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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-01-29 · Heft 5 (29.1.1861) · p. Seite 68

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 5 (29.1.1861)
Date
1861-01-29
Page
Seite 68 (sequence 10)
Language
German
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Men- Natiönalmelodien beim-Gottesdienstes das Wort' reden: 'Wir - Halten' den'Gegenstand' für diel zu wichtig,--um einen ' so paffenden Moment nicht mit-Freuden zu begrüßen/' deruns Gelegenheit Wietet^ unsere Ansichten darüber mit denen unserer- Kunst- und Fachgenossen 'auszutauschen. - ".-Änknühfenvt -zunächst'-'andie; -Bemerkungen 'ves'^Herrn Weintraüb , - erscheint' Uns die Annahme eines'- Dopp'elsh- ^eÄSdeL^WHgtscheNTon'art'ganz ungegMd'etr/DaßWie Men 'uüs dem -Phrygischen, dasaufseiner'' D'berquint'e keinen^ ronsonirenden Dreiklang - hat/häüsig nach dem Aeölisthen-modulirten/tft bekannt/ oft ' aber auch bauten sie NP i demselben - Gmndtöne : eine neue Tonart auf/ durch Erhöhung'oder Erniedrigung' eines Tones der HaUpttonart; was daher Herr Weintraüb für ein zweites System hält/ ist nur das Hypo-äolische modulatorisch durch-6§ bewerkstelligt. Wenn -feine Behauptung wahr wäre, dann wäre es ^auch nicht - zu begreifen, daß in den KirchenmelödieUkein Beispiel sich findet, das aus eine solche Zwittergestalt von Tonart, wie sie Märr nennt, hinwiese. 'Hat Hetr Wi jedoch Anhaltspunkte zu seiner Behauptung nur in ' Synagogenmelodien zu finden geglaubt,' und zwar an Stellen,- wo'' mödulatorische Absichten nicht zu Grunde gelegt werden können, so müssen wir offen gestehen, daß wir solche Melodien als eben so viele Beweise erkennen, daß die Verfasser derselbenweder von einer neuen noch alten Tonart eine Ahnung hatten. Doch davon 'mehr im weitern Verlauf dieser ' Besprechung. Hier sei nur beiläufig noch bemerkt, daß wir Synagogenmelodien auch in der dorischen Tonart besitzen, und daß unsere Väter die phrygische nur häufiger anwandten, weil diese mit ihrem ganz besonders trüben' Ernste ihnen sympathischer war. ’ Doch nun zur praktischen Seite! Sollen unsere Synagogalmelodien und Intonationen - beim Gottesdienste ferner verwendet werden'-oder nicht? Es ist sseit einiger Zeit von verschiedenen Seiten die Behauptung ausgestellt worden-, daßunsere Gesäuge sich nur in alten Kirchentonärten-bewegen) %nb daß ihnen deshalb eilte - ganz besonders' religiöse Weihe innewohne; allein diese Ansicht ist entweder aus einer sehr oberflächlichen Kenntniß unserer Nationalgesange hervorgegangen,; oder/man fignörirt geflissentlich, in der allerdings sehr verzeihlichen Absicht, diesen Melodien eine von der musikalischen Welt schon anerkannte Basis zu verschaffen,-Alles, was dieser Annahme geradezu widerspricht. Wie bereits oben bemerkt, will man in der Mth/wo eine Melodie mit ihrerunbeständigen, bald groß/ chalb klein erscheinenden zweiten Stufe der Tonart inkeiner Kirchentonart einenftsten Grund findet, /seine'Zuflucht' zü distem^^Doppel - Shsteck iiehE^ gleichwohl erweitert auch dieftr WeüeZuwachs-vön TM art die Grenzen -wicht »'genügend- 'für-MelodtäüMe No: 34, 35, 37-, 56 -sammt fastallen sogenanntem phch gischen Melodien, welchen Herr W: in üseinem'GefäUgen ungebührlich viel' MüstrUangewiefeu l hat: Die Terz^ würde in' der Phrygischen -TonÄb von den Alten nur - gelegen^ lich-zur- Modulation^ Mch Mrü'- ApdlischemWöhet/ Hder beim Schlüßaceörd^wegen deWsehlenden" DomiLiMen^ dteiktangs/wö fie überdieT"zur-DekrästiWlg'der-HaiHttoüart gefiUentlich - noch chöchek-MMne-Terz-'anklik^est ließen/; Firner/kannte'das -alte System'weder VerttiiA derte noch - übermäßige Intervalle, die selbst bis Ms Me neueste Zeit als unmelodiös verboten waren/ Unsere Melodien dagegen-hältem cönsecsüent die große Terz mit der kleinen Seeünde -fest/ und -W'1gWL-'daher'?fastikeM'phrhgische Melodie ohne! die übermäßige Sekunde/ die vorzugsweise charakteristisch für sie bleibe Wir Md^ sn der That begierig , zu - erfahren/ welchem System solche-Weüsen ihren Ursprung verdanken! Aber, fragst man/liegt unfern Melodien denn ' gar kein Tonsystem zu Gründe? Darauf ist 'Folgendes' zu bemerken. Unsere traditioUellen Melodien find' in drei - Hauptgruppen einzutheilem. Die erste Gruppe 'bilden diejenigen Melodien > die dem modernem System angehören.- Siewurden und werden noch immer seit dem vorigen Jahrhundert-von deU Juden in Deutschland -gesungen. Sie find die einfachsten, aber auch die profansten und trivialsten' von allen /'»Und bezeichnen ungefähr die Stufe, auswelcher auchcher-Kirchengesang - im -1 fiten - Jahrhundert stand,- als -das' Concil von Trient seinenvernichtenden? Tadel über die damalige mit' unheiligen -und frivolen Liedttn vermischtegeist-- liche Musik aüssprüch und Pälestrinä-mit dW^Meforist derselben beauftragt wurde. Nur mist-dem Unterschiededaß die Melodien in der Kirche durch den Contrapunkt künstlich verdeckt Und dadurch Wem Wahrnehmen des Men - fast' ganz ' entzögen wurden/ während? üstsere^ Mclodien immepeinstimmig gesün'geU/' jedem - Empfänglicheü leicht/ügNMch warem/Me sind luMr Mstw^Sytüigdgenweisin die ' verwerflichsten und -gewtfi^wird/einjeder Sachverständige in dem- Wunsche mit mir^übereinstiMmen, däß - sie rnöglichst bald der' Vergessenheit^ anheimfallen mögen. Eine andere- Gruppe bildest' die- Melodien, deren bereits oben Erwähnunggeschehen/-die weder - einem neuen/- noch einemalten Tonsystem/ -so - weit unsere Nachrichten reichen, - angehören/ - Die -Bet Weitem größere Zahl! derselben verdankt -ihre- Entstehungwahr-

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