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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-04-02 · Heft 14 (2.4.1861) · p. Seite 190

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 14 (2.4.1861)
Date
1861-04-02
Page
Seite 190 (sequence 2)
Language
German
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190 so weit gebracht worden, der Dankbarkeit nicht blos der Befreiten, sondern aller -fühlenden Menschen keinen Ein--- trag )thun, sind unsere Ändr zittert vor Keude^inhemwir, 'MKuGStGteHdIwi^HndK aüchßunsererjeits-chWö^^ denthat in das Buch der Geschichte verzeichnen. Ja, wir freuen uns ihrer, daß sie zu unserer Zeit geschehen, daß wir sie mit erlebt haben) wir freuen uns ihrer als Jftaestten,. die -saauch erst die Zeit ihm - Befreiung cut#' t>& Leibeigenschaft / aus ^er'Kammerknechtschaft nach Jahren zählen, als Israeliten, deren Gotttslehre zuerst die Brüderlichkeit aller Menschen, die Gleichheit Aller vor dem Gesetze ausgesprochen und proclanürt hat. Mit diesem Acte ist abermals ein Stück Heidenthum aus der Menschenwelt herausgeschafft, abermals ein Sieg des göttlichen Rechtes.errungen. Sonderbar, aber nicht zu verschweigen: während im freien Amerika der stolze Unionsbau zusammenbricht, diese erhabene Schöpfung. einer reinen Idee., weil fanatischen Sklavenhaltern ihr Recht, Menschen mit Gott ebenbildlichem Geiste zw unpersönlichen Dingen herabzuwürdiZen, bedroht: scheint .-^-.ertönt vom Throne Rußlands aus der Ruf der Freiheit füreine ungeheure Menschenmasse und ertheilt ihnen mit der persönlichen Freiheit auch Eigenthum an Grund und Boden zu..' i Ein lehrreicher Wink, wiedie Form an sich Nichts ist, aber der Geist und der Inhalt-Alles^., - Und so wird der Segen Dessen, .der einst gesprochen : „Ich bin. der Ewige, der Dich herausgeführt aus dem Hause der Knechtschaft!" auf dem Haupte des erhabenen Herrschers, ruhen und ihn seine großen Werke erleichtern, seinem Herzen die-Freude des Gelingens verleihen und das Bewußtsein erhalten, gewollt und gethan zu haben, wie Wenige unter hem. Menschen! Aus Aayern. So hat! denn die bayer'sche. Abgeordnetenkammer der Forderung-genügt, die auch wir vor Kurzem erst (No. 6.) an Sie ausgesprochen, sie hat das Matrikelwesen fast einstimmig abgeschafft., und da die Staatsregierung ihre Zustimmung erklärt hat, so läßt es sich voraussetzen, daß auch die. Kammer der Reichsräthedafür stimmen werde. Wir. lassen einen ausführlichen.Bericht nach der „A. Z." folgen. : ■; ... München, 20. März. 19,te Sitzung der Abgeord-, netenkammer. / Der zweite Gegenstand der Tagesordnung betraf den vom Abg. Paur bezüglich der Ansässigmachung und des Gewerhsbetriebs der Israeliten-gestellten Antrag. Abg?M.umch als Referent leitet die DiseussioÜLunter Bezugnahme^auf^seinen Vortrag,' im welchemA)iech^dschichte dieser Frage niedergelegt "ist, ein, und bemerkt unterEnderm Folgendes: Die Judenfrage gehöre seit mehr als zwanzig Jahren zu den stehenden Fragen der Zeit) die; Grundsätze des "Rechts, der Moral und der Volkswirth- Häst, das Princip der Gleichheit des Gesetzes und vor dem Gesetz für alle Staatsangehörigen erfordere die bürgerliche ..und. staatsbürgerliche Gleichstellung der Israeliten. Fast alle "crviltsirten Lander haben schon seit Jahren diesen Forderungen Genüge geleistet. Gleichstellung bestehe in Preußen, Württemberg, Baden, Nassau, Sachsen u. s. w., zum. Theil auch in Oesterreich) und- Bayern, dessen Negierung und Volksvertretung sich vorzugsweise zu den freisinnigeren Grundsätzen bekannt haben, und sich dazu so lange bekennen müssen, als die Verfassung bestehe, habe die beschränkenden Bestimmungen fortbcstehen lassen. Diese Beschränkungen gehören längst vorübergegangenen Zeiten an, und die Juden von 1861 seien ganz andere als die von 1813. Nach seiner Ueberzeugung hätte man schon viel früher die Beschränkungen' bezüglich der ' Ansässigmachung und des Gew.erbsbetriebs beseitigen sollen) dieselben seien eben so ungerecht als schädlich für die Volkswirthschaft, indem sie nicht allein die bessere Entwickelung des Capitals behindernsondern erfahrungsgemäß viel Arbeitskraft dem,Land, entziehen. Die israelitische Bevölkerung sei 1832 in der Pfalz 14,473, 1856 dagegen 15,574, diesseit des Rheins 1832 45,534, 1846 41,924, 1851 41,270 gewesen, habe mithin im Ganzen 1832 60,007, 1846 57,598 und 1851 56,844 Seelen betragen, und es zeige sich hieraus, daß die Seelenzahl der Israeliten stets im Sinken begriffen fei. Der. Referent schloß mit den Worten: „Laßt uns gerecht werden den 40,000 Staatsangehörigen, die schon längst, mit uns die gleichen ordentlichen und außerordentlichen Staats-, Kreis- und Gemeindelasten tragen) laßt uns eine veraltete Institution beseitigen, die weder mit den Grundsätzen des Christenthums, noch mit der. Aufgabe der Civilisation in Einklang gebracht zu werden vermag, und die außer Bayern kein einziger civilisirter Staat mehr kennt." . .Der Staatsminister v. Neumayr: er habe bereits in der Ausschußsitzung den Standpunkt, dargelegt, von welchem aus die Staatsregierung den Antrag des Abg. Paur betrachte.Der wesentliche Inhalt (von uns ,bereits nntgetheilt) sei im Ausschußprotokoll enthalten. Es werde genügen,, hiepaus Bezug zu nehmen, und - hier die Erklä-

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