Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 24 (1860)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1860)
- Date
- 1860-11-27
- Page
- Seite 706 (sequence 6)
- Language
- German
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4M '' -Dir' - kleinen unL kleineren Gemeinden. Wir haben von jeher auf die kleinen und kleineren Gemeinden unserer Diaspora ein nicht unbedeutendes Gewicht gelegt. Denn man wird es erfahrungsmäßig nicht läugnen , daß daselbst mancher gute Kern unserer Glaubensgenoffenschaft vorhanden ist, und selbst nümerisch machen sie ' zusammengenommen bei ihrer' großen Zahl einen nichts unbedeutenden Bruchtheil: aus. Wenn auf die'Bewohner größer Städte die Zerstreuung 'des geschäftlichen und gesellschaftlichen Lebens, die vielfachen materiellen und Kunstgenüsse,: die ganze Lebensrichtung und die große Beweglichkeit -ln religiöser Beziehung abziehend und zerstörend-wirken:. so müßten die Einfachheit, die Ruhe, das Stillleben kleinerer Ortschaften concentrirend auf das religiöse Leben wirken, wenn nicht, der Mangel an Leben überhaupt, , der Mangelan erfrischenden und erweiternden Mitteln und-! die Geringzähligkeit einen erdrückenden, nach und. nach/ abtödtenden Einfluß übten. Wenn tüchtige und anregende Lehrer der Religion in großen Städten schon darum! nöthjg'frnd, damit die Religion ebenbürtig mit den qndKeni geistigen Erscheinungen sich darstelle: so ist dasselbe »Bedürfniß für kleinere Gemeinden da, um nicht in völligen. Schlummer zu versinken , ihre.religiöse Eristenz ganz! 'sjertiercn« ^ierju: fönimt, t?a|f das religiöse Bedürfniß sich nicht nach der Menge der Gemeindeglteder richtet,.-sondern eben so wach sein kann in Körperschaften! von zehn, wie von. hundert und tausend Gliedern, dann aber in völlig gleicher Weise Befriedigung verlangt. Auch in den kleinsten Gemeinden wünscht man jetzt von Zeit einen religiösen Vortrag in der Muttersprache zu hören,, um sich zu belehren, aufzurichten, zu stärkenkurz, sich Deregen zu lassen: In den kleinsten Gemeinden fühlt man die Notwendigkeit, den alten. Schlendrian durch einen - erhebenderen Göttesdienst zu ersetzen, durch Ehorgesäng'und würdigen Vortrag. In den kleinsten Gemeinden sieht man ein,-daß die Jugend ohne einen angemessenen .Religionsunterricht verloren sei, daßsie, von der man ein Festhalten an die religiösen Formen und Satzungen, wie einmal' die Zeitverhältnisse liegen, nicht mehr erhoffen kann, wenn sie gar keine Kunde von ihrer Religion , deren Geist und Lehren, deren Aufgabe: und Ziel, deren Fundament-! und Geschichte /aus der Jugend mit sich nimmt, allen Zufälligkeiten überlassen bleibt, von denen die Meisten feindlich wirken werden./ . Woher nun aber die Mittel nehmen, um diesen Bedürfnissen eine wirkliche Befriedigung zu schaffen? Gesetzt, es wäre auch eine ge- Mgdüde Anzahl voll - sw 'vü-^AkbeteK^Li!hrM^schön häNdew'^- wie'- sie cs leibek twäj'• nicht Gemeind en Ich' darbieten' zu können, woher' die'MiW nehmen - um solche Männer nur irgend ' anständig drhÄten 'zu können VDenn es' läßt' sich 'doch' nicht' verbeMsi// daß mit den 'größeren Fähigkeiten''auch die 'ForderüstM der Cultnsbeamten sich Peigern/''und^dW'hierju einvöllE Recht vorliegst:' Je' größer - und' länger die Bothereitusigen züm Amte sein müssen- 'je mehr Befähigung' 'erforderlich ist und je stärker die geistige Anstrengung'im Achte,' desto bedeutendere Entschädigung 'verlangt der- Beamte' und/ Müß ihm' zugestanden werden. Es!gehört aberin Reineren E meinden die größte Opferwilligkeit dazuum^mw das alM mäßigste Auskommen - für den Gemeiüdebeämten wuMVringen. Die Gehälter stehen daher-in deD Regel mit denvvü' den -Gemeinden' 'nicht ans -Anmaßungsondern aus' regeM Bedürfniß gemachten Anforderungen'in- -W keinem' Wr-^ Hältniß: Hierzu kommt-- daß die Fün cllönW nicht' alle gut miteinander stimmen. Der -Mann, der - vor der Gewinde Vorträge halten soll, 'alsö -jedenfallseine güte -ddstische und eine gewisse theologische Bildung haben muß,- der Mänsi/ der die Gebete würdig und mit Chorgesäng abhälten soll, also eine gewisse musikalische- Bildung -besitzen- Muffder Mann, der die Jugend mit Ernst und Eindringlichkeit in allen Religionskenntnissen unterrichten -sollverliert sicher in seinen und der Leute Augen an Würde, wenn ermit dem Messer Gänse und Hühner/ Kälber und Schafe zu Tode bringen und mit aufgestreiften Hemdärmeln in den Eingeweidm eines Rindes wühlen und dabei zu aller Zeit' für jedes alte Mütterchen zu Dienste-sein muß' -Allerdingsist dies auch eim religiöser Dienst, -aber die LeüMsthWM Sache doch anders an, ünd Vie-günz'e' MscheinüttA-stim'M' mit den übrigen Forderungen nicht -zusammen. Esfühltdies ein Jeder, 'aher-'-wöher---stolleü'-Ne-KeinMW-Mckein^ den bei dem^besten Willen-'-di'wMtt'el'--hetneh'Men/:'«mtW Aemter zu trennen und zwei Männer oöeD gar Familien' zu-ernähren? Diese Sachlage flößt uns viel Besorgniß und/ wit"gestehen es! offen, viel! Mitgefühl ein. - Wir erhalten' das Jahr - über Dutzende von Zuschriften Seitettssolcher Gemeinden; wir sehen, l däß -dieselben von/den -bosten Tendenzen durchdrungen sind-- Und — können ihnen stlteü helfen. Es flammt - da 'ein guter/Geist in'einigen-jüngeren Mitgliedern aufste'-MßeüEMlderit'Nkit'stch/foth/ sie fangen nün an, /den/paffendem Mann zu suchen/ 'Und' müssest-sich -zuletzt hecjüemett/ den besten Theil ihres Wünsche! auszügebeN. - Jn/der HestemMstcht^steMrik * sie '^s-M i