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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1860-11-06 · Heft 45 (6.11.1860) · p. Seite 668

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
24 (1860)
Issue
Heft 45 (6.11.1860)
Date
1860-11-06
Page
Seite 668 (sequence 12)
Language
German
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Ha i eine Gemeinde von 2000^Gliedern wie wie unsrige, sich; nicht uyvechienter;Meise noch.einseitiger;^Anschauung öffentlich getadelt-und parteiisch verurtheilt wissen darf. .. . or- ' Wenn der erwähnte.Correspondentsich -Mühe gegeben: hat,, zu beweisen, wie sehr es im Zeitgeiste liegt, einen gebildeten Rabbiner anzustellen, so scheint ihm unbekannt zu sein, daß ^gerade unsere Gemeinde es ist, welche längst den störenden Einfluß der hyperorthodoren RWMg'erkennkNd^ireö'Verschwin.den ließ/)dMegen-Bildung und. Gesittung - nachgeeifert,r wie idU Eorrespondent selbst zugiebt-, noch. Mehr. aber; dazu angeregtdurch. Beziehungen zum Auslande,.. wohin den großen Theil unserer Kaufleute und Elite! öfter -hinführte-.sie. Gelegenheit gefundendie. Herz! und, Gemüth-erhebenden Predigten hervorragender Persönlichkeiten:zu.- hören, den geregelten Gottesdienst, Eonfirmationen, < Bildungsstufen und andere!iweisemosaische-JnstitütLoneN'anzusehen, nahmen vor; Jahren schonviele Glieder unserer Gemeinde Veranlassungden hochehrwürdigen Herrn vr. Philippson, Redacteur dieser- Zeitschrift, mit der Bitte anzugehen, einen Prediger für unfern Ort, unfern damals eigenen,^ freiwillig / zugestcherten .Mitteln entsprechend, zuweisen .zuwollenwas, beiläufig gesagt/damals-durch die Obrigkeit nicht unterstützt, bis hierzu nicht zu Stande kommen konnte. - > ' - Hat sich bei uns seit Jahren in unverkennbarer Weise ein reges 'und eifriges Streben nach Bildung kund gegeben,.. w,ie die Ästen des Gymnasiums und Wer Universitäten ^ausweiftn,- so' fühlten -wir doch Mangel einer specifisch jüdisch konfessionellen Bildungsstufe nach Anschauung der Neuzeitalso mit Ausschließung bet :tal* müdistisch-pilpülistischkn Erudition, die wir durch An- MungeluestiHtigenMeMersangch^nt'wMnwollten, der. zugleich, überall seine .Gemeinde, würdig vertreten, den Gottesdienst, Synagogen und Schulen regeln, confirmiren, belehren, und wo sich mittelalterliche Meinungen über Juden in unfern Blättern aussprechefi, eines .Bessern, .überzeugen sollte. ' . ... i--Kft.begrüßten--daher mit Freuden dm. weifte hochherzige obrigkeitliche Anordnung-- einen gebildeten Rabbiner bei de^ Wahl zu bevorzugen;' es' verständen aber wenige' GlÄex der Gemeinden, durch gewiffe'ÄtziehMgM, die^wld iW Hücksicht verschwägernd dahin M bringen, WN-nochMMonemrenzMslandifcher Cqndidaten, die, wiram - liebsten' gesehen hätten, fehlte, daß von der Wilna'schen Rabbinerschule gerade einer der jüngern Zöglinge für - dies- Amt bestätigtwurde, und seit 1?/r -Jahren an unserer Spitze--steht.-iS, Wennwei Amtsbesetzungwie es -oft geschieht/ Streitigkeiten entstehen,, wundert uns-nicht-; wenn.es aber eine allgemeine, dauerndeUnzufriedenheit cherv ormft, ^so haben wir Grund, wichtige Ursachen als Hebel vorauszusetzen, besonders wenn dieSache sich so-wie nachstehend verhalten würde, daß ein eben aus der Schule ohne Praris, ohne.Erfahrung,. .ohflesMenschenkenMniß,! pagDeMaber miti/-SMstü.he.rsMtzMtz.joseLnLs iMiffensc gekommener Schüler, der nie eine Universität befucht hat,:; die, Kdische Liturgie nicht einmal kennt-! der deutscheniSprache und Schrift -nicht--mächtig und dessen Vortrag-unverständlich -ist*), denken wir-uns. nun einen'solchen, in einer gebildeten, -aufgeklärtemiGemeindeueiner hyperop' thodoren Richtung huldigend-- sich -von Leutendie noch nicht einmal wie verbotene. Kleidertracht abgelegt, leiten lassen,- der. bei seinem-Antritt den ganzen Tag sin.. Tales und Tfilim gehet, drei Mal täglich einen Minienum sich zieht- Shandeck bei allen Beschneidungen beansprucht, die veraltete und-bei uns nie gekannte Manier, daß er nur Sfire laut vorzählen darf, einen. Mcckn, der in Verdacht stand, seine Stiefel amD> geputzt zu haben- -zur Verantwortung gezogen hat, und dergleichen Abgeschmacktheiten mehr übt, worüber man lieber schweigt; überhaupt aber, anstatt. sich die Liebe und das Vertrauen der Gemeinde durch. Ruhe:, .Sanftmuth und milde. Belehrung zu. erwerben, wiel.es die Pflicht eines für unsere -heilige Religion wahrhaft begeisterten-SeelforgerS erheischt, er sichvom vorm herein gleich, bei sei^ nem Anttitt herbeiließ, die Gemeinde bei-der Obrigkeit als verwahrlost und. ungebildet-wie .fiühern ehrwürdigen Rabbiner als unwissend anzuklagen, was' ein reiner. iTWiaa 2MN plbn ist,! müßteleinsolches:Betrau gen die ganze Gemeinde, nicht gegen ihn.einnehmen? besonders; wenn er bis hierzu nur für sein-eigenes Interesse bedacht war und in in^T: tiöin ■: eine derartige Unerfahrenheit bekundete, -daß die Obrigkeit 'in; Folge erwiesener Fakten ihm alle kasuistische. Entscheidungen nehmen und selbige einem ganz besonders-für-dies Fach anzustellenden More-Horoe Überträgen müßte/' wobei aber die Gemeinde nicht - nur einen Geldverlüft erleidet, sondern sich mit einem - verknöcherten litthauischen Su- *) Bei unfern Wahlen wurde'das Probepredigen nicht zur Bedingung gestellt, daher'der Neuerwählte' bis zum Amtsantritt: persönlich: -on uns -ungekannt>war.' -

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