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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-02-12 · Heft 7 (12.2.1861) · p. Seite 92

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 7 (12.2.1861)
Date
1861-02-12
Page
Seite 92 (sequence 6)
Language
German
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t>W Gebens,--Nichts der Trelle gegen- -den- ^ngeerbtens; Glaübey MferNt-i-.-WenN" der ernste - Sinn-,/der. Bekenner der verschiedenen-Religionen. einander-nähereverwandt ist, als die! Gleichgültigkeit-- die -den -Glauben nach äußererEonvenienz wseein Gewand ändert, so stehen, gerade. Die, die ihrem / Gewissen das ».höchste Opfer - bringendas r ein Many/dringenkann-« der Gesinnung-Derer,.die sie .fanatisch zurüchveisen,;»näher, als Manche-von-Denendie den Widerstand.; mit leichter. Mühe. überwindenL-ck! Wenn? selbst im - leiblichen- Kriege man.'.am Feinde - die--Tapferkeit -ehrt, so - scheint, es - unbegreiflich) daß - man' im -Kampfe der Conftsstonen an-dem Gegner nicht, die Treue und .Opferwilligkeit achtet, -die doch fürwahr einwesentliches - Moment aller. Religion ist. In der Thal , aber ist auch die öffentliche- Meinung sich hiervöllig/klar! und nuri zu - geneigt, selbst.' über das! Ziel hi.nauszngehen./ Der Makel, den! sie nun -einmal-.an den.Religionswechsel heftet,.-wird'!sie trotz allercofficiellen Fiktionen ^so lange!, nicht! als: erloschen-ansehen, als: der Uebertritt zur herrschenden- Kirche Mit . so tief in das Lebensglück eingreifenden Bortheilen:verknüpft ist. Und ist denn der Herr Cultusminister so sicher, .daß die .reifere Jugend? der: Gymnasien dem. Mnstußdieser -so! allgemeinen und tief wurzelnden Empfindung so ganz unzugänglich ist, daß ihrem Gemüthe der Gegensatz:/fremd bleiben wird, in welchen das. System einer herrschendem und bevorzugten Kirche, die Religion zu den edelsten Regungen der Menschenbrust, zu 'Treue, und. Ehre bringt?: Wenn : man ihr ohne Anstand. einen Lehrer giebt,. der dem Staate -den Zoll des! Bekenntnisses entrichtet hat /in einer Lage, in welcher er sonst auf das höchste Gut des Lebens würde haben verzichten müssen, sollte: der Jugend, allein die Frage fern bleiben, die sich/Jedermann sonst darbietet,..ob hier nicht der Form.statt, des Wesens gehuldigt worden? Und wenn , sich ein solcher Zweifel: ihrem Gemüthe; aufdrängt, sollte..nicht ihr: sittliches Bewußtsein dadurch /mehr getrübt, ihre Achtung vor der Religion, da-: durch schwerer gefährdet werden,. als wenn sie leinen mathematischen,. physikalischen oder klassischen Unterricht, von. einem nn.dersglaubenden Lehrer erhielte, der, nachdem! er' vielleicht - Jahre schwerer- Entbehrung um des. Gewissens willen ertragen, zuletzt-feine Stellung! dem Siege der Wahrhaftigkeit und des.Verfassungsrechts, nicht einer Nachgiebigkeit , verdankt, die, - wenn auch - der . lautersten Ueberzeu-! gung entsprießend, unter diesen/-Umständen/ nie- .von. unwürdigem Verdachte frei sein wird? / Wäre: es möglich, : die: «Fragen von /dem -unbefangenenn ünverdörbenen- Sinn deN'Jügendcselbft entscheiden.zu lassen: wir -zweir ftln, dasistentzeNsMandpuyst-de^Herrn.Kultusministers f einn.ehmen! würdet!— i - :.„.Eine eigentNmliche/!Stellung hat in der.-vorliegenden Debatte^Herr-?v o. n M lan k e n b u r g, der. .Vertreter der Tendenzen des.Heprenha'uses iin :Häuse der/Abgeordneten,/eingenommen. Derselb e -hat vorzugsweise/das-- sogenannte!. orthodoreJudenthum, zum Gegenstandi seiner Angriffe .gemacht. -Es -muß Verwunderung" erregen, die--' sen: Ton:von: dioser- Seite anstinmren zu Hörem Wer den. Widerstand gegen: das. den Juden zu gewährende Menschenrecht und die: Fülle der Gehässigkeiten., durch - die - er ftin-Dasein fristet, -näher beobachtet .hat,, weißdaß - sie von/den-entgegengesetzten religiösen Parteien au'sgehen> .dir sich , in allem: Anderen tödtlich/getrenntim Hasse einträchtig begegnen.- Voltaire.-und.die Ultramonta-nen, Ratso-nalistenund Str-eng gläubige- P aut n s: und H e n g st e nb e rg haben Jeder von seinem Standpunkte mit! gleicher < Wuth Juden und; Judenthum geschmähtmnd aus -der Rüstkammer beider LageriwurL den. die Waffen-/entlehntmit denen man. den>Kamps wider' die verhaßte. Rechtsgleichheit führte. Die.Einen verfolgten - das Judenthum, weil-? esnicht der r e ch t -e Glaubewardie/Andern-, weil es- /doch! eben -ein leben-. - diger, die Gemüther - fesselnder Glaube war; .die Einen verabscheutenes/,' weil-.es«-seiner- Tochter, dem-gläubigen Christenthum, nicht huldigte; die Anderen verziehen! ihm«! nicht, daß es diese Tochter: geboren habe- «und/gar man-' cher Feind. -aller /Religion / warfeige: - genug - v seinen In-! grimm gegen, die mächtigegefürchtete/Tochter, an . der«! ohnmächtigen-Mutter-: auszulassen. /In dem "Kämpft,-:der; in den Dreißiger Jahren - um: :die .bürgerliche-: Gleichstel-! lung der Juden /geführt -wurdet trat das Oratio nal isst i.s ch e Element des Widerstandes fast ausschließlich iw den-Vordergrund,/-und der Fanatismus fand für gut-; sich /hinter jene aufgeklärte Unduldsamkeit.: zu/ verstecken ' und/ sie. fast allein, den Streit ausftchten zu' lassen. Dieses Schauspiel, bot besonders in jener-Zeit die Mehrheit der! badischen Kammer dar. . Es'wäre ja um. .ihren Ruf des - -Liberalismus! geschehen gewesen, wenn sie die - Ausschließung , .die sie, um den Vorurtheilen ihrer Wähler ‘ nicht zu mißfallen, aufrecht halten zu müssen glaubte,: schlechthin .an die Abweichung von der herrschenden Kirche « hätte!knüPftn/Wollen.!ÄDieftlbd' wärd!'däher an die Bi-!! goMAe-cher JudtnE-on'/ihre' aWnderndenMeligionsge- \ brauche- /,än denTalmud geknichftz:-wenn';fieri-HERetiÄ! gionsinur -recht -rsidical nach: -ratiöffalistifchen-,Grundsätzen! | refornlirten-, -hiest es;>ffo:solle ihrer Gleichstellung üichtsl

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