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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1861-01-08 · Heft 2 (8.1.1861) · p. Seite 16

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
25 (1861)
Issue
Heft 2 (8.1.1861)
Date
1861-01-08
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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16 "mvr Die „Köln. Ztg." läßt sich schreiben, daß „die k. k. Staatsregierung principiell.für Protestanten und Juden, die Gleichberechtigung aussprechen,. und es den provinziellen d^iHgerHüHHssen! werde,WurchSonderhestinüNM^ gen sich das Odium der'Gebildeten aufzubürden; die 9wgierung ist dann von jedem Vorwurf frei.' Der ungarische Landtag ist bereits durch den Ausschluß der Juden Meines Erachtens waren die Pefther Israeliten, als größte und intelligenteste Gemeinde des Landes, mit ihrem würdigen Rabbiner an der- Spitze; berufen, einettAlüHusi an die übrigen 'Gemeinden ergehen D essin, um WerÄaue^lsmänner für den bevorstehenden Landtag zu wählen.^Ueberhaupt ist jetzt die geeignete Zeit, daß Jeder ohne Ueberstürzung pflichtgemäß seine Stimme öffentlich erhebe, bet den Wahlen,, wie es die Grüner Constrenz^ acceptirte, um den BooÄ der ^1848er Gesetze nicht'zu verlassen) "in Verruf bei den Liberalen, und wird gleich bei Beginn , seiner Sitzungen der Wiener Regierung Nachfolgen müssen." — .‘ ' Ueber die „Graner Conferenz" so wie einige fromme Wünsche erhalten wir aus Preßburg vom 23. December folgendes Schreiben: Graf I. Bärköczy sprach, daß der §. 2. des V. Gesetzartikels vom Jahre 1848 noch immer von den gesetzlich aufgenommenen Confessionen rede, obgleich durch diese Worte 350,000 Israeliten von dem Genüsse der Verfassung ausgeschlossen werden. Redner ist der Ansicht, daß die Israeliten zufolge ihrer materiellen und geistigen Befähigung' und: des Einflusses, den sie anerkanntermaßen auf die Presse, ausüben, es verdienen, in den Wall der Verfassung ausgenommen zu werden.. Daß es mit diesen Bestrebungen, eben so ernst., wie ihr -Erfolg bei. der Stimmung des - Landesunzweifelhaft ist,; das geht Mter Andern: daraus hervor,, daß in die .ständigen Comitats - Commissionen nicht nur in. Duna Pentele -und anderwärts, sondernsogar in Gran selber mehrfach'Israeliten von Seiten der. betreffenden General- Versammlungen und unter allgemeinem Beifallsrufe der Anwesenden gewählt worden sind.--Freilich ist auch das gegen die Gesetze von 1848, wie das Erscheinen des Herrn Schoßberger aus Pesth, der zufolge, einer. Einladung des ungarischen Kanzlers Baron Pah nach Gran kam, aber vom Fürst Primas die.Weisung erhielt, daß sein Erscheinen den bestehenden Gesetzen zuwiderlaufe, .. -- Herr: Schoßberger reiste nach Hause, ohne bei der Conferenz gewesen zu sein. Daß . beim nächsten ungarischen Landtage die bürgerliche Stellung der Juden zur. Sprache kommen wird, bürgt die allgemeine- Stimmung und die bei der Conferenz gehaltene Rede des Grafen Bärköczy. Haben aber auch die Juden Ungarns schon daran gedacht, Männer aus ihrer Mitte zu wählen, die bei einer solchen hochwichtigen Eventualität die Wünsche der,.Israeliten.vor .die gesetzgebende Versammlung zu bringen geeignet find? um das-Joch, der finstern Tyrannei abschütteln zu helfen. Unsere Gemeinden sollen'doch nicht ewig von einer Handvoll reicher Obskuranten beherrscht werden? Wahrhaft erleuchtete und umsichtsvolle Rabbiner: sollen über Schule und Synagoge autorisirt werden, welche für das Gedeihen derselben die nöthigen Vorkehrungen treffen mögen. Vor Allem wollen wir die Hochschule, die das Concordat-Ministerium durch Protection eines fanatischen Hofwechslers in der Jeschiwa Preßburgs gefunden, nach irgend einem Plane organisirt sehen und wissen, daß nicht aus der finstern Stube — der Hörsaal der hiesigen Hochschule — die Männer des erleuchteten Jahrhunderts hervorgehen. Möge diese schwache Anregung gehörigenMnklang finden, und Berufenere die Sache einer umfangreichen Besprechung in den verbreiteten und gern'gelesenen jüdischen Blättern würdigen. . —. Daß der vom Baron Vay erpreß aufgeforderte Israelit, Herr Schoßberger, von der Conferenz abgewiesen worden, ist eine Thatsache, die constatirt werden muß. Der „Fortschritt" (No. 351.) theilt hierüber Folgendes mit: „Auch die Abwesenheit des Herrn Schoßberger — bekanntlich der Eine Jude der Conferenz— machte viel von sich sprechen. Die Judenfeinde— und es giebt von dieser mittelalterlichen Species noch erstaunlich Viele in Ungarn — erzählten mit Befriedigung, der Primas habe, denn Juden Schoßberger erklärt, baß nicht er, der Kirchenfürst, sondern Baron Vay ihn geladen habe und. daß er deshalb Herrn Schoßberger nicht zu. seinen Gästen zählen könne./-- ... i,.;. ' . „Andere, die auf Schritt und Tritt die Gesetze von 1848 citiren, geben an, der Primas habe dem Herrn Schoßberger gesagt: Nach dem Diplomevom 20. Oktober haben Sie wohl das Rechthier zu sein, , doch nicht nach den Gesetzen von 1848, welche! die Juden.nach wie vor von allen politischen Rechten, aus sch ließen.'Ich habe Sie deshalb auch nicht geladen; .wenn Sie jedoch in.der Conferenz erscheinen wollen, werde ich. Sir bestens empfangen. :; .; . „Von einer hochgestellten Person. endlich hörte ich die

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