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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-04-02 · Heft 14 (2.4.1861) · p. Seite 198

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 14 (2.4.1861)
Date
1861-04-02
Page
Seite 198 (sequence 10)
Language
German
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198 MwDnjmn und r unbittiM- BWchex-! überantwortet, yMrhtz MMschung-,Hev! RegAmüg, wohi aber-'ein aUQ?m$W?, Gesetz.-,zur Nothwendigkeit wird/ > und -es Min/der That nicht? abzusthenwie -ein-die Stellung der jsidisKen - Lehrer; normirendes Gesetz schädlich - sein könnt-e..Im Gegentheil kann nichtgenug betont werden, daß durch ein solches Gesetz die Lust/-- den Lehrerberuf . zu - wählen, von Neuemerwecken; und. den Eifer der Lehrer/- für - ihren Beruf beleben - würde., Man bedenke, , das Loos des-jüdischen Lehrers ist ein sehr .bescheidenes, und-wenn ihn Etwas dafür entschädigen kann, so., ist -es die Aussicht auf eine gesicherte Existenz'. Wird auch diese-.ihm versagt, bleibt er immerfort abhängig vonder Laune seiner Vorgesetztenso-ist seine Lage- - eineverzweifelte. Der Einwanddaß ein Lehrcr, über* welchem,das Damoklesschwert.. der: Entlassung hängt, umso eifriger seine Pflichten erfüllen/ werde, ist ,,-ein .falscher, ' es kann ihn zu steter Nachgiebigkeit, M -Kriecherei- -- veranlassen, nimmt ihm dagegen jedes höhere Bewußtsein, so daß . er eben nur für den Scheinnicht aber für. die Verbreitung wirklichen Segens arbeiten wird. - Die vom Abgeordneten Veit vertheidigte Ansicht, daß die Stellung der Lehrer durch die Gemeindesta.tuten geregelt werden sollte, beruht auf gänzlich er klnkenntniß - der Dinge. Wir haben die Statuten großer.-Gemeinden,? wo doch die Jntenston, ihre einmal - gewählten Cultus - - und Schulbeamten. dauernd zu erhalten,-, -vorherrscht, , eingesehen und fanden darin die- Bestimmungen', - daß.. die/ Anstellung. immer? nur provisorischoauf /drei Jahre,;, dann auf 12 Jahre, und hiernach erst definitiv, und zwar jedesmal -mit vorhergehender. Neuwahl der. Gemeinde geschehen sollte Irgend ein Anrecht des Beamten aus seiner-bisherigen Dienstzeit ist nicht vorhanden. Erwägt man.'nun, daß nach fünfzigjährigen Diensten, wenn die Stelle nicht die erste des Betreffenden -war, oft schon ein vorgerücktes Alter eingetreten, so kann man den' Schluß daraus ziehen, .welche. Sicherheit.der Zukunft solche Bestimmung en g ewähren! -- Und -doch uw erden sicherlich die kleineren Gemeinden - auch derartige Bestimmungen nicht zugestehen. — Um. die w ir k l i ch e n Perhältnisse einma.l/recht, wieder augenscheinlich zu machen,- erlaube man uns ein Histörchen aus jüngster Zeit und aus dieser Provinz der .Wahrheit gemäß -zu erzählen.. Es ist - ein -Beispiel, gilt aber für viele.. . - / 7- - 7 Der. Lehrer• Weinberg,• welcher uns. schon früher und - neuerdings won verschiedenen Seiten - als ein solid.er> anspruchsloser Mensch und berufstreuer Lehret geschildert würde,' fungirte seit fünf Jahren in der Gemeinde Werl als Lehrer-und Cantor, hatte niezu einer Klage Veranlassung gegeben und lebte mit seiner Gemeinde in den freundlichsten Beziehungen. Im Laufe der Zeit nahm-Weinberg seine drei unbemittelten, verwaisten Schwestern zu sich und machte es denselben möglichdurch Anlegung eines kleinen Kurzwaarengeschäftes sich redlich und anständig zu ernähren. Die Gefährlichkeit dieser Situation, die dem Neid und der Boßheü Nahrung gab,: erkennend,' erfüllte Weinberg seine Functionen um so gewissenhafter und-pünktlicher. Nichtsdestoweniger ergriff der Vorsteher^ die Klage einer Wittwe, daß ihr Kind in der Schule dutchgebläut sei, als eine' willkommene Gelegenheit, ohne. weitere Recherchen anzustellen, dem - Lehrer einen in so starken und wenig gewählten Ausdrücken gehaltenen Brief zu schreiben (worin unter Anderm mit ConcessioNs-Entziehung (?!) gedroht wurde), daß Weinberg nicht; umhin konnte, denselben zwar gemäßigt, aber entschieden zu beantworten und gleichzeitig zu -kündigen. Diese Kündigung würde zwar vom Vorsteher und einigen Gleichgesinnten mit Freuden angenommen, die Majorität der Gemeinde remonstrirte indeß dagegen und verwandte sich dringend bei der Negierung zu Arnsberg fi'ir das fernere Verbleiben des Lehrers. Die nächste Folge war, daß die kleine aber „m ä ch ti g e!" Gegenpartei, denselben bei der Negierung in einer Weist anzuschwärzen versuchte, für-die wir uns keinen Ausdruck erlauben wollen. Dieses gelang ihr -zwar nicht, denn die Erlasse der Regierung lauteten sämmtlich zu Gunsten des Lehrers, indeß erklärte sie zuletzt den Fall für eine Privat-Angelegenheit (Werl ist eine Filial-Gemeinde!) und — Werl sucht einen anderen Lehrer! /Die Angelegenheit hatte selbst bei dem christlichen Publikum Aufsehen erregt, - was man um so erklärlicher finden wird, wenn man hört, auf welche zarte Weise - sich-. der Vorsteher in einigen Gemeindesitzungen ausgedrückt hat: „Ich/ habe keine Sympathie für. jüdische Lehrer! " und: „Wir ' bekommen leichter wieder einen Lehrer, als die Rosenthaler (Bewohner eines naheliegenden Dorfes) einen Schweinehirten!"' Solche. Aeußerungen sind zu charäkteristisch, als -. daß man ' denselben noch etwas; hinzuzusügen brauchte. Wir bemerken nur noch schließlich, daß wir den Bericht/ nach authentischen -Quellen- und um so unparteiischer. gegeben, als uns die betreffenden Per-

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