Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1861)
- Date
- 1861-02-12
- Page
- Seite 94 (sequence 8)
- Language
- German
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fti ren, das freilich: auch seine: ernste Seite- - hat: - -Herr 4wn Bl-ankenbarg Hat in feinem - kritischen 'Mdzuge' gegen die: Irrthümcr - und ."Mlßbräilch'e'.-'des >vrthöddren Zuventhums / das Kol-Ridre-GebM am Versöhnungstage iÄNtzeführt -und. geschinäht^ --Der-Abgeordnete-Veit. hat' ihm nachgrwiese.nl, -daß er mit bieten -anderen Männ-ern der Kritik und - Aufklärung - das Gebet: - mißdeutet) und/ daß die.'Sache in-''der Lhat so schlimmnicht-ist.- --ZMffinso gewiß 'aü'e billig Denkenden-, unter den^Zudm -Miit diesor milderen Deutung einverftaNdensind// so - scheint es doch-Vielen von -ihnen, als'obdieses- Gebet Mit seiner immerhin' wunderlichen/ ' der -MißdeNtüii'g leicht Raum gebenden AusdruMwetsekein rechtes: Gebet sei und besser ans der Litukgie' wegbleibe?-' Es'-hak sich NUN-in -Betreff dieses Gebetes Folgendes in ÄNeWWndL'-Mgett-ägt»n-k-dsft 1 en im Geistedes■' reinsten Feudalism-üsevhaltentz Verfa-si sung und Verwaltung esfür die-Partei des Herrn v» Blaßk en b u r-g -zu einem wahren -Müstehstaate--macht. Wir Haben bereits erwähnt,-daß es eine Zeit Mb / wö selbst die -mecklrnbmgffch'e'.- Meg'ierüng --'Resittm Mud Aüft Mrung -untev den-Juden -zü fördern suchte unddiesem 'Zwecke sogar. den. Einfluß - Herl dürgerlichen Gewalt wirken'‘ zu i lassen\ nicht-ffürn Nttangemessen hielt.- - Unter der Herrschaft-- dieses Systertts kamen: stcksrnnige Männer und ein in seinenreligiösen-AnfichÄn'-sthv: fortgeschrittener -Rabbiner 'an die Spitze der-Wischen- Güttusangcle^ genheitcn. - Die Folge!lwar/'däß^ außer einige«: Stelle«/ in denensich die Abgeschlossenheit-Und Unduldsamkeik der alten Zeitkund -thaton, auch daD'/Köl-NiVre5-Geböt aus der -Liturgie, der- UlecklenburgischeN Synagoge-wegfiel. - Allein nachdem Herr v. Schrödter, bekanntlich-einet-dev hervorragendsten! Vertreterfeudaler--Grundsätze-, dem be-- treffenden Ministerium-in-Mecklenburgv'orsteht:/--hät sich das Alles geändert. DieMänner-dev 'Aufklärung''wurden. gewaltsam von der Leitung-dev jüdischen Cultusan-: gvlegenheitenentfernt- und dieselben -wurden denn krassesten Obscurantismusin die Hände gegcb'e'ck Die', größeren und--gebildeteren Gemeinden des Landesjedoch,'-welche' nicht -blos auf höheren ' Befehl',Vüfklärüng-- getrieben. Hatten, sondern einer vernünftigen Reform aufrichtig zugcthan waren,, wollten von den eingeführtm Verbesserungen nicht lassen undersuchten die Negierung, , sie möchte -ihnen die Beibehaltung derselben / 'insbesondere aber die fortdauernde Weglassung' des viel' geschniähtenKol-Nidre- Gebetes gestatten. Umsonst : Herr' v. S ch r ö d t fr erwiderte - ihnen, sie verständen die.Sach? nicht,' dqsl Kol--Nidr,e- Gebet sei ganz-vortrefflich/ wenn: man nur,in denwah-- ren Geist, desselben eindringe. - K«r^> das-gedachte Gebet mu ß- -aufVefthl-der Regierung: in allen Synagogen Mecklenburgs-wiederverrichtet-werden./: und wen« esietnmäl anch .in Viesern gesegneten OänV^e dahin komme« föllte/daß ein -Feudaler die Melodie des ratiönalistischeW;Judenhasses: an^ustimmen für gut findet,--so-wird fein Gefinnungsgeu-offe /-dafür -gesorgt Haben, daß es ihm -an-Stoff für seine Böswilligkeit nicht-fthle-L;.i ./ ci ii ,)Aber die - Religkön., -in d-ererl Jüteresse angeblich jenes System der Bevorrechtung und' der Unterdrückung aufrecht erhalten - wird — wird sie denn aüfdieftmWege wirklich gefördert? Wenn das Vertrauen auf-die-UnverLbrüchlichkeik.des Rechts untergraben, wenn der durch dit Verfassung geheiligte Gtundfütz der Rechtsgleichheitvernichtet -wirdkann dann-wenigstens'behauptet-werden, daß dem- .'religiösen Leben 'aus dem Gelingen solche« Strebens ein Gewinn erwächst-? -Rein, -tausendmal-nein, wenn:Ihr die Religion als -Sache des Gemüthes und der sittlichen Wahrhaftigkeit-, als-die innigste Beziehung--zwischendex Seele- und - ihrem -Schöpfer betrachtet. Mir-.'wenn Ihr -sie in das-Gebiet der Aeüßerlichkeiten- und der-Fictionen vw» setzt-, wenn Ihr ihr den Charakter des Dienftgewandes beilegt, welches die Ueberzeug«ng anlegt als Zeichen der Anerkennüng: äußerer Herrschaft, -wie-es der Leib des Dienenden thut,. -wenn1 -Ähr - sie--also der Heiligkeit - und. Lauterkeitentkleidet/.die --ihr Wesen ausmacht/ und sie ich deti Schmutz:-des Weltlichen heräbzieht,- könnt Ihr Euch :einer Gewalt freuen/ die kein Zeugniß für die Macht, des- Glau°« bens:/ sondern--nut-chie Md/da. ein Zeugniß. menschlicher Schwäche - zul'.'örzwiwg'e'n^vermag:) -. das: -fürwahr weder, der Moral noch-der.-Religion/ fonvetn nur -jener.-gefürchteten Herrschaft.des Egoismus förderlich ist/. Freilich. werden dien klügeten .Mitglieder -der-Partei, die >wir bekämpfeN/ stch -hüten, diese Saite' anzüschlagen. Allein, die Partei hat - auch minder vorsichtige. Anhänger/: dir /sich-- keinen Zwang anthun und--dasöffentliche Geheünniß müsplaudern. .-: So .-lesm'i wir in. der n bereits - angeführten/ -vielfach intereffanien Rede des .Herrn -Grafen H o d e r d em .die Worte: .„die getauften-Juden- Müßten--es fchwer. beklagen/,, daß -sie mit der Eonversion nicht bis' zu den Zeiten des Grafen Schwerin-gewartet.'": Das-ist klar -und/ deutlich gesprochen.^ Mso wenn Mit dem herrschenden Glaüben kein äußerer Vortheil mehr verbunden ist, dann, wird man nicht -mehr zu ihm übertreten-, und . das: System eines Ministers wird zum Werthmesser der Religion? Also/ jenerunwürdige- Handel..mit dem -Vckeuntniß feuchtet auch.: diesen-: Hirren- .in-seiner ganzest widrigen.- RaHt-: