Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1860)
- Date
- 1860-11-27
- Page
- Seite 708 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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708 gen der göttlichen Offenbarung, nämlich: wie sich die .Gottheit in der Schöpfung, dann in ihrem Walten, d. h. in der allgemeinen und besonders in der israelitischen Geschichte^ und. endlich in ihren Lehren und Befehl e n offenbart. In -der äußerlichen Form für den Unterricht wählt der Verf. die katechetische, jedoch in streng logischer Folge-,- wie . solche den ganzen Stoff abrundet. . - Man wird nun in, einer 'vorläufigen Anzeige eines Werkes, .das . schon seiner Bedeutung wegen' eine tief eingehende Besprechung zu erwarten berechtigt ist, nicht verlangen/ daß wir hier eine Stimme abgeben, welche Stelle demselben in' der großen Zahl ähnlicher Schriften zuzu- .erkennen sei/ Wir glauben nicht einmal uns die gehörige .Zuständigkeit zutrauen 'zu dürfen, zumal wir heutigen Tages sehr viele erleuchtete Rabbinen besitzen, von denen als Fachmänner über solche Fragen ein entscheidenderes Urtheil ausgehen muß. Aber so viel glauben wir nach sorgfältiger Betrachtung des Ganzen mit Zuversicht-und gänzlich unparteiisch schon jetzt erklären zu können, i daß das Werk einer besonder» Aufmerksamkeit würdig erscheint, und -daß es namentlich in pädagogischer Hinsicht strengern Ansprüchen genügt/ Die-Sprache ist überall klar und. rein, der Ausdruck sorgfältig und angemessen gewählt, der Inhalt wohlgeordnet und der Lehrstoff so aufgefaßt, daß die Jugend die reinsten Begriffe aus ihm in sich aufnimmt. Wir möchten darum nicht gerade in allen Einzelheiten mit dem Verf. unbedingt übereinstimmen; allein wo gäbe es ein Werk über Religion, das nicht hier und da einen Widerspruch erweckte? Manches ' wird,• wenn wir nicht 1 irren, in - einer spätern Auflage Wohl noch eine Berichtigung erfahren. So z. W Frage 1. das: „für alle Menschen", welches in dem biblischen Belege seinen Grund nicht findet; so ferner No. 7.: durch Abschriften, welches leicht mißverstanden wird; No. 17. kommt es uns bedenklich vor, daß das N. T. gänzlich ignorirt wird, was zwar gebilligt werden muß, aber jedenfalls, nachdem No. 14. auf sonstige Religionsquellen hinweist, doch sicherlich starken Angriffen Raum giebt. — Wenn No. 39. gesagt wird, daß die Schöpfung des Menschen nach dem Ausdruck der Schrift auf eine andere Weise stattfand, als das Entstehen der. übrigen Geschöpfe, so zielt dies ohne Zweifel auf wn und. nö“H; aber wir bezweifeln, daß die Jugend hier einen klaren Begriff erlangen dürfte; so wie No: 40. die Darstellung, daß die Seele auf Erden das Ebenbild Godtes und nach dem Tode ein unsterblicher Geist sei, sich nicht wohl, rechtfertigen läßt. ' Darauf gründet sich zwar die zunächst bis No/75. dürchgeführte Lehre von der Seele in zwiefacher Beziehung, aber dazu erscheint es nicht nöthig, einen solchen Grundunterschied aufzustellen. ' ' Diese wenigen Anmerkungen zum erst e n Th eile der Religionslehre setzen wir nur hierher als' Beleg, daß wir ihr mit lebhafter Theilnahme gefolgt sind; und wenn wir dieselben nicht weiter ausdehnen, so hat es seinen Grund darin, daß wir den sehr günstigen Eindruck des Ganzen nicht durch Weitläufigkeit schwächen Möchten. Die Verschiedenheiten mancher einzelnen Ansichten dürften den Werth eines Werkes nicht herabsetzen; vielmehr muß es denselben in den Augen jedes Kenners erhöhen, welcher durch die entstehenden Erörterungen die Ueberzeugung gewinnt, daß hier wichtige Fragen angeregt werden, und das Werk eine höhere Stufe des Fortschrittes zu vertreten beansprucht. Diese kann aber erst nach einer vielseitigen Prüfung gewürdigt werden. "Dir! Jost. Frankfurt am Main, .int October. Beriih Abra/ ham, oder die Beschneidungsfeier und die dabei stattfindenden Gebete und Gesänge, ins Deutsche übersetzt und mit einer ausführlichen literärhistorischen Einleitung versehen von Dr. H. Auerbach. (Verlag der Kaufmann - schen Buchhandlung.) — Der Beschneidung, welche so viele Anfeindungen innerer und äußerer Gegner siegreich bestanden, ist die Huldigung noch nicht zu Theil geworden, die bei deren Feier üblichen Gebete und Gesänge durch einen correcten Tert und Uebersetzung verständlicher und zugänglicher zu machen. Herr Auerbach hat auf Verlangen des Verlegers diese Arbeit übernommen undMne große literärische Einleitung über die Verfasser dieser Gesänge, R. Efraim und 8*/ Abraham,' über ihre Zeitgenossen und Zeitgeschichte beigefügt, die an Gründlichkeit und kritischer Forschung den' besten Arbeiten dieser Art beigezählt zu werden verdient. Der Verf. weist nach, daß in den casuistifchcn Schriften sechs Gelehrte unter dem Namen Efraim erwähnt sind, deren Verwechslung zu vielen Jrrthümern bei alten und neuen Autoren Veranlassung.gegeben und er liefert damit den Beweis, daß die Kenntnißnahme von Büchertiteln, Jahreszahlen und Autorennamenallein, 'aus . inhaltsreichen Werken oberflächlich zusammengetragen,, zur Abfassung von Biographien lange nicht genüge, und noch - weniger aus diesem leichten Material eine Literaturgeschichte verarbeitet werden könne.. Andererseits legt es der Verf.. durch' schlagende Beispiele bdi^ ‘ ^äß selbst HalHistest/'von ' Rüfdürch Vernachlässigung de^nichttalmüdis^en Literatur