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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-02-12 · Heft 7 (12.2.1861) · p. Seite 96

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 7 (12.2.1861)
Date
1861-02-12
Page
Seite 96 (sequence 10)
Language
German
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M>W j^ückiNM^M' Wir 'ßütimf(l‘iI‘'nu>>Si:V‘!* 'nmu!* 2/t.i'r 'fr:ci . * 's 3<fr)i i.i: "f,: 3,1 ^jüiQjf, ,')'i fr"-:^ C‘t„ } , "> '/."-HeM«M«LchrEt.err. . 7; 777 V Deutschland. 7. / " HkmbriiA im Febmar. lPrivatmitth.) -Lüdet'/ ist her^ Senator'Benjamin/ welcher im Congreß zü'Washington als feurigster Vertreter der Sclavmpeitfcherei Mrkt/ ein ZAde!' Kein' eingewaüderter freilich, sondern in Birg knien geborener'; sonst ein 'gattz'''Mgejreh- Wr Manru' Üeberhaupt bietet 'diese Sclävendebatte Aiele Aehnlichkeitspünkte mit der Judenfrage/ Sv wie E'hN^W'te genug sahen und noch sehen, die bei irgend"- Mem' Stück, wie Mosenthal'S Deborah, bei irgend'' hinein Ghetto-Roman in Thränen zerfließen, oder gar ' eine Emancipations - Rede mit beiden Händen beklatschen, dann aber ruhig alle intoleranten Gesetze' vettheidigen, allen privilegirten Druck ausüben Wr haben, ni ksllor,' ja erst dergleichen in Ungarn eilebt)- ft' fehlt es auch in Südcarolinä und Florida NneSwegS ^cimHerren und namentlich an Damen/ die ulle?' Onkel Vom geschluchzt haben, dann über in die Auctiori des/Nachlasses gehen, wo unter anderem Haüsrath auch d'äS /schwärze Eigenthum", oft die eigenen Kinder, deSBesitzersmeiftbietend verkaüst wird. Und so wie' die humanen New-Yorker, nachdem sie redlich für die BefteiUng der Schwarzen gestrebt haben, nicht erlauben, daß ein freier Neger in ihren Omnibus mit einsteigt/so wird auch manche aufgeklärte Christendame dem Logenmeister böse, der ihr einen Platz neben Jüdinnen anweist! ' ‘ Bei Gelegenheit der DiScussion über daS Rasch- Mt'dü 'Eochin-Hühner ü« s. w. bringe ich die Erzählung^ äüS -des englischen Ministers D'Jsraeli berühmtesten MömänCoriingsby in Erinnetung, in Mcher'diestr' Schriftsteller, welcher keine Gelegenheit vürübergehett läßt/ den jüdischen (und insbesondere seinen sefäradischen) Stamm, auf den er in jeder Beziehung stolz ist, zu erheben , ein' vermuthlich 'erlebtes Beispiel der rabbinischen Casuistik giebU Ein vorneh- Mr^Judeso erzählt er, übrigens durchaus nicht in 'spöttischer Absicht, erhielt-von einem Freunde einen Pfau geschenkt And' wußte nichtob es ihm denselben zu essen erlaubt ° M VVA Äichk' - Ihn besucht^ der OrtSrabbiner- And -ÄkläA^ E^fl^eÄ^den^Pfäü fuir'ünlitjafTig^;^"fix4 feiW SHickftk; dir biü' sich / dei MMbittet den Pögel 'für sseine'eigene Küche verbietest Dü 'ihn 'uttd willst/ihn nun^ selbst genießen'? f'1" Ja y mein' Freund/' die Sache ist' gänz ^n/detDrdnuüg!^ Ob'PMen ' etlaübt sind odüinichts■' darüber haben' 'wir keine sichere' MMtidn^ Mb'Jedek^inüß^ seinem'Rabbinedsolgett: 'Ich' als hiesiger Ortsräbbiner,hälte ' das Thierfür ünW laübt, And däs^rstmithin 'Gesetz'für 'Dich.' Der RüS biner' meines' Gebririsörtes' sst aber mein' eigener 'Vater, und; dieser hält5den'' Pfau für erlaubt' daher esst ich ihn!' An der koscheren Täfel' in GüikdhM weMtz sie sich wohl' nach' dem Mo^ll gerichtet haben. —'11 : Mit vielen Sätzen in der Rede unseres Gvld^ schmidt bei der Mendelssohnsfeierkann ich: mich nicht einverstanden erklären, am wenigsten mit der idyllischen Schilderung der Rabbinatspersönen. / Frei^ lich eine constituirte Hierarchie haben sie seit der M bylonischen Zeit aus dem Judenthume heraus nicht bilden können, uüd das war die natürliche Folge A nes Zustandes, wo jeder Einzelne beständig nur für seine eigene Haut zu kämpfen hatte; dagegen haben sie es' zu' keiner Zeit,' auch der neuesten nicht, verschmäht, sich von den Regierungen, wo es nur an-- ging/ mit einigen kleinen Donnerkeilen belehnen zü lassen. Und als endlich 180778 in Paris eine der katholischen möglichst nachgebildete Constitution für die jüdische Kirche erschien, da haben sie sich das sehr wohl gefallen lassen, und viele jüdische Gemeinden in Frankreich und sonst wo haben noch heute die Früchte davon, wahrlich nicht zu ihrem Heil. Hätten aber die europäischen Regierungen nicht in den Jahren 1780 bis 90 den Rabbinen das Ercommunicationsrecht genommen, so wären wir wahrscheinlich noch nicht weit über den Standpunkt der Juden inj Konstantinopel, in Jerusalem, oder in Bolhynien hinaus. Wie diese Herren auch bei uns die letzten Lage ihrer Bannmächt benutzt haben, das hat die eöütempdrane Geschichte nicht vergessen. Eine ihrer letzten Thaten war der — übrigens mit richtigem Instinkt — gegen die Mendelsohn'sche Bibelübersetzung nebst dem' Biur gerichtete Bannfluch. 'Ob Moses Mendelssohn, welcher, Gott weiß woher, einen dem ästhetischen Gefühl weit geöffneten Sinn besaß, sich eines-weiteren Ziels bewußt war, als statt . eines schlechten, wilden Dialekts ein correctes, edleres

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