannt ist, nicht das talmudische Wissen eines Fasset. v Man weiß es übrigens, woher der Groll und Ingrimm des Herrn Hirsch gegen Frankel-und Grätz. Er will das Seminar unterwühlen, weil es ihm mißglückt ist, eines' zu begründen. Wessen Schuld ist es aber, daß das. jüdische, Publikum Herrn Hirsch, welcher den Vorstand der Frankfurter Religionsgesellschast so glücklich macht, kein" Vertrauen schenkt?' — Möge daher Herr Hirsch lernen bescheiden zu sein. Er kann in seinem „Jeschurun" so viele Predigten drucken lassen als ihm beliebt, und nach Gutdünken Kritik üben, aber keine Ketzergerichte halten. Dazu sind die Zeit und die Verhältnisse nicht angethan. Herr Toneles, Rabbinatsaspirant aus der Schule M. Benedict's, unterrichtet seit einiger Zeit Nabbinatscandidaten im Talmud und in den Correlarien. Weil wir dem Unternehmen den besten Erfolg wünschen, halten Mw es für Pflicht, Herrn Toneles aufnrerksam zu Nta ch en, ohne Ost ent a tio n aufzutreten. Bei einer jüngst abgehalte'nen. Prüfung %ix Schüler —' es sind jetzt drei — welche vor fünf Gästen stattfand, wurden die Localitäten der Religionsschule requirirt, eine Rede gehalten u. s. w. - l‘-[ ■' ■ , : Rußland. Warschau, 17.,Mrz. Ztg.) In einem unfrühen BerH^erchahnien Mir. bereits, daß Einleitungen' getroffen werden,'.'um Äe schroffen Gegensätze, welch As gesellschaftlicher Pezfehüsih Mhtt zwischen der christli chen und jüdisch en Bevölkerung-bestanden haben, zu Gunsten der letztem aüszugleicherr. Die officielle Theilnahme der Warschauer Rabbiner am Begräbnisse der am 27: Gefallenem,? dieLlufnahme dreier Juden in 'den Bürgerausschüß sind Belege dafür. Heuch ift nün abermals ein hierauf bezüglicher'Schritt durch die Aufnahme aller jüdischen Kaufleute in die; K au sm an n sin nung der Stadt Warschau geschehen/ Den Juden war nämlich bisher zwar vollständige Freiheit im Betriebe des kaufmännischen Gewerbes gewährt,sie kountenäuchdieGilde erster und zweiter Cläffe erwerben, von der Innung aber waren'sie ausgeschlossen. Jn einer heute Mittag im großen Ressourcensaale abgehaltenen Versammlung der hiesigen (christlichen) Kaufmannschaft wurde die Aufnahme der jüdischen Kaufleute Ln die Innung votirt und der von dem Kaufmannsältesten Schlenker eingebrachte Antrag durch Acclamation angenommen. — Am 27sten Februar wurde bekanntlich das Kreuz der Kapuzinermönche, welches dem Leichenwagen bei dem Begräbniß vorangetragen wurde und zu der ominösen Demonstration Veranlassung gegeben hat, von den Kosaken zerschlagen sind demolirt. Die Judenschasthatnnnbeschloffen, dem Kapuzinerorden ein silbernes .Kreuz zu verehren und. zu diesem Zwecke eine Collecte ausgeschrieben, welche, wie wir hören, denerforderlichen. Betrag in sehr kurzer Zeit aufgebracht hat. Es versteht sich von selbst, daß dies bei der 'christlichen Bevölkerung-einen sehr guten Eindruck hervorgerufen hat und die feindliche Stimmung immer mehr be< beseitigt. Die Zünfte haben dreMeichstellung der-Juden und deren Aufnahme in die Innungen beschlossen. An je i Ae n. Baeanz. In der Hiesigen. Synagogen- Gemeinde ist die Cantor- und Schächter-Stelle,; verbunden mit einem Firnm von 150 Thlrn. nebst einemn bedeutenden Nebeueinkonunen von mindestens 250 Thlrn: und sehr anständiger freier Wohnung, zum 15. Mai d. 3 vacant. Hualificirw Bewerber - wollen ihre Meldungen nebst ihren Zeugnissen an den Unterzeichneten Vorstand franco' einsenden.' " Der Synagagen - Vorstand. I. L. Salzburg. SchÜnlanke. •. Wir suchen für unsere Filial-Gemeinde Niederntudorfs einen mit guten Zeugnissenversehenen Lehrer, dessen streß Einkommen, bei völlig freier Station 80 Thaler betragt. . :• \ £■ /<■;. ' Salzkotten, 'den 24. März 1861. ' , Her VMfand.^M'WWägog^ S. Meyerhoff.