Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 25 (1861)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1861)
- Date
- 1861-01-15
- Page
- Seite 39 (sequence 11)
- Language
- German
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39 nung seiner: Verdienste als Minister — G. hat auch vor Kurzem den Gesetzentwurf, zu einem neuen Gerichtsverfahren den- Kammem vorgelegt — das Commandeurkreuz des Löwenordens verliehen. Correfpondenz. Frankfurt a. d. Oder, im December. Auch ein Mort §Ür Zu diesen Zeilen sind wir/ vornehmlich durch einen Artikel aus Nackel in No. 46. d. Ztg. veranlaßt. Aus jenem Artikel, welcher — wir wissen nicht, mit welchem Rechte — die Überschrift: „Die j ü d i s ch c Schule i n P r eußen" an - feiner. Spitze trägt, haben -wir, bei sehr aufmerkfamemLesen desselben, nur Dreierlei erfahren, nämlich:. l) daß - cs: Herrn Rabb. Dr. Friedmann in N. nach langjährigem Streben: und! Mühen endlich gelungen ist, die Inspektion der dafigen jüdischen Elementarschule in .seine -Hände zu bringen; 2) was Alles in N. sich hat zutragen müssen,: ehe. die Königl. Regierung zu Bromberg in der quäst. Angelegenheit im . Sinne des Rabb. F.- resp. . des. jüdischen Schulvorstandes entschieden,, und endlich 3) wie-sehr der-Nackeler Correspondent von dem Wunsche, .erfüllt ist, daß allenthalben, wo jüdische Schulen vorhanden, das Jnspectorat über dieselben aus christlichen Händen genommen und jüdischen Gelehrten, namentlich: den jüdischen: Geistlichen übertragen würde.! TT* Wasnun vor Allem speeiell Herrn vr. F. betrifft, sn kann :es demselben durchaus nicht verdacht werden, haß er ^--7bei seinem hohen Bildungsgrade und seinem wirklich warmen Interesse für jüdisch es i Schul - und Unterrichtswesen,. von seinem Amtsantrittein N. an bis. jetzt unablässig bemüht gewesen, . fich auf die dafige jüdische Schule, einen größer»Einfluß zu verschaffen, als d er war, welcher ihm krafts,seines Amtes als Rabbiner. und: kraft. seines Amtes > als technisches: Mitglied im Schulvorstande zu Gebote gestanden Haben mag. 3a,. es. wäre .Nichts : aufrichtiger zu: wünschenals daß alle unsere Rabbiner und Prediger sich mit gleicher Liebe und Wärme des Jugendunterrichts annähmen und dahin strebe ten, auf die Schulanstalten ihrer Gemeinden denjenigen Einfluß zu erlangen - der - diesen Instituten wirklich zu wahrem Heil und wahrem Frommen gereichen könnte. Indessen kgnn es aber auch -nicht in. Abrede gestellt wer-: den- HM,jüdische GeMche: auch-da,/wo ihnen das/.Schul^ inspectorat gerade nicht von'Amtswegen anverträut ist^ doch sehr viel für die Hebung und Förderung-des M ' dischen Schul- und UUterrichtswesens - zu thün vermögend Es kommt hierbei nur darauf an, wie fie fich zu den L e h r e r n > gestellt haben, und wie weit das Interesse gehtdas sie für die Jugend und deren Erziehung und Bildung wirklich hegen. Uns find zwei zeitgemäß gebildete Rabbinen > im Posen'schen bekannt, die weit davon entftrnt sind, fichhöhern Orts um das Schulinspectorat zu bewerben, und für das Schul- und Unterrichtswesen in ihren Gemeinden, namentlich für Hebung des religiös sen und hebräischen Unterrichts, dennoch schon viel gewirkt haben und noch zu wirken nicht aufhören. — Hinsichtlich Dessen, was in N. Alles geschehen mußte, ehe die Königl. Regierung zu Bromberg zu der Entscheidung vom 20. Oktober o. fich veranlaßt sah, lassenwir es dahin gestellt sein, ob eben diese Entscheidung (welche Herrn Rabb. F. zum Schnlinspector machte) von größerer oder geringerer Tragweite, ob fie-— wie derBerichterstatter will — als eine „principielle", oder ob fie — wie Jenk^ nicht will — blos als ein „Product der Aeußerungen des Herrn Pfarrer. Nitzschke und -der da^ durch bereiteten-Verlegenheit^ anzusehen sei. Wir Unsererseits begnügen uns mit der Bemerkung, daß die Vorgänge von Nackel einzig in ihrer Art daftehen, und daß das Benehmen des Pfarrer N. in der That etwas ganz Unerhörtes ist. — Und demnach können die von dem Berichterstatter so gern gebrauchten Redensarten, wie „Mißverhältniß ftemdgeistlicher BeauffichtigUttg^ und. „Befreiung von fremdgeistlichem Einflüsse" auch nur auf N a ck e I, keineswegs aber auf die Mische Schule im Allgemeinen Anwendung finden. ^- Fraget doch an im Posen'schen- — denn : nur eine Provinzwelche im Staats die meisten Juden- (über 75,000), die meisten jüdischen Schulen (ca. -140) und die meisten jüdischen Lehrer (ca/ 300) .aufzuweisen hat, kann in dieser Beziehung maßgebend sein, — fraget doch alle die Lehrer dieser- Provinz-, die ältesten wie die jüngsten, ob fie Euch einen' einzigen Fal l erzählen könnten, daßeinchristlicher Geistlicher jemals „im Namen und im Interesse seines Pfarramtes und seiner. Kirche" eine jüdische- Schuleinspicirt, ob er seinen Einfluß auf die unter-feine Inspektion gestellte Schule jemals zum Nachthell der letztemgeltend gemacht, ob er nennen wir doch: das- Kind ' bei.seinem rechten Namen — seine amtliche Stellung je- - - mals zu.Dem,: was man Proselytenmacherei- Besieh rungisv ersuche! je.: nMnt, mißbraucht Hätte? S**