Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 4 (22.1.1861)
- Date
- 1861-01-22
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
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anstaltete Gedächtnißfeier statt. -Dieselbe wurde mit? entsprechender Würde-und Feierlichkeit begangen. Den Schwerpunkt, der Feier bildeteMetreffliche Festrede.des? Herrn Vr. Goldschmchtz^MsiVortraa. der.abaeseben von der bei einem..^EWManne sich, von selbst-verstehenden Gedie^enH^^^Wlarheitsi ganz neue? und überraschende GeßAstzD^M bo^^^Me nach unserer Ansicht; woh^M/gU^W, ziemlich allgemeingültig?8^affung Mendel^Wl's/ ünd seines Wirkens gründlich zu widerlegen, unMsir-Kritik nachdieser Richtung ganz neue Bahneni zWrschließen. Wir meinen die Stellung, welche Mendelssohn im Judenthum angewiesen wurde, und nach welcher er zu einem Reformator im herkömmlichen Sinne, zu einem jüdischen LusiheL/ der gegen^ einen jkldischin Papismus zu Felde zieht, gestempelt wird. . - Nichts ist nach vr. -Goldschmidt - irriger, alsdiese Auffassung, - und - nichts;,zeigt/von-:einep ärgern Verkennung, sowohl des: Rabbinismus, den man nur zu häufig gedankenlos mit Priesterregiment zusammenwirft, als . .der Grund-? bedingungen, auf welchen das Familien- und Gemeindeleben der Juden jener Zeit beruhte, - so wie endlich auch des persönlichem Charakters. Mendelssohns, und. seiner Schriften. Es ist interessant und lohnend zugleich, dem Redner in seiner Argumentation zu folgen, und die Leser Ihres Blattes werden es uns hoffentlich.-Dank wissen, wenn wir es versuchen, ihnen eine leichte Skizze davon zu.geben. , Diese Argumentation ist übrigens eine ganz einfache und klare, und stützt sich, auf nichts Anderes, als auf historische Wahrheit und auf ein richtiges Erkennen und . Peurtheilen der Verhältnisse. Negation und Opposition find zwei wesentliche unerläßliche Momente in dem Charakter eines Reformators..; Wer sich nicht muthig auflehnt gegen festgewur- . MMit Freuden nahmenwir den folgenden. Bericht auf, der den, wie wir -auch , vonanderer Seite rühmen, hörten, gediegenen Vortrag unsres gesch? Eollegen betrifft. Aber 8uum euigue. Die Ansicht über Mendelssohn als d^fmMAor.siff, mcht.-areu^ ^-flLhrWben sie-in früheren Leitartikeln in dieser Zeitung irsi ähnlicher Weise schon ausgeführt, und, weiter ausdehnend, dieselbe Erscheinung bei David, der den Tempelcultus durch Einführung der:.. Psalmenmustk .umgestaltete, bei Esra und N'eHeMäh, -^ei dem ‘ Thälmüd und 'bei' Maimuni nachgewiesin- - Auch' vr. Kay sie r f 1 n g hat sichin stimm „Mendelssohns schon, ähnlich ausgesprochen: ^- "n-;u. u Redaetion. 'zelte Zustände,, wer! nicht, offen und-l kühn' hintritt-sge- - gen .eine -Welt,./ um -das schwachdämmerndeZeitbewußtsein gewaltsam zu erhellen , wer nicht einsteht mit! Leben, und Gesinnung sin dem Kampfe gegen gefährliche Gewohnheit -- und nochgefährlichere Gedankenlosigkeit, ja wem micht eine Rücksichtslosigkeit eigen ist, -die sich, zuweilen -auch an dem wirklich- Schönen und Helligen, vergreift, - wenn das , Gemeine und . Niedrige, Sittenlostgkeit und Heuchelei sich hinter ihnen verschanzendem. fehlen die wichtigsten Bestandtheile eines Reformators. Es. muß .demselben , streng, genommen , mehr das Genie, der Revolution/ des) Umstürzens und Zerstörens innewohnen / als -des --Aufbauens und Befestigens. Daher stellt die Vorsehung solche Männer , nur sin einer Zeit! und sin Verhältnissen, hin, .wo sie?-ihre Kräfte nach,.ihrem ganzen Umfange entfalten, können/ und der gleichsam dämonische. Zug ihres Wesensin seiner ganzen ungebändigten Gewalt hrrvortteten kann/ /v: •), Bei Mendelssohn aber und dem Judenthume liegen) die;-Verhältnisse ganz, andersund dieses brauchte eben so wenig einer Reformation als jener ein Reformator. sein durfte. Mendelssohn mit - seinem milden , wohlwollenden, schonenden, nach einem - hohem allgemeinmenfchlichen Ziele strebenden. Geiste, Mendelssohn, der Philosoph, dem es nicht mm einseitige schulzünftige Theoreme, sondern um - Erforschung per wahren Sittlichkeitsbedingungen zur Förderung,ächten Menschenwohls zu thun war; der strenge Beobachter - religiöser? Gebräuche ganz .im Sinne des raöbinischen Judenthums,, der. in seinen religiösen Gebieten ungehörigen Schriften sich völlig auf rabbinischem - Stand-, punkte, befindet, stand weder in Oppositton? zu, seiner. Zeit, noch zur ,Vergangenheit, und schließt) somit.von vornherein, jeden Gedanken an einen Reformator, aus: Aber vielleicht?; wäre er trotz seiner natürlichen? Milde?und Sanftmuth ein -solcher geworden, wenn?.?et-. im )Judenchume-Zustände.-vorgefunden hätte, diesihn? dazu? würden berufen haben..Mllein .das war-, uwie?:gesagt, nicht? der. Fall. Das Mdenthum. Hat . keine starre-^ beengende Dogmatik, welche das freie) Denkenin Fesseln. Wägtfs istvielmehr eine. Religion des Gedan-- kens.und der That, deren oberster.,Grundsatz, ja dereyo.berstes Pflichtgebot? - das freie Forschen, das?? Prüfen^ der religiösen Wahrheit ist. Cs - bedurfte -nicht, erst,twie bei -dem-.christlichen? Reformator,-einer.Crkämpsung der? freien Bibelbenutzung zur EmcktelMg.-.dZkserDaWM